Wild auf Wild: Wie du mit selbstgebauten Fallen zur Fleischquelle wirst

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shania

„Wenn du nichts mehr hast außer Schnur, Stöcke und Hunger – bau dir dein Abendessen!“
– Heiko Gärtner, irgendwann zwischen Regen, Matsch und knurrendem Magen.

🦴 Einleitung: Wenn du den Supermarkt nicht zum Tier bringen kannst…
In einer echten Survivalsituation geht’s nicht um Paleo-Diät oder Outdoorromantik mit Kräutertee. Es geht ums Überleben. Und spätestens, wenn du den dritten Tag nichts gefangen hast außer Sonnenbrand und Frust, wird klar:
Du brauchst Eiweiß. Und das kommt auf vier Pfoten, mit Fell – und besser nicht in Kuschellaune.
Hier kommt die Kunst des Fallenbaus ins Spiel. Ein altes Wissen, überliefert durch indigene Völker, Jäger-Sammler-Gemeinschaften – und modern rekonstruiert durch Tamarack Song, der nicht nur weiß, wie man mit einem Feuerstein Feuer macht, sondern auch mit zwei Ästen ein Eichhörnchen zum Festessen verarbeitet.

🪤 1. Ethik des Fallenstellens: Kein Mord, sondern Nahrungskette
Bevor wir loslegen, eins vorweg:
Jagen bedeutet Verantwortung. Tamarack Song lehrt, dass jede Jagd mit Dankbarkeit beginnt. In der indigenen Tradition wird jedes Tier geehrt, oft sogar mit Gesängen und einem stillen Gebet.
Du nimmst ein Leben – nicht aus Spaß, sondern um das eigene zu erhalten. Wer das versteht, stellt keine „Spaßfallen“, sondern baut Lebensbrücken.

🧠 2. Tierverhalten verstehen – Die beste Falle nutzt nichts ohne Wissen
Du kannst die raffinierteste Falle bauen – wenn du sie im falschen Habitat aufstellst, fängst du vielleicht Wind, aber keinen Hasen.
Tamarack betont: „Beobachtung kommt vor Aktion.“ Du musst:
• Trittspuren analysieren: Frisch oder alt? Von welchem Tier? Wie groß?
• Kot finden: Ja, richtig gelesen. Form, Geruch, Konsistenz – wie bei der Wildtier-Toilettenanalyse.
• Wildwechsel erkennen: Trampelpfade, wiederkehrende Laufwege.
• Aktivitätszeit bestimmen: Dämmerungstiere wie Waschbär und Fuchs – Tagaktiv wie Kaninchen – Nachtaktiv wie Marder.

🧰 3. Grundausstattung: Was du brauchst (oder improvisierst)
Tamarack Song stellt klar: Die besten Werkzeuge wachsen unter deinen Füßen. Für die meisten Fallen brauchst du:
• Schnur oder Pflanzenfasern (Hanfschnur, Yucca, Brennnessel)
• Äste, Biegschnur, Rinde
• Taschenmesser / Steinwerkzeug
• Geduld. Sehr viel Geduld.

🪢 4. Die besten Fallen für Anfänger (die auch funktionieren)
Hier ein Überblick über praxiserprobte, einfache Wildfallen:

🌀 A. Schlingenfalle (Snare Trap) – Der Klassiker für Kaninchen, Hasen, Marder
Prinzip: Eine Schlaufe aus Draht oder Schnur wird so platziert, dass das Tier hindurchläuft – meist auf bekannten Pfaden.
Bauanleitung:
• Mach eine feste Schlaufe (z. B. mit Draht oder reißfester Pflanzenfaser).
• Platziere sie auf Wildwechsel, ca. 5–10 cm über Boden.
• Halte die Schlinge mit Zweigen in Position.
• Spanne die Schnur an einem Biegestab (Baumzweig) mit Auslöser.
Wichtig: Immer mehrere gleichzeitig setzen! Erfolg ist ein Zahlenspiel.

🌿 B. Deadfall-Falle (Totschlagfalle mit Gewicht) – Für Ratten, Mäuse, Eichhörnchen
Prinzip: Ein schwerer Stein oder Holzblock fällt auf das Tier, wenn es den Köder berührt.
Bauanleitung:
• Bau ein Tripod-System (z. B. Paiute Deadfall oder Figure-4).
• Platziere Köder (z. B. Nüsse, Fleischreste) unter dem Gewicht.
• Trigger mit feinem Stöckchen, das bei Berührung das System auslöst.
Tipp:
Deadfalls funktionieren besser, wenn Tiere hungrig und neugierig sind – im Winter top, im Sommer schwieriger.

🪜 C. Fallgrube (Pitfall Trap) – Groß, aber effektiv bei hohem Wildaufkommen
Prinzip: Tier fällt in getarnte Grube – oft in Kombination mit angespitzten Stäben (nur im absoluten Notfall!)
Bauanleitung:
• Grabe eine tiefe, trichterförmige Grube (mind. 50 cm).
• Tarne sie mit Ästen, Laub, Gras.
• Optional: Köder in der Mitte.
Warnung: In vielen Ländern verboten – nur im echten Survival-Modus erlaubt!

🧠 5. Köderkunde: Was Tiere anzieht
Tamarack erklärt: Tiere folgen Geruch, Neugier und Gewohnheit.
Geeignete Köder (je nach Tierart):
• Fleischreste – Raubtiere, Marder
• Nüsse, Mais, Beeren – Nagetiere, Eichhörnchen
• Fett & Öl – Allesfresser (Waschbär, Ratte)
• Salz & Urin – Für Wildwechsel (Reh, Wildschwein – in großem Maßstab)

⚖️ 6. Rechtliches & Risiken
In Europa ist das Fallenstellen ohne Jagdschein illegal. In einer echten Notsituation (Survival-Notstand) wird das anders bewertet, aber: Sei dir über das Risiko bewusst.
Gefahr droht auch durch:
• Aasfresser (z. B. Füchse mit Tollwut)
• Fehlbedienung (z. B. Schlingen, die sich selbst auslösen)
• Falschplatzierung (keine Tiere, sondern Frust)

🔬 Wissenschaftlicher Bonus: Archäologische Fallen
• Clovis-Kultur (Nordamerika): Bau von Wildzäunen aus Zweigen und Steinen, um Tiere in bestimmte Richtungen zu lenken.
• Neolithische Gruben: In Jordanien fand man kilometerlange Fangsysteme mit Fallgruben für Gazellen.
• Indigene Völker Nordamerikas: Nutzten Hunderte passive Fallen entlang Flusspfaden – mit unglaublicher Effizienz.

🦴 Fazit: Jagen mit Hirn, Herz und Hand
Fallen sind keine Gewaltwerkzeuge – sie sind Werkzeuge des Überlebens. Wer Tiere versteht, baut bessere Fallen. Wer Respekt hat, geht achtsam mit Beute um. Und wer hungrig ist, wird kreativ.
In der Not zählt nicht, ob du Survival-Youtuber bist – sondern ob du weißt, wo der Hase langläuft – und wie du ihn mit Respekt fängst.

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