Survival Guide: Wie stellt man in einer SHTF-Situation Mehl her?
Einleitung
In einer SHTF-Situation (Shit Hits The Fan) ist die Fähigkeit, essenzielle Nahrungsmittel selbst herzustellen, von höchster Wichtigkeit. Brot und andere Backwaren sind grundlegende Nahrungsmittel, die sich seit Tausenden von Jahren nicht nur durch ihre Nährstoffe, sondern auch durch ihre Vielseitigkeit und den Geschmack auszeichnen. Während moderne Mahltechniken den Zugang zu Mehl erleichtern, müssen wir in einer Notsituation auf traditionelle und primitive Methoden zurückgreifen. Dieser Leitfaden zeigt Ihnen, wie Sie in einer Überlebenssituation verschiedene Mehle aus einer Vielzahl von Pflanzen herstellen können – sowohl aus bekannten landwirtschaftlichen Gräsern als auch aus wilden Pflanzen.
Grundprinzipien der Mehlherstellung
Die grundlegende Technik zur Mehlherstellung ist das Mahlen oder Zerkleinern von getrockneten Pflanzen oder Samen, um feines Pulver zu erhalten. Die Qualität des Mehls und seine Eignung für die Herstellung von Brot, Kuchen und anderen Backwaren hängen von der Pflanze ab, aus der es gewonnen wird. Hier sind die wichtigsten Schritte zur Mehlherstellung:
1 Ernte der Pflanzen: Sammeln Sie reife Samen, Körner oder Wurzeln.
2 Trocknen: Lassen Sie die Pflanzen gut trocknen, um Schimmelbildung zu vermeiden.
3 Zerkleinern: Verwenden Sie geeignete Werkzeuge wie Steine, Mörser und Stößel oder spezialisierte Handmühlen.
4 Sieben: Entfernen Sie grobe Bestandteile, um ein feines, gleichmäßiges Mehl zu erhalten.
Die wichtigsten Pflanzen zur Mehlherstellung
1. Getreidearten
Weizen (Triticum spp.)
• Anbau und Ernte: Weizen ist eines der ältesten domestizierten Getreide. Die Körner müssen reif und trocken geerntet werden.
• Mahltechnik: Traditionelle Steinmühlen oder moderne Handmühlen sind ideal.
• Verwendung: Ideal für Brot, Gebäck und Kuchen.
Gerste (Hordeum vulgare)
• Anbau und Ernte: Gerste wächst in kühleren Klimazonen. Die Körner müssen getrocknet und gelagert werden.
• Mahltechnik: Handmühlen oder Steinmühlen sind ausreichend.
• Verwendung: Hefegebäck, Suppen, Brei.
Roggen (Secale cereale)
• Anbau und Ernte: Roggen ist an kältere Klimazonen angepasst. Die Körner werden geerntet, wenn sie reif sind.
• Mahltechnik: Steinmühlen, Handmühlen.
• Verwendung: Roggenbrot, Pumpernickel.
Hafer (Avena sativa)
• Anbau und Ernte: Hafer wächst in gemäßigten Zonen und benötigt weniger Pflege. Die Körner müssen gereinigt und getrocknet werden.
• Mahltechnik: Handmühlen, Steinmühlen.
• Verwendung: Haferflocken, Brot, Kekse.
Mais (Zea mays)
• Anbau und Ernte: Mais ist in vielen Klimazonen verbreitet. Die Kolben werden geerntet, wenn die Körner trocken sind.
• Mahltechnik: Mühlen mit Steinen oder Handmühlen.
• Verwendung: Tortillas, Maisbrot, Polenta.
2. Wildpflanzen und -gräser
Wegerich (Plantago spp.)
• Anbau und Ernte: Die Samen der Wegerichpflanze sind nahrhaft. Ernten Sie die Samen, wenn sie trocken und reif sind.
• Mahltechnik: Handmühlen oder Steinmühlen.
• Verwendung: Brot, Fladen, Brei.
Schafgarbe (Achillea millefolium)
• Anbau und Ernte: Die Samen der Schafgarbe sind klein und trocken. Ernten Sie die Blüten und Samen.
• Mahltechnik: Feinmühlen, Mörser und Stößel.
• Verwendung: Brei, Zusatz in Brotmehl.
Hirse (Panicum miliaceum)
• Anbau und Ernte: Hirse ist an trockene Klimazonen angepasst. Die Körner werden geerntet, wenn sie vollständig getrocknet sind.
• Mahltechnik: Handmühlen, Steinmühlen.
• Verwendung: Brei, Fladenbrot, Suppen.
Amaranth (Amaranthus spp.)
• Anbau und Ernte: Amaranth kann in vielen Klimazonen angebaut werden. Die Samen müssen geerntet und getrocknet werden.
• Mahltechnik: Feine Mühlen oder Steinmühlen.
• Verwendung: Brot, Porridge, Suppen.
Buchweizen (Fagopyrum esculentum)
• Anbau und Ernte: Buchweizen ist anspruchslos und kann in vielen Böden gedeihen. Die Samen sind nach der Reife zu ernten.
• Mahltechnik: Handmühlen, Steinmühlen.
• Verwendung: Buchweizenbrot, Pfannkuchen, Brei.
3. Wildes und Exotisches
Wildreis (Zizania spp.)
• Anbau und Ernte: Wildreis wächst in nassen, sumpfigen Gebieten. Die Samen werden geerntet, wenn sie reif sind.
• Mahltechnik: Mühlen mit Stein oder Handmühlen.
• Verwendung: Brei, Brot, Suppen.
Maniok (Manihot esculenta)
• Anbau und Ernte: Maniok wächst in tropischen Regionen. Die Wurzeln müssen gründlich gereinigt und getrocknet werden.
• Mahltechnik: Mühlen oder Reiben.
• Verwendung: Maniokmehl für Brot, Fladen, Kuchen.
Süßkartoffel (Ipomoea batatas)
• Anbau und Ernte: Süßkartoffeln gedeihen in warmen Klimazonen. Die Wurzeln werden geerntet, gereinigt und getrocknet.
• Mahltechnik: Mühlen oder Steinmühlen.
• Verwendung: Süßkartoffelmehl für Brot, Kuchen, Pfannkuchen.
Brennnessel (Urtica dioica)
• Anbau und Ernte: Brennnesselwurzeln und -samen sind nahrhaft. Ernten Sie die Samen und Wurzeln, wenn sie reif sind.
• Mahltechnik: Mühlen oder Mörser und Stößel.
• Verwendung: Brot, Brei, Suppen.
4. Techniken zur Mehlherstellung
Handmühlen
• Beschreibung: Einfach und effektiv. Ideal für kleine Mengen.
• Vorteile: Mobil, wartungsarm, keine Stromquelle erforderlich.
• Nachteile: Langsam, arbeitsintensiv.
Steinmühlen
• Beschreibung: Traditionell und robust. Ideal für größere Mengen.
• Vorteile: Langlebig, gute Mahlqualität.
• Nachteile: Schwer, erfordert Pflege.
Handmühlen und Spezialgeräte
• Manuelle Mühlen: Leicht zu bedienen, perfekt für unterwegs.
• Spezialmühlen: Für spezifische Pflanzen geeignet, wie Maismühlen oder Hirsemahlen.
Schlussfolgerung
Die Herstellung von Mehl aus verschiedenen Pflanzen in einer SHTF-Situation erfordert Wissen, Kreativität und die richtige Ausrüstung. Während landwirtschaftliche Gräser und Getreide die Grundnahrungsmittel bilden, bieten wilde Pflanzen und exotische Quellen eine zusätzliche Nahrungsreserve. Durch die Erlernung und Anwendung dieser Fähigkeiten können Sie sich und Ihre Familie nicht nur ernähren, sondern auch eine Vielfalt an Nahrungsmitteln genießen, die in der heutigen Zeit vielleicht selten geworden sind. Bleiben Sie neugierig, experimentieren Sie mit neuen Pflanzen und halten Sie Ihre Mahltechniken scharf – so sind Sie für jede Herausforderung gewappnet.

Leave a Reply