Survival Guide: Wie erkenne ich draußen, wo Süden ist?

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shania

In der Wildnis ist die Fähigkeit zur Orientierung von entscheidender Bedeutung. Ohne die moderne Technologie wie GPS und Kompass kann es eine Herausforderung sein, die Himmelsrichtungen zu bestimmen. Doch mit etwas Wissen über natürliche Orientierungshilfen kann man sich auch ohne technische Hilfsmittel erfolgreich zurechtfinden. In diesem Artikel werden wir verschiedene Methoden und Techniken erläutern, wie man draußen erkennen kann, wo Süden ist.
1. Orientierung mit der Sonne
Sonnenstand und Tageszeit
Die Sonne ist eine der zuverlässigsten natürlichen Orientierungshilfen. Sie geht im Osten auf und im Westen unter. Zur Mittagszeit steht sie im Süden. Diese grundlegende Information kann man nutzen, um die Himmelsrichtungen abzuschätzen. Dabei ist es wichtig, die Jahreszeit und den geographischen Standort zu berücksichtigen, da diese Faktoren den genauen Sonnenverlauf beeinflussen.
Methode mit der Uhr
Eine bekannte, wenn auch ungenaue Methode zur Bestimmung der Himmelsrichtung ist die Nutzung einer analogen Uhr. Dazu richtet man den Stundenzeiger auf die Sonne. Der Winkel zwischen dem Stundenzeiger und der 12-Uhr-Markierung auf der Uhr wird halbiert – diese Linie zeigt ungefähr nach Süden. Es ist wichtig zu beachten, dass diese Methode bei Sommerzeit eine Anpassung erfordert, da die Zeitzone variiert und somit eine Abweichung von bis zu 25 Grad entstehen kann.
2. Orientierung mit den Sternen
Der Polarstern
Der Polarstern, auch Nordstern genannt, ist ein unverrückbarer Fixpunkt am Himmel, der stets nach Norden zeigt. Um ihn zu finden, sucht man zunächst das Sternbild des Großen Wagens (auch Großer Bär genannt). Die beiden hinteren Sterne des Wagens weisen in einer Linie direkt zum Polarstern. Eine alternative Methode ist die Verwendung des Sternbildes Kassiopeia, das wie ein „W“ aussieht und auf der gegenüberliegenden Seite des Himmels steht.
Sternbilder und Jahreszeiten
Die Sternbilder ändern sich im Laufe des Jahres, was bedeutet, dass verschiedene Sterne und Konstellationen je nach Jahreszeit besser sichtbar sind. Dies kann nützlich sein, um sich zu orientieren, wenn der Polarstern nicht sofort erkennbar ist.
3. Orientierung mit dem Mond
Mondphasen und Himmelsrichtungen
Der Mond kann ebenfalls zur Orientierung genutzt werden, wobei man seine Phasen und Position in Relation zur Sonne beachten muss:
• Bei Vollmond stehen Mond und Sonne 180 Grad zueinander. Das bedeutet, wenn die Sonne untergeht, geht der Mond auf, und umgekehrt.
• Bei abnehmendem Halbmond stehen Mond und Sonne 270 Grad zueinander. Der abnehmende Halbmond zeigt dabei nach Westen.
• Bei Neumond stehen Mond und Sonne 0 Grad zueinander, das heißt, der Mond ist unsichtbar und steht nahe der Sonne.
• Bei zunehmendem Halbmond stehen Mond und Sonne 90 Grad zueinander. Der zunehmende Halbmond zeigt dabei nach Osten.
Diese Positionen helfen dabei, die ungefähre Himmelsrichtung zu bestimmen, auch wenn der Mond nicht so präzise wie die Sonne ist.
4. Orientierung mit der Natur
Ameisenhügel
Ameisenhügel bieten eine interessante Orientierungshilfe. Ameisen bauen ihre Hügel tendenziell in Richtung der Sonnenwärme, um im Inneren eine optimale Temperatur zu gewährleisten. Daher sind Ameisenhügel häufig auf der Südseite exponierter. Wenn man also einen Ameisenhügel findet, kann man davon ausgehen, dass seine steilere Seite nach Süden zeigt.
Baumringe und Baumwachstum
Besonders bei gefällten Bäumen kann man die Jahresringe nutzen, um die Himmelsrichtungen zu bestimmen. Die Ringe sind in der Regel auf der Südseite des Baumes breiter, da diese Seite mehr Sonnenlicht erhält. Auch die Wuchsrichtung von Ästen ist ein hilfreiches Indiz. Äste neigen dazu, in Richtung des Sonnenlichts zu wachsen, was bedeutet, dass Bäume auf der Südseite tendenziell mehr und dickere Äste haben.
Blutroter Hartriegel
Dieser Strauch bildet auf seiner Sonnenseite mehr rote Pigmente aus, die sogenannten Anthocyane. Daher kann man feststellen, dass die rote Seite des Strauchs nach Süden zeigt, während die schattigere Seite nach Norden zeigt. Diese Beobachtung ist besonders in offenen Flächen hilfreich, wo der Strauch ungehindert wachsen kann.
5. Zusätzliche Methoden und Tipps
Kombinierte Methoden
Eine einzelne Methode zur Bestimmung der Himmelsrichtung mag nicht immer genau sein. Daher ist es ratsam, mehrere Techniken zu kombinieren, um eine zuverlässigere Orientierung zu gewährleisten. Beispielsweise kann man die Sonnenmethode mit der Beobachtung von Ameisenhügeln oder Baumringen kombinieren, um die Genauigkeit zu erhöhen.
Übung und Erfahrung
Wie bei jeder Fertigkeit im Survival-Training ist Übung der Schlüssel zur Meisterschaft. Indem man regelmäßig verschiedene Orientierungsmethoden ausprobiert und übt, entwickelt man ein besseres Verständnis und Vertrauen in die natürlichen Hinweise. Survival-Kurse und praktische Trainings im Freien sind hervorragende Möglichkeiten, um diese Fähigkeiten zu vertiefen.
Fazit
Die Fähigkeit, sich ohne technische Hilfsmittel in der Wildnis zu orientieren, ist eine wertvolle Fertigkeit für jeden Survivalisten. Durch die Nutzung der Sonne, Sterne, des Mondes und der natürlichen Umgebung kann man zuverlässig die Himmelsrichtungen bestimmen und sich sicher bewegen. Es erfordert jedoch regelmäßiges Üben und eine Kombination verschiedener Methoden, um sicherzustellen, dass man auch in einer echten Überlebenssituation effektiv navigieren kann. Mit diesen Techniken und etwas Geduld wird man schnell ein Gefühl für die natürliche Orientierung entwickeln und sich sicherer in der Natur bewegen.


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