Südlicher Laubfrosch (Hyla meridionalis) – Der stille Kletterkünstler des Südens
Lateinischer Name: Hyla meridionalis Größe: 4–5 cm Farbe: Leuchtend grün, Bauch hell, Beine leicht gelblich Auffälligstes Merkmal: Fehlende dunkle Augenbinde, dafür verwaschene Seitenzeichnung Verbreitung: Spanien, Portugal, Südfrankreich – vereinzelt auch nachgewiesen in Süddeutschland & der Schweiz
1. Lebensweise – Der meditative Minimalist
Der Südliche Laubfrosch ist:
🟢 Ein Wärme- & Trockenheitsspezialist
🟢 Tagsüber oft versteckt in Büschen, Brombeeren, Oleander, Schilf
🟢 Aktiv zur Dämmerung und Nacht
🟢 Häufig stiller als der Hyla arborea, mit zarterem Ruf
🟢 Extrem standorttreu, liebt Gewässer mit flachem Zugang + dichter Vegetation
Survival-Tipp: Ein Beweis für naturnahe, sonnenbeschienene Mikroklimate mit Versteckmöglichkeiten und Insektenreichtum
2. Spuren, Zeichen & Nachweise – Wie du den stillen Akrobaten entdeckst
🐾 Trittsiegel – Der Mini-Kletterer mit Saugnapf
🔸 Finger & Zehen: 4 + 5 mit runden Haftscheiben
🔸 Abdruckgröße: < 1 cm
🔸 Spurbild:
– extrem feine Zehenabdrücke mit rundem Punkt (Saugnapf)
– meist nur sichtbar auf glatten Oberflächen (Glas, Folie, feuchtem Holz)
– senkrechte Spuren möglich! (z. B. an Fenstern, Regenrinnen, Hochbeeten)
📌 Sichtbar nach Tau, Regen oder in der Morgensonne bei Beschlag
💧 Schleimspur – Unsichtbare Anwesenheit
– winzige Schleimstreifen auf Blättern, Stängeln, Folie
– mit UV-Taschenlampe teilweise sichtbar!
– Verwechslungsgefahr mit Nacktschnecken – aber keine Schleimspur auf Erde oder Boden, nur auf Kletterwegen
🥚 Laich & Kaulquappen – Unauffällig und effizient
🟢 Laichzeit: April–Juni (in warmen Regionen schon früher)
🟢 Eiablage:
– kleine Pakete (20–50 Eier)
– frei schwebend oder lose an Wasserpflanzen geheftet
🟢 Eier: grau mit dunklem Punkt, Gallertdurchmesser ca. 5 mm
🟢 Kaulquappen:
– eher langgestreckt
– kleiner Mund, dunkle Farbe
– flache Körperform mit feiner Schwanzflosse
📌 Entwicklung schneller als bei Hyla arborea → optimal für flache, temporäre Gewässer
💩 Kot – Mini mit Würze
– Größe: 0,5–1,5 cm
– Form: spiralig oder segmentiert
– Farbe: dunkel, glänzend
– Inhalt: kleine Fluginsekten, Spinnen, Mücken
📌 Ablage meist auf Blättern, Holz, Planen – erhöht & trocken
📣 Ruf – Der leise Cousin
🔊 Ton: kurzes „töck… töck… töck“, regelmäßig, weich
🔊 Klanglich ähnlich Hyla arborea, aber tiefer und weniger aggressiv
🔊 Rufzeit: Dämmerung & Nacht, vor allem bei hoher Luftfeuchte
🔊 Ort: gut versteckt in dichter Vegetation, selten exponiert
📌 Wer ihn hört, hat mit ziemlicher Sicherheit eine stabile, natürliche Laubfrosch-Population vor sich
🛏️ Überwinterung – Im Boden, unter Steinen, in Mauerritzen
– Rückzug in frostfreien Mikrostandorten
– In südlichen Regionen teilweise ganzjährig aktiv, wenn mild
– In Mitteleuropa: nur in wärmebegünstigten Lagen mit Schlupfwinkeln
🦉 Fressfeinde & Schutz
• Fressfeinde:
– Schlangen
– Reiher
– Igel
– Marder
• Schutzstrategie:
– Tarnfarbe
– Bewegungslosigkeit
– Flucht mit präzisem Sprung in dichte Vegetation
📌 Keine Gifte oder Hautsekrete wie bei Bombina oder Salamandra
3. Survival-Faktor – Der stille Wächter der Wärme
Der Südliche Laubfrosch zeigt dir:
✅ Wo intakte Mikroklimata mit sonnenbeschienenen Feuchtzonen existieren
✅ Wo Wärme, Wasser, Deckung & Insektenreichtum in Balance sind
✅ Wo keine Pestizide oder Fischbesatz herrschen
✅ Und wo du mitten in einer wertvollen Restwildnis bist
Wenn du ihn findest, hast du ein Stück südliches Paradies in der Tasche
Fazit: Der Laubfrosch mit südlichem Soul
Hyla meridionalis ist kein Angeber.
Er trägt kein Stirnband, ruft nicht laut, und springt nicht wild.
Er flüstert dir zu:
🟢 „Ich bin das Lied des warmen Abends.“
🟢 „Ich lebe dort, wo der Mensch noch nicht alles betoniert hat.“
🟢 „Und ich zeige dir, wie stilles Dasein voller Bedeutung sein kann.“

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