Schnecken als Notnahrung

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Manchmal kommen Schnecken örtlich konzentriert und in riesigen Mengen vor. Das macht sie für uns außerordentlich interessant. In Nordspanien konnte ich zum Beispiel durch eine unglaubliche Population von Bänderschnecken an Anisstauden innerhalb von einer halben Stunde mehrere Kilogramm Schnecken sammeln. Gut zu wissen ist sicherlich auch, dass Schneckenfleisch etwa fünf Mal soviel Eiweiß wie Rindfleisch beinhaltet, also ein geeigneter Proteinlieferant ist.
Wasserschnecken
Während
Gehäuseschnecken, speziell Weinbergschnecken, als Delikatesse gefragt sind, bleiben Wegschnecken sowie Wasserschnecken zumeist ungenutzt. Einige ernähren sich von Pflanzen, andere fressen bevorzugt Aas oder jagen aktiv.
Beim Fang von Schnecken begibt man sich nur selten in Gefahr. Eines dieser seltenen Fälle ist das Suchen von Wasserschnecken im tropischen Meer. Zwar leben die meisten Wasserschnecken von Algen, so genannte Kegelschnecken jagen jedoch aktiv. Kegelschnecken besitzen einen zu einer Giftharpune umgebildeten Zahn, mit welchem sie kleinere Lebewesen und aber auch größere Fische fangen können. Die Harpune wird durch eine Giftdrüse mit einem starken Neurotoxin versorgt. Einige tropische Arten sind für den Menschen tödlich; gegen ihr Gift gibt es

kein Antiserum. Zur Sicherheit sollten Sie auf den Fang von Kegelschnecken generell verzichten. Auch Meeresschnecken, die kein Gehäuse haben, sollten Sie nicht berühren. Manche können die menschliche Haut reizen. Also lassen wir sie in Frieden.
Eine Südseekegelschnecke, Conus geographus, die ein hochpotentes Gift besitzt. Dieses Exemplar wiegt etwa eineinhalb Kilogramm und darf trotz der großen Fleischmenge nicht berührt werden.
Kleinere Wasserschnecken mit spiraligen Gehäuse und einer Deckelklappe, mit der das Haus fest verschlossen werden kann, sind zumeist essbar. Leider ist der Magen häufig mit Sand gefüllt. Zur Zubereitung werden sie gesammelt und in stark kochendes Wasser geworfen. Nach kurzer Zeit löst sich die Schnecke aus dem Gehäuse und die Deckelplatte vom Fuß.
Der Schneckenfuß, das ist der Teil, der sich bei der lebenden Schnecke aus dem Gehäuse schiebt, wird von den Organen entfernt und in der Mitte aufgetrennt. Hier liegen bei vielen Arten Kalkplatten und andere

feste Bestandteile. Wasserschnecken schmecken zuweilen nicht besonders gut, aber sie erfüllen ihren Zweck als Nährstofflieferant. Dazu eignen sich sowohl Süßwasser- als auch Salzwasserschnecken ähnlich gut. Häufig lassen sich große Mengen von Meeresschnecken durch Auslegen von verwesendem Fisch anlocken.
Hilfreich kann auch sein, unter Steinen und in Felsspalten zu suchen. Süßwasserschnecken sammeln Sie entweder im flachen Wasser unter Gegenständen und an Wasserpflanzen oder in Bodensedimenten von kleinen Tümpeln.
Eine Hand voll essbarer Wasserschnecken sind eine schnell zubereitete und hochwertige Mahlzeit. Sie grasen unter Wasser bealgte Steine ab.
Napfschnecken sind eine Besonderheit unter den Wasserschnecken. Sie besitzen ein konusartiges Gehäuse, welches keine Gänge besitzt und eher an eine Muschelschale erinnert. Napfschnecken sind Schnecken, die sich mit Hilfe eines Saugfußes an Felsen in der Brandung festsetzen. Sie können bis zu vier Zentimeter Gehäusedurchmesser haben. Ohne

Werkzeug ist es nicht einfach, die Schnecke vom Felsen zu lösen. Durch das Vakuum, das sie erzeugt, sitzt sie fest am Stein, ohne einen Angriffspunkt zum Ablösen zu bieten. Besitzen Sie ein Messer, so können Napfschnecken vorsichtig vom Felsen abgehebelt werden. Dazu schiebt man die Messerspitze unter den Rand und dreht sie, um Luft unter den Fuß zu bringen.
Vielleicht ist Ihnen ihr Messer auch zu schade um damit am Stein herumzukratzen, stellt es doch in einer Notfallsituation einen großen Wert dar. In diesem Fall gibt es noch die Möglichkeit die Gehäusespitze mit einem Stein einzuschlagen. Dabei wird der Muskelansatz gelöst. Die Schnecke kann nun kein Vakuum mehr aufbauen und fällt ab. Leider wird bei dieser Methode das Kalkgehäuse beschädigt. Die am Fuß angewachsenen Schalenteilchen lassen sich nun nicht mehr entfernen und stören zusätzlich beim Kauen.
Diese Schnecken besitzen im Fuß eine kleine Kalkplatte, Radula genannt, die ohne Bedenken mitgegessen werden kann, beim Zerkauen größerer Mengen jedoch etwas stört.
Landlungenschnecken
besitzen
Als Landlungenschnecken bezeichnen wir lungenatmende Schnecken, die hauptsächlich an Land leben. Bekanntester Vertreter der Gehäuseschnecken ist die Weinbergschnecke. Landlebende Schnecken eine besonders schleimige Haut. Sie ernähren sich hauptsächlich von Grünpflanzen, jedoch auch von Aas und Kot. Um sich vor Fraßfeinden zu schützen ziehen sich Gehäuseschnecken bei Gefahr in ihr Schneckenhaus zurück. Darin sind sie grundsätzlich sicher. Nur größere Vögel und Insektenfresser sind in der Lage diese Schale zu knacken um das Fleisch zu erreichen. Die so geschützten Tiere haben keinen Grund sich mit Gift zu verteidigen und sind deshalb generell essbar.
Gehäuseschnecken werden vom Menschen schon seit Jahrtausenden als Nahrungsmittel verwendet. Sie lassen sich einfach sammeln, da sie nicht, oder nur sehr langsam fliehen können. Die Zubereitung ist denkbar einfach. Schnecken werden als Notnahrung einfach in kochendes Wasser geworfen. Nach kurzer Zeit trennen sie sich von ihrem Gehäuse. Dabei spielt auch verdampfendes Wasser im Gehäuse eine Rolle, dessen Druck die Schnecke herausdrückt. Haben sich

Gehäuse und Fleisch getrennt, entfernt man die spiralig gewundenen Gedärme und gibt lediglich Kopf und Fuß in das Kochwasser zurück. Es reicht, wenn das Fleisch nun noch einige Minuten in siedendem Wasser gart. Gehäuseschnecken lassen sich auch gut am Feuer grillen. Dazu wird das Gehäuse mit der Öffnung nach oben in die Asche mittlerer Hitze gelegt. Bei dieser Methode wird das Fleisch zwar sehr zäh, es nimmt jedoch ein rauchiges und wohlschmeckendes Aroma an.
Massenauftreten von Schnecken, hier Bänderschnecken an Anisstauden, laden zum Sammeln ein.
Die Schneckenabfälle sollten Sie nicht einfach wegwerfen. Die Gehäuse können als Transportgefäß für Öl und Fett oder ähnliche zähe Flüssigkeiten verwendet werden. Je nach Größe lassen sie sich auch als Topfersatz zum Kochen von Wasser oder Insekten benutzen.
Die Gedärme bestehen hauptsächlich aus Darm, Mitteldarmdrüse, Leber und Lunge und können bei Bedarf mitverzehrt werden. Sie schmecken jedoch tranig und sind nicht sehr groß. Eine mögliche Weiterverwendung entdeckte ich durch Zufall, als ich während eines meiner ersten Trainings im Wald einige Weinbergschnecken röstete.

Nachdem ich das Fleisch gegessen hatte und die Gedärme auf einem flachen Stein weiterbrutzeln ließ, unwissend was damit anzustellen sei, beobachtete ich etwas Unvermutetes. Unmittelbar neben dem Feuer erschien eine Maus, das Näschen schnuppernd in die Luft gehoben. Es war vom Duft des gebratenen Fleisches angelockt worden. Kurze Zeit später erschien ein weiteres, größeres Tier. Ein Fuchs. Der Geruch von geröstetem Schneckenfleisch scheint für manche Tierarten besonders ansprechend zu sein. So zeigten spätere Versuche, dass gebratenes Schneckenfleisch ausgezeichnet zum Beködern von Fallen ist.
Wegschnecken
Die Vertreter der Wegschnecken sind im allgemeinen Sprachgebrauch auch als Nacktschnecken bekannt. Wie der Name schon zum Ausdruck bringt sind Nacktschnecken nicht mit einem schützenden Gehäuse oder einer Kalkschale ausgestattet. Das macht diese Weichtiere eigentlich zur einfachen Beute für Fressfeinde.
Der natürliche Druck der Selektion des Überlebenskampfes gibt uns jedoch den Hinweis, dass sich Wegschnecken in irgendeiner anderen Form schützen können, sind sie im immerwährenden Kampf der tüchtigeren Art doch nicht ausgestorben.
Alle Arten versuchen mit ihren mehr oder weniger effektiven Schutzmechanismen wie Panzer und Gifte Fressfeinde auf Abstand zu halten. Tiere, die gute physische Abwehr- oder Schutzmechanismen besitzen, investieren jedoch nur ungern weitere Energie in chemische Verteidigungsmittel. Aus diesem Grund begegnen wir der Wegschnecke als Nahrung mit einem gesunden Maß an Skepsis. Denn außer manchen Insektenfressern und Vogelarten interessieren sich keine weiteren Tiere für die langsamen und anscheinend schutzlosen Schnecken. Mechanische Abwehr scheidet bei den fast vollständig weichen Körpern
aus.
Die Abwehr liegt bei vielen Wegschneckenarten in der Schleimhaut versteckt. Nacktschnecken bilden einen Bitterstoff, der zumindest die Haut für uns ungenießbar macht. Manche Überlebenstechniker argumentieren, dass in Notzeiten Wegschnecken gehäutet gegessen werden können. Wo jedoch Wegschnecken auffindbar sind, lassen sich sehr häufig andere Arten tierischer Notnahrung finden. Auch der Mageninhalt dieser Tiere ist nicht immer ungefährlich, sie sind
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Allesfresser, die auch Giftpilze und Giftpflanzenteile nicht verschmähen. Außerdem ist es nicht einfach Muskelfleisch von Organen zu trennen. Der experimentierfreudige Leser versuche gerne einmal das Häuten und Ausweiden einer Wegschnecke ohne Werkzeug. Er wird nicht nur beim Bearbeiten des Tieres durch permanentes Entgleiten scheitern, sondern auch bei dem Versuch sich später die Hände zu reinigen.
Wegschnecken stellen für uns als Notnahrung keinen Wert dar. Selbst als Köder zum Angeln eignen sie sich nicht. All zu oft habe ich dies in meiner früheren Sportanglerzeit versucht, wenn ich die Köder zu Hause liegen gelassen hatte. Selbst wenn sich Fische dafür interessieren, werden sie die Schnecke nach einer sporadischen Aufnahme wieder ausspucken und sich abwenden. Manche Angler schwören trotzdem auf Wegschnecken als Angelköder.
Beachten Sie auch, dass außerhalb der mitteleuropäischen Gefilde, gehäuselose Schnecken nicht nur ungenießbar, sondern auch giftig sein könnten.
Für alle Schneckenarten gilt, dass sie nicht ungekocht genossen werden sollten. Schnecken spielen oft eine Rolle als Zwischen- und Fehlwirte für gefährliche Parasiten. Sie können durch Aufnahme von kontaminierten Pflanzen, Ausscheidungen oder Aas die Eier und Larven von Endoparasiten beinhalten. Also Parasiten wie Leberegel und Bandwurm die im Körperinneren eines Wirtes leben. Aus diesem Grund müssen alle Schneckenarten (auch Wasserschnecken) mehrere Minuten gekocht oder gebraten werden.
Kopffüßer
Es gibt mit Sicherheit nur wenige essbare Tiere, die uns so fremdartig und seltsam erscheinen wie die aus der Klasse der ausschließlich im Wasser lebenden Kopffüßer. Sie lassen sich in nahezu allen Meeren finden. Die für uns hauptsächlich interessanten Arten sind Kraken und Tintenfischartige.

Die Tintenfischartigen gliedern sich weiter auf, für uns ist jedoch nur die Differenzierung zwischen Kalmar und Tintenfisch wichtig. Während beide zehn Fangarme am unteren Körperende, einen schlauchförmigen Hinterleib mit hautartigen Flossen, auch Tube genannt, besitzen und bevorzugt im Freiwasser oder in den Tiefen der See leben, ist das Skelett
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der beiden Tiere verschieden. Bei Tintenfischen ist das stützende Element innerhalb des Körpers der so genannte Schulp, der im Ziervogelhandel auch als Sepiaschale bekannt ist. Kalmare besitzen hingegen dünne Homplättchen, Gladius genannt.
Tintenfischartige haben acht relativ kurze Arme und zwei längere Fangtentakel. Im Gegensatz zu dieser Gruppe besitzen krakenartige Kopffüßer 8 Arme und haben in der Regel kein weiteres Stützelement.
Die Fangarme sind mit starken Saugnäpfen bestückt, mit welchen. gefangene Beute festgehalten wird. Diese wird mit einem papageienschnabelartigen Mundwerkzeug zerkleinert. Größere Exemplare könnten sich mit diesem Mund zwar verteidigen, doch habe ich selbst nach etwa hundert mit der Hand gefangenen Kraken noch keine ernsthafte Verletzung erfahren müssen. Auch die Saugnäpfe stellen bei kleinen Arten kein Problem dar. Es kann höchstens sein, dass kurzweilig eine Marmorierung von kleinen Blutergüssen auf der Haut erscheint.
Etwas anders ist die Sachlage bei einigen tropischen Krakenarten. Vor allem der blaugeringelte Krake in den Küstengewässern Ozeaniens ist auf Grund seines Giftes berüchtigt. Der mit blauen Signalfarben Gekennzeichnete kann den Menschen beißen, wenn er gereizt wird. Dabei wird ein starkes Neurotoxin abgesondert, an welchem jedes Jahr mehrere Menschen sterben.
Tintenfische und Kraken können in unvorstellbaren Größen vorkommen. So können Riesenkalmare weit über fünfzehn Meter lang werden und Riesenkraken mehrere Meter Spannweite haben. Mit Tieren dieser Größenordnung lege sich der überlebenswillige Jäger besser nicht an, er wird jedoch auch kaum die Möglichkeit dazu haben, da diese Tiere selten sind und meist in der Tiefsee leben. Außerdem ist das Fleisch solcher Riesenexemplare ungenießbar, da Ammoniumchlorid darin eingelagert wird. Tiere bis einen Meter Länge sind gut als Nahrung geeignet.

Kopffüßer werden sehr rasch groß, da kein Skelett mitwachsen muss. Oft haben sie nach schon wenigen Jahren die Erwachsenengröße erreicht. Sie leben am Boden, in Felsenhöhlen, im Freiwasser oder in der Tiefsee. Für uns sind selbstverständlich nur Arten interessant, die ohne großen Aufwand gefangen werden können. Das sind hauptsächlich Kraken, die in Strandnähe leben oder verirrte Tintenfischartige. Da sich
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Kraken mit ihrer Hautfarbe und -struktur dem Untergrund anpassen können, ist es oft nicht einfach sie zu entdecken. Die Fangart ist von der Ihnen zur Verfügung stehenden Ausrüstung abhängig.
Wenn Sie mit einer Taucherbrille ausgerüstet sind oder unter Wasser die Augen geöffnet lassen können, werden Sie zumeist keine größeren Probleme haben Octopuse, wie Kraken auch genannt werden, zu fangen. Kleinere Exemplare verstecken sich sehr häufig unter Felsplatten, in Riffspalten oder in den Löchern der ausgewaschenen Küstenfelsen.
An dieser Stelle sei davor gewarnt, die Höhlen und Felsspalten blind tastend und ohne Handschutz zu untersuchen. Sie könnten sich an scharfen Korallen und Felsen die Hand verletzen oder in die Stacheln eines Seeigels fassen. Wenn Sie weniger Glück haben, werden sie von einer Muräne oder einem anderen Tier gebissen, oder Sie stechen sich an den Giftstrahlen eines Fisches.
Der Biss kann eine gefährliche Infektion hervorrufen, das Gift wird Sie gegebenenfalls töten.
Beobachten Sie beim Vorbeischwimmen die Felshöhlen genau. Falls sich ein Octopus in eines dieser Löcher befindet, wird er Sie unauffällig beobachten und sich langsam in das Innere seiner Höhle zurückziehen, sobald Sie sich nähern. Es braucht ein wenig Übung, um die Tiere trotz ihrer guten Tarnung schnell zu erkennen.
Diese Weichtiere sind nicht nur Meister der Täuschung, sondern sie können sich auch durch die engsten Spalten zwängen. Zudem besitzen sie die höchste Lernfähigkeit unter allen wirbellosen Tieren. Haben Sie einen entdeckt, können Sie entweder versuchen ihn mit einer Hand aus der Höhle zu zerren oder mit einem Harpunenspeer zu fangen. Wie bei allen Tieren ist die oberste Regel dem Gefangenen oder Verletzten so wenig Schmerzen wie möglich zuzufügen und die Leidenszeit so kurz wie nur möglich zu halten. Töten Sie deshalb bitte umgehend alle Tiere, die Sie verletzt haben.
Eine weitere Suchmöglichkeit besteht im Umdrehen von Steinplatten. Unter Wasser kann ein Mensch eine viel höhere Last anheben als an Land. Es sollte kein Problem darstellen, Platten von einem Meter Durchmesser zu drehen. Ist ein Oktopus darunter, wird er versuchen sich in das Freiwasser oder unter andere Steine zu flüchten.

Im ersten Moment wird er jedoch desorientiert durch das Wasser wirbeln und möglicherweise etwas Tinte versprühen. Im Gegensatz zu großen Tintenfischen kann er sich damit jedoch nicht wirklich überzeugend einnebeln. In diesem Moment muss das Tier ergriffen werden. Wenige Sekunden später würde es sich besinnen und wie ein Geschoss in der Tiefe verschwinden.
Haben sie ein größeres Tier gefangen, so bleibt Ihnen nur eine Möglichkeit den Fang zu sichern. Halten Sie es mit aller Kraft am Körper fest und schwimmen so schnell wie möglich an Land.
Die große Kraft, mit welcher sich der Krake befreien will, wird den Fänger selbst nicht gefährden, den Fangerfolg jedoch sehr wohl. Früher oder später wird sich das Tier befreien können, egal wie fest ihr Griff sitzt.
Um größere Exemplare zu fangen, eignet sich besonders das Absuchen von Wohnstätten, die sich die Tiere häufig selbst bauen. Kraken zeigen großen Einfallsreichtum, wenn es um den Bau eigener Höhlen geht. Manchmal werden offene Fässer, Flaschen und sogar Schuhe zu Wohnungen umfunktioniert. Meistens suchen sie sich am Hang in 5 bis 20 Metern Tiefe eine Steinplatte, die von Sand überdeckt ist. Unter dieser Platte wird eine kleine Kuhle ausgegraben und mit viel Geschick durch kleine Steinscheiben abgestützt. Auch der Höhlenrand wird gegen das Abrutschen von Sand gesichert. Zu diesem Zweck setzt der Krake Muschelschalen und Steine kreisförmig um den Eingang. Anhand dieser Formen verrät er seine Wohnung. Die eigene Ordentlichkeit wird ihm zum Verhängnis.
Zwar sind die Höhlen oft nur für geübte Taucher und mit Mühe erreichbar, doch sie sind schon von der Oberfläche aus zu erkennen. Sobald Sie auf Höhe der Höhle sind und erkennen, dass es sich um einen Kraken handelt, sollten Sie zugreifen. Wenn sich der Krake zurückgezogen hat, ist es zu spät. Falls Sie versuchen die Höhle aufzugraben, vergräbt sich der Bewohner im Sand unter seiner Stützplatte und kann kaum noch gefunden werden.
Die letzte, einfache Fangmethode setzt keinerlei Ausrüstung voraus, als eine solche, die zum Bau eines Harpunenspeeres nötig ist. An der Harpunenspitze wird ein toter Fisch mit Schnur oder Seegras angebunden. Das Fleisch des Köders wird mit einem Stein zerstampft.
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Dieser große Krake wurde von Hand gefangen. Allen Schauermärchen zum Trotze ist sein Fang ungefährlich.
Nun muss man lediglich die Fels- oder Riffplatten abgehen und den Spieß langsam mit der Spitze nach unten an den Spalten vorbeiziehen. Ist ein Oktopus in Jagdstimmung, wird er versuchen den Köder festzuhalten. In diesem Moment stößt man zu und zieht den Kraken aus der Höhle. In Griechenland beobachtete ich einmal einen alten Fischer, der mit dieser Methode innerhalb einer halben Stunde eine Einkaufstragetasche mit großen Kraken füllte.
Um einen Kraken zuzubereiten, benötigen Sie nicht einmal ein Messer. Zuallererst wird das Tier getötet. Bei Kraken sitzen die Eingeweide in einem Eingeweidesack am Kopf, bei Tintenfischarten in der Tube.
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Diese so genannte Mantelhöhle ist an mehreren Stellen trichterförmig geöffnet. Mit einem Handgriff wird dieser Eingeweidesack beziehungsweise die Tube umgestülpt und die Innereinen in einem Zug herausgerissen. Dies hört sich brutal an, ist jedoch die einzige Möglichkeit die schmerzempfindlichen Tiere so schonend und schnell wie möglich zu erlösen. Auch wenn sich alle Gliedmaßen noch längere Zeit lang bewegen, ist das Tier zügig tot.
Die Organe sollten nicht einfach weggeworfen werden. Sie können uns später noch als vorzügliche Köder zum Fischfang dienen. Nach dem Töten werden im Zentrum der Fangarme liegende Hornschnabelteile sowie Augen entfernt. Bei Tintenfischen wird der Schulp, bei Kalmaren die Hornplättchen entfernt.
Nun folgt ein besonders wichtiger Schritt, um das Tier zur Delikatesse zumachen: das Ausschlagen. Es verhindert, dass das Tier durch das Kochen zäh wird. Hierzu wird der Fang an eine halbmeterlange Leine gebunden und mit Schwung mehrmals an einen flachen, befeuchteten Stein geschleudert. Danach wird die Steinfläche abermals angefeuchtet. Auf dieser wird der Fang mehrere Minuten fest gerieben und gewalkt, bis sich weißer Schaum bildet. Nach nochmaligem abwaschen ist der Fang fertig zur weiteren Verwendung. Da beim Ausschlagen Eiweiß verloren geht, sollten Sie bei Nahrungsmangel darauf verzichten und das zäh gekochte Tier weich kauen.
Falls möglich, sollten Kopffüßer in Süßwasser gekocht werden. Beim Kochen in Salzwasser oder beim Grillen wird er viel Volumen einbüßen. Diese Nahrungsart eignet sich besonders gut zum Zerkleinern und Trocknen. Eine Gefahr liegt wie bei Muscheln in der leichten Verderblichkeit des Fleisches. Aus diesem Grund sollte es weniger als eine Stunde nach dem Töten verarbeitet worden sein.

Stachelhäuter
Eine im Meer häufig vorkommende Gruppe von Tieren sind die so genannten Stachelhäuter. Zu ihnen gehören Seeigel, Seewalzen sowie Seesterne. Die meisten Vertreter leben am Grund des Meeres. In vielen Ozeanen lassen sich Seeigel auf mit Algen bewachsenen Felsen und Kiesböden sammeln. Seewalzen findet man auf Sandböden und unter Steinüberhängen. Seesterne jedoch sind aufgrund ihres hauptsächlich festen Körperaufbaus keine geeignete Nahrungsgrundlage. Am Körper der meisten Stachelhäuter kann eine äußerliche, fünfstrahlige Drehsymmetrie festgestellt werden; einige von ihnen sind in der Lage Gifte zu produzieren.
Seeigel
Seeigel sind Ihnen sicherlich aus der ein oder anderen schmerzhaften Begegnung bekannt. Ich kenne kaum einen Mittelmeerreisenden, der nicht schon in einen Seeigel getreten ist oder einen beim Schnorcheln oder Tauchen gestreift hat. Die hohlen Kalknadeln auf der Außenhaut dringen in das menschliche Gewebe ein, brechen ab und entzünden sich.
Wenige Seeigelarten, vor allem solche mit sehr kurzen, stumpfen oder extrem langen (bis zu 30 Zentimeter) und spitzen Stacheln, besitzen Drüsen, welche die Hohlnadeln von innen mit einem Gift füllen. Verletzen Sie sich an eines dieser Tiere, können starke Vergiftungserscheinungen die Folge sein. Verwenden Sie bei der Verarbeitung von Seeigeln also immer einen Handschutz und seien Sie vorsichtig beim Umgang mit ihnen.
Einen Seeigel bereiten Sie zu, indem Sie das äußere Kalkskelett mit einem Messer oder einer Steinklinge von oben nach unten zerteilen und die Hälften in die Glut legen oder in Salzwasser kochen. Verzehrt werden die innen liegenden weichen Teile, hauptsächlich Muskelstränge und Geschlechtsdrüsen. Letztere können bei einigen Arten während der Paarungszeit ungenießbar sein. Eine äußere Erkennungsmöglichkeit gibt es hier jedoch nicht. Bei Bedarf können Seeigel auch roh verzehrt werden.

Seewalzen
Seewalzen, die im Sprachgebrauch auch Seegurken genannt werden. haben eine weiche, warzige Außenhaut und fühlen sich fast so an wie ein wassergefüllter Luftballon.
Einige der nahezu unbeweglich im Wasser liegenden Geschöpfe können sich jedoch mit Klebefäden verteidigen, den so genannten Cuvierschen Schläuchen, die bei Gefahr aus dem Enddarm ausgestoßen werden. Diese Schleimfäden können Gifte enthalten.
Seewalzen lassen sich an vielen Felsenküsten der Erde sammeln. Achten Sie beim Fang auf aus geschleuderte Cuviersche Schläuche.
Beim Fang von Seewalzen muss darauf geachtet werden, nicht mit ungeschützter Hand in die Nähe der Enden des Hautmuskelschlauches zu greifen. Die Schleimfäden sind für den Menschen von außen zwar nicht gefährlich, die Gifte könnten jedoch möglicherweise durch aufgeweichte Haut oder Wunden in den Kreislauf geraten. Am sichersten ist der Fang, wenn Sie einen Harpunenspeer verwenden.
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Zur Zubereitung werden die Walzen auf der langen Seite aufgeschlitzt und die inneren Organe, speziell der mit Sediment gefüllte Darm und die Kiemen entfernt. Da einige Seewalzen roh ungenießbar und alle Arten Host für eine Vielzahl von kleinen Lebewesen und Parasiten sind, sollten sie nur gegart verzehrt werden.

Krustentiere
Viele Menschen kommen öfter mit Krusten- oder Krebstieren in Berührung, als sie glauben. Zu diesen gehören nämlich auch Asseln, die wir in fast jeder feuchten und kühlen Umgebung finden. Normalerweise werden wir Krebstiere jedoch im Wasser antreffen und fangen.
Die typische Form der Krebse ist entweder jene, die uns von Flusskrebsen und Hummern bekannt ist, oder die Taschenkrebsform. Eine dritte Form, die im seichten Wasser jedoch seltener anzutreffen ist, entspricht in etwa der Asselform.
Ähnlich wie bei Insekten besteht das äußere Stützelement des Körpers aus einem Chitinskelett, mit eingelagertem Kalk. Diese starre Schale wächst nicht und wird darum im Laufe des Krebslebens mehrere Male abgeworfen und erneuert. Der frisch gehäutete Krebs hat keine festen Körperbestandteile und ist vollständig weich. Wenn Sie einen solchen fangen, denken Sie daran, dass er nicht krank, sondern besonders wertvoll ist. Er kann bis auf den vorderen Kopfbereich vollständig gegessen werden.
Krebse sind im Grundaufbau vielen Insekten ähnlich. Die Segmentierung des Körpers besteht auch hier aus drei Teilen, wobei es häufig vorkommt, dass Skelettbereiche vereinigt sind.
Krebse sind Kiemenatmer, weshalb sie auf Wasser oder auf einen Lebensraum mit zumindest hoher Luftfeuchtigkeit angewiesen sind. Trotzdem können die meisten Krebse einige Zeit außerhalb des Wassers überleben, weil sie einen Wasservorrat in den Kiemenhöhlen einschließen und mitführen können. Landlebenden Asselarten reicht eine hohe Luftfeuchtigkeit zum Atmen aus.
Die meisten für uns interessanten Krebse haben zwei große Scheren, von denen eine größer wie die andere sein kann. Ich unterteile in der weiteren Abhandlung die Gruppe der Krebse in drei Kategorien, abgeleitet von der Körperform und der daraus resultierenden Lebensweise. Ich will anhand eines Beispiels jeder Kategorie exemplarisch den Fang und die Verarbeitung erklären.
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Unsere drei Gruppen bestehen erstens aus den Krabben mit Taschenkrebsform, so genannten Kurzschwänzen, die sehr einfach mit der Hand gefangen werden können, da sie während Ebbe oft in großen Mengen am Strand umherlaufen oder sich in Schlammhöhlen verkriechen. Die nächste Form ist die des Hummers, der Languste oder des Flusskrebses, die allesamt Langschwänze sind. Außerdem werden wir uns mit Kleinkrebsen beschäftigen, also zum Beispiel mit Asseln und Bachflohkrebsen. Selbstverständlich gibt es noch viele weitere Varianten, die von den mikroskopisch kleinen Wasserflöhen über Seepocken bis hin zu Entenmuscheln reichen. Wir wollen uns jedoch wieder nur dem für uns verwertbaren Bereich zuwenden.
Sie werden in nahezu allen Gewässern der Welt essbare Krebstiere eines dieser Gruppen finden.

Kurzschwänze
Bei der kompakten Form der Krebse spricht der Fachmann von Kurzschwanzkrebsen. Bis auf die Extremitäten ist der Körper nicht mehr sichtbar segmentiert. Im Körperpanzer sind alle Organe eingeschlossen. Der Schwanz ist verkümmert und unter dem Panzer eingeklappt.
In Mitteleuropa sind diese Krebsarten hauptsächlich grundlebend und im Meer anzutreffen. Ausnahmen sind hier die Schwimmkrabben, die auch im Freiwasser leben, sowie Wollhandkrabben, die sich sowohl im Salz- als auch in Brack- und Süßwasser aufhalten. Bei manchen Krebsarten nehmen die Zangen monströse Proportionen an. Jenen sollte man beim Fang nicht zu nahe kommen. Mit diesen Waffen und Werkzeugen können sich die Tiere gut verteidigen und dem unvorsichtigen Fänger ernsthafte Fleischverletzungen, gebrochene Knochen oder sogar ein abgetrenntes Körperteil bescheren.
Sie werden zumeist bei Ebbe oder am Strand zwischen Felsen die Möglichkeit haben, diese Krebse zu fangen. Der Fang ist zumeist unproblematischer als bei so genannten Langschwänzen, die ein besonderes Fluchtverhalten zeigen. Wenn Sie sich einer auf dem Land laufenden Taschenkrabbe nähern, wird sie beide Zangen anheben und sich seitwärts laufend Ihnen zuwenden und so den Zugriff verwehren. Wenn Sie dieses Tier von Hand fangen wollen, müssen Sie etwas Geschick zeigen.
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Krustentiere
Diese Winkerkrabbe ist ein Kurzschwanzkrebs dessen ausgeprägte Stielaugen deutlich erkennbar sind.
Eine spezielle Methode hat sich in Versuchen als besonders geeignet erwiesen. Der Fänger versucht die Krabbe einzuholen und versperrt ihr den Fluchtweg. Das so gestellte Tier wird sich bereitwillig auf einen Kampf einlassen. Die zur Verteidigung erhobenen Scheren werden sich immer zum nächsten angreifenden Körperteil richten. Kommen Sie nicht auf die Idee an einer Zange zu greifen, die Krabbe wird sich mit der Zweiten verteidigen. Sie würden die im Tierreich angewandten Hebelgesetze neu entdecken. Versuchen Sie vielmehr die Krabbe mit einer tänzelnden Hand abzulenken, die sich jedoch immer außerhalb der Reichweite der Zangen befindet. Der Krebs wird in der Regel unsicher hin und her tippeln und sich um diese Hand kümmern. Während er abgelenkt ist, nähern Sie sich mit der zweiten Hand von hinten, und zwar so flach wie möglich, da Krebse sprichwörtliche Stielaugen und damit ein großes Gesichtsfeld haben. Wenn Sie nahe genug heran gekommen sind, drücken Sie den Körperpanzer fest gegen den Boden. Der Druckpunkt liegt dabei auf Höhe des letzten Beinpaares. Nun kann das Tier vorsichtig von hinten gehalten und angehoben werden. Die Scheren haben eine gute Bewegungsfreiheit vor der Brust und im vorderen

Drittel unterhalb des Panzers. Nach hinten jedoch werden sie durch den Panzer meist blockiert. So haben Sie die Krabbe gefangen, ohne Ihre Finger zu gefährden.
Bei Italienischen Kindern an der Adria sah ich das erste Mal das Krabbenangeln. Die jungen Einheimischen interessierten sich jedoch weniger für das Krabbenfleisch, sondern wollten den Krebs in sadistischer Weise von seinen offensichtlich überflüssigen Scheren und Beinen befreien. Dieses Verhalten soll sicherlich nicht unsere Absicht beim Krabbenfang sein. Die Fangmethode war jedoch simpel wie effektiv. Zwischen Felsen, in jenen Spalten, in die man nicht greifen kann oder will, sitzen viele Krabben versteckt und warten auf die Flut. Diese Tiere lassen sich kaum von Hand fangen. Wir machen uns beim Krabbenangeln die anscheinend unersättliche Gier nach Fleisch zum Vorteil. Wenn sie etwas Essbares finden, wird regelrecht darum gestritten. Der erste Krebs schnappt sich das Stück und rennt in eine Richtung, bis der Nächste die Beute ergattert und in die andere Richtung
rennt.
Bei vielen Krebsen ist die Bewegungsfreiheit der Zangen in die Richtung des
Bauches stark eingeschränkt.
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Wir nehmen eine kleine Holzrute und ein Stück Schnur. Die Leine wird mit dem einen Ende an die Rute gebunden, an das andere kommt ein kleines Stückchen Fischfleisch oder eine aufgeschlagene Muschel.
Große Krebse können an den hinteren Schwimmbeinen gehalten werden. Eine Krabbe dieser Größe besitzt erhebliches Verletzungspotential.
Der Köder wird nun in die Spalten hinuntergelassen und dort auf den Boden gelegt. Wenn Krabben in der Nähe sind, werden diese nach kurzer Zeit zum Köder kommen und versuchen ihn in eine Spalte zu ziehen. Das verhindern wir natürlich, in dem wir die Schnur etwas anspannen. Mit einer Schere hält der Krebs den Köder fest. Wenn Sie nun noch ein wenig zuckend an der Schnur ziehen, wird sich die Krabbe festklammern und seine wertvolle Habe nicht mehr freigeben. Nun kann die Beute zügig aus der Spalte herausgezogen und in ein Behältnis gegeben werden.
Eine dritte Möglichkeit einen Kurzschwanzkrebs zu fangen ist, ihn in seiner Höhle zu belästigen. In den Salzwassersümpfen Australiens ist
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das Sumpfkrebsfischen sehr beliebt. Die Höhlen der Mudcrabs werden in den schlammigen Uferböschungen der Mangroven gesucht. Das sind Schlammlöcher mit etwa zwanzig bis vierzig Zentimetern Durchmesser. Dort hinein stößt man eine Holzstange, an deren Ende eine Draht- oder Schnurschlinge geknotet ist. Die Krabbe verteidigt sich und ihre Wohnung durch einen Angriff auf die Schlinge. Das merkt der Fänger schnell durch starke Stöße an der Rute. Diese wird nun nur noch herausgezogen, die Krabbe hält sich dann entweder an der Schlinge fest oder ist darin eingeschnürt.
Auch kleinere Krabben zu fangen, kann sich lohnen, wenn sie in großer Menge zur Verfügung stehen. Selbstverständlich lassen sich Krebse mit diesem Körperbau auch mit einem Harpunenspeer erlegen. Dieser muss jedoch eine sehr harte Spitze besitzen, um den außerordentlich starken Panzer zu durchdringen.
Langschwänze
Unter den Langschwänzen gibt es zweierlei Sorten. Die einen, die hauptsächlich im Freiwasser leben, also fern von Oberfläche oder Grund und die anderen, die in Höhlen und Felsspalten, unter Holz oder im Schlick Lebenden. Die Freiwasserkrebse werden übergeordnet auch schwimmende Langschwänze genannt. An Tiere dieser Gruppe, deren typischer Vertreter die Salzwassergarnele ist, werden wir nur selten nah genug zum Fangen herankommen. Auch die im Salzwasser am Boden lebenden Langusten oder Hummer sitzen in Tiefen, die wir ohne weitere Ausrüstung nicht erreichen. Manche Exemplare wohnen an den Küsten unter Felsplatten, sie können mit einem Harpunenspeer gefangen werden.
Weit häufiger werden Sie jedoch in der Lage sein, einige Vertreter der laufenden Langschwänze, zum Beispiel Süßwasserkrebse, zu fangen. Einheimisch in Mitteleuropa ist zum Beispiel der Edel- oder Flusskrebs. Er ist jedoch von dem aus Amerika eingeführten Sumpfkrebs verdrängt worden. Diese eingeschleppte Tierart, im Fachjargon werden solche, nicht heimischen Tiere Neozoen genannt, kann man durch die schlankeren Scheren leicht vom Edelkrebs unterscheiden. Der Sumpfkrebs hat sich mittlerweile in ganz Mitteleuropa etabliert. Im Gegensatz zum heimischen Vertreter ist er gegen die so genannte Krebspest immun, eine Krankheit die am Ende des letzten Jahrhunderts
Vmutentiona

ausbrach und den Bestand der Edelkrebse stark reduzierte. Heute kann man in fast jedem sauberen Fluss Sumpfkrebse fangen.
Zum Fang der Tiere müssen wir ihr besonderes Fluchtverhalten kennen. Auch Kenntnisse über Fressgewohnheiten und Lebensweise helfen uns
weiter.
Während dem Kochen färbt sich der Chitinpanzer der meisten Krebse rot.
Langschwänze haben, wie das Wort schon impliziert, einen langen, muskulösen Schwanz, der am Ende einen Schwanzflicher als Flosse besitzt. Der Schwanz ist von dünnen Chitinschalen bedeckt, die ein. Bewegen des Fächers zur Bauchrichtung hin erlauben.
Im Normalzustand hält der Krebs ihn ausgeklappt. Fühlt sich das Tier bedroht, klappt es den Schwanz innerhalb eines Bruchteils einer Sekunde zum Bauch hin ein und katapultiert sich mit einem klackenden Geräusch nach hinten weg. Am liebsten sitzen Süßwasserkrebse zwischen Wurzeln oder unter Steinen. Sumpfkrebse verstecken sich auch unter Laub in verschlammten kleinen Bächen oder in flachen Bereichen von Seen. Aus dem Fluchtverhalten leitet sich vor allem die Handfangmethode ab.
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Damit man diese Tiere im Wasser findet, muss man am Anfang noch genau hinschauen. Wenn die Umgebung unsicher ist, bewegen sich die Krebse sehr langsam und vorsichtig. Manchmal stehen sie bewegungslos am Grund. In Gewässern, die nicht tiefer sind als dreißig Zentimeter, können Sie den Bachverlauf abwaten und auf dem Grund zwischen. Steinen nach Krebsen suchen. Das geschieht am besten bei hoch stehender Sonne. Anzeichen für einen Krebsunterstand sind zum Beispiel unnatürlich angehäufter Sand oder unter Steine gezogenes Laub. Möglicherweise sehen sie auch den Kopf eines Krebses aus der Höhle schauen. Er wird sich langsam dort hinein zurückziehen.
In Seen können Sie Krebse finden, indem Sie das Ufer abwaten und besonders auf die Umgebung von im Wasser liegenden Holzteilen achten.
Natürlich ist es auch möglich, Krebse anzulocken. Wenn Sie Muscheln oder Fische besitzen, können diese in kleine Stückchen zerteilt und mit Holzspießen im Wasser in Ufernähe befestigt werden. Wenn Sie den Köder nach einer halben Stunde betrachten, werden häufig Krebse in der unmittelbaren Umgebung sein oder sogar am Köder selbst sitzen und fressen. Dort können sie dann regelrecht abgesammelt werden.
Diese riesigen, schmackhaften Süßwassergamelen leben in sumpfigen Gewässer
äquatornaher Breiten.
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Krustentiere

Das Anlocken setzt selbstverständlich voraus, dass Sie genügend Fisch oder Muschelfleisch zur Verfügung haben. Besitzen Sie nur eine begrenzte Menge, so sollte diese besser gegessen werden. Diese Lockmethode ist andererseits auch eine gute Möglichkeit, verdorbenen Fisch weiter zu verwenden.
In manchen warmen Sommernächten bin ich ausgerüstet mit Handlampe, Fischfetzen und Harpunenspeer in einem mittelgroßen Teich auf Krebsjagd gegangen. Dabei lief ich zuerst um den See und verteilte die Köder. Bei der zweiten Umrundung fing ich die Krebse ab, die mittlerweile angelockt worden waren. Nach zwei weiteren Seeumrundungen hatte ich nicht selten mehr als fünfzehn schöne Exemplare gefangen.
In einer Notsituation stehen uns mehrere verschiedene Fangmethoden zur Verfügung. Sie lassen sich in zwei Kategorien einteilen, dem aktiven Jagen und dem Fangen in einer Falle.
In der ersten Kategorie haben sich vor allem zwei Methoden als besonders funktionsfähig erwiesen. Zum einen das Fangen mit der Hand, zum anderen das Speeren. Außerdem besteht noch die Möglichkeit den Krebs mit einem Kescher zu fangen.
Bei den ersten Versuchen einen Krebs mit der Hand zu fangen werden Sie sich sicherlich noch überwinden müssen. Das Risiko schmerzhaft gezwickt zu werden ist relativ hoch. Mit etwas Übung wird Ihnen das später kaum noch passieren. Wie beim Handfang von Kurzschwanzkrebsen ist vor allem das Ablenken besonders wichtig. Wir wissen, dass der Krebs bei Gefahr rückwärts aus dem Risikobereich flüchten wird. Hier werden wir ihn ergo kaum von Vorne greifen können. Sobald wir uns mit der Hand dem Tier nähern, wird er beide Scheren anheben und langsam nach hinten schwimmen. Erst wenn der Krebs sicher ist, dass er keine Chance gegen den Angreifer hat, flüchtet er. Aus diesem Grund kann man sich beim Fangen nahe an die Beute annähern.
Krebse flüchten meist in das tiefere Wasser oder in Richtung von Steinen und Wurzeln. Während der Krebs nach hinten schwimmt und sich auf die eine Hand konzentriert, bilden Sie mit der zweiten eine kleine Höhle, indem Sie die Handfläche etwas gewölbt gegen den Boden halten. Verändern Sie die Stellung der kleinen Kunsthöhle vorsichtig so, dass der Krebs genau dorthinein schwimmt. Sobald der er mit dem
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an die Hand anstößt, gerät er in Panik und flüchtet durch das he Einklappen des Schwanzes in das Innere ihrer Handfalle. wird sofort geschlossen und der Krebs wird am hinteren Ende des anzers, seitlich mit zwei Fingern gepackt. So können Sie von den Scheren nicht erreicht werden.
Ein Langschwanzkrebs wird seitlich am Kopf gehalten, damit er den Fänger nicht| kneifen kann.
In tieferen Gewässern können Sie Wurzeln von Uferbewuchs, die in das Wasser hineinragen oder die Lauboberfläche von kleinen verschlammten Bereichen abtasten. Darin verstecken sich manchmal Krebse. Ertasten Sie etwas Hartes und stachliges, greifen Sie zu.
Beim dieser Methode werden Sie fast zwangsläufig vom Fang gezwickt. Geraten Sie nicht in Panik und wedeln wild mit der Hand, der Krebs würde irgendwann abfallen und im Wasser verschwinden. Vielmehr greifen Sie den Krebs mit der zweiten Hand ruhig am Kopfpanzer und lösen die Scheren einzeln. Eine etwaige Verletzung wird weniger schwerwiegend sein, wenn Sie das Tier festhalten, anstatt
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wegzuschleudern. Verlieren Sie nicht die Geduld, falls Sie nicht sofort erfolgreich sind. Meine ersten Versuche des Krebsfanges beschränkten sich darauf, dass ich im kalten Wasser stand, tastete und von Zeit zu Zeit mit einem Aufschrei und einem kurzen Hampelmannsprung meinen Fang wieder zurück ins Nass schleuderte.
Wesentlich einfacher ist es, wenn Sie einen Harpunenspeer bauen. Die Spitze muss hart genug sein, um den relativ festen Panzer zu durchbohren. Sie können beim Fang die Speerspitze direkt vor das Tier führen, ohne dass es flieht. Das hat den Vorteil, dass der Stoßweg und der daraus resultierende Verzug so klein wie möglich ist und der Lichtbrechungsindex des Wassers keine Rolle mehr spielt, da Sie die Spitze relativ zum Tier betrachten können. Auch im Meer lässt sich diese Methode anwenden, indem Sie mit dem Speer in Felsspalten stoßen. Häufig wird bei dieser Methode die Speerspitze beschädigt. Darum sollte dies nur angewandt werden, wenn Sie davon überzeugt sind, dass diese Spalten bewohnt sind.
Die Methode Krebse mit einem Kescher oder einem Kescherersatz zu fangen lohnt sich vor allem dann, wenn mehrere Tiere um einen Köder sitzen. Als Kescherersatz lässt sich zum Beispiel ein über eine Astgabel gezogenes Hemd verwenden. Mit dem Kescher fassen Sie über die Krebse auf den Boden, so dass sich die Beute zwischen Ihnen und dem Netz befindet. Nun müssen Sie die Tiere lediglich mit der Hand oder einem Stock aufschrecken und in Panik versetzen. Sie werden sich nach hinten, also in Richtung des Keschers katapultieren und sich dort hinein. in die hinterste Ecke drängen. Die Beute muss nur noch aus dem Wasser gehoben werden.
Das passive Fangen wird uns ohne Netz nur in einer abgeleiteten Form zur Verfügung stehen. Wenn Sie die Muße und Zeit haben, eine Reuse aus Schilf oder Gras zu flechten, können Sie diese mit einem Fischköder versehen, bis zu zwei Tage am Grund eines Gewässers liegen lassen und die Krebse absammeln. Eine andere Methode besteht darin, einen toten Fisch mit Reisig oder Schnur und Stoffresten locker zu umwickeln und für eine halbe Stunde in das Wasser zu legen. Vergessen Sie dabei nicht. die Konstruktion an einer Leine zu sichern. Vorsichtig aber zügig wird die Vorrichtung aus dem Wasser gezogen. Mit etwas Glück in krebsreichen Gewässer tummeln sich einige Tiere im Reisig. Aus Erfahrung bin ich jedoch der Meinung, dass das Sammeln und aktive Suchen eine höhere Ausbeute im Vergleich zur Zeit bringt.
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Kleinkrebse
Asseln
Asseln gehören genauso zu den Krebstieren wie Langusten oder Garnelen. Eine Besonderheit ist jedoch dass die bei uns vorkommenden Asseln außerhalb des Wassers, also an Land, leben. Zwar gibt es eine Vielzahl von Meeresasseln und sogar solche, die im Süßwasser leben, doch für uns sind im Allgemeinen nur die Landasseln von Interesse, da sie einfach zu fangen beziehungsweise sammeln sind.
Asseln atmen durch Kiemen, die vom hinteren Körperende paarig abstehen. Zum Atmen müssen diese ständig feucht gehalten werden, weshalb die Tiere hauptsächlich an Orten mit feuchter Umgebung gefunden werden können. Die bei uns lebenden Arten ernähren sich hauptsächlich von Todholz und Laub. Auf der Suche nach ihnen müssen wir also unter Steinplatten und Holzstücken sowie abgefallener Borke suchen. Auch in abgestorbenen, feuchten und morschen Baumstämmen finden wir große Mengen der Tiere.
Da Asseln sehr klein sind, muss eine große Anzahl aufgenommen werden, um den Nahrungsbedarf einigermaßen zu decken. Jedoch ist es wegen ihrer geringen Größe auch fast unmöglich die verwertbaren Teile von den Ungenießbaren zu trennen. So werden Sie zwangsläufig eine große Menge des Panzers zu sich nehmen. Es besteht die Gefahr von Verdauungsproblemen. Auch ihr sonderbarer Geschmack, der selbst nach dem Rösten oder Kochen bleibt, macht die Assel nicht zu einem kulinarisch wertvollen Nahrungsbestandteil, was Krebse normalerweise sind.
Auch die Nahrung der Tiere, hauptsächlich in Fäulnis übergehende Zellulose und deren Geschmack trägt dazu bei, dass Asseln nur nachrangig als Nahrung eingesetzt werden. Doch unter bestimmten Umständen gehören sie zu den letzten verfügbaren tierischen Nahrungsmitteln. Wie zum Beispiel im Winter, wenn sich ein Großteil der Würmer und Larven in tiefere Bodenschichten gegraben haben.
In manchen Gegenden Deutschlands wurden Kellerasseln während Kriegszeiten in größeren Mengen ohne unangenehme Folgen verzehrt, weshalb wir davon ausgehen können, dass auch die Aufnahme einer sehr großen Anzahl nicht schädlich ist.
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Asseln lassen sich meist in großen Mengen fangen. Selbst im Winter können sie unter Baumstämmen und Borke gesammelt werden.
Bachflohkrebse
Relativ häufig sind Vertreter kleinerer Krebsarten zu finden. Ein Beispiel ist der Bachflohkrebs, ein nur bis zu zwei Zentimeter großer Wasserbewohner, der in den meisten klaren Bächen und Flüssen Mitteleuropas vorkommt. Die Form des Bachflohkrebses ähnelt der einer kleinen Garnele, er hat einen mehrfach segmentierten Körper und bewegt sich zuckend im Wasser fort. Sein Körper ist seitlich abgeflacht.
Er sitzt gerne in großen Gruppen unter Steinen und Holzstücken oder in Algen und flüchtet, wenn der Gegenstand angehoben wird, mit dem abtropfenden Wasser in seinen Lebensraum zurück. Aufgrund der geringen Größe müssen Sie wirklich viele dieser Tiere fangen, was mit einem kleinen Trick jedoch leicht möglich ist.
Es gibt eine einfache und effektive Methode, mit der in kurzer Zeit genügend Tiere für eine Mahlzeit gesammelt werden können. Dazu suchen Sie sich ein größeres Pflanzenblatt, zum Beispiel von einem Wiesenampfer, und rollen es Trichterförmig zusammen. In das untere
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Ende dieser Spitztüte wird ein kleines Loch von etwa einem Millimeter Durchmesser gerissen durch welches Wasser ablaufen kann, jedoch keine Bachflohkrebse hindurchpassen.
Man muss schon einige Bachflohkrebse sammeln, um satt zu werden. Mit der richtigen Methode ist diese Arbeit jedoch in kurzer Zeit geschehen.
Nun waten Sie durch den Fluss und heben die verschiedensten im Wasser liegenden Gegenstände an und halten diese über den Trichter, so dass das abfließende Wasser in jenen läuft. Gemeinsam mit dem Wasser sammeln sich darin auch die Bachflohkrebse.
Das Wasser läuft ab, die Tiere verbleiben im Blatt. Je nach Bestand lassen sich so innerhalb einer Stunde etwa 500 Gramm Krebse fangen. Besonders interessant ist die Methode in Verbindung mit dem Sammeln von Muscheln.

Töten und Zubereiten
Krebse sollten generell so lange wie möglich am Leben gelassen werden, da sich ihr Fleisch sehr schnell zersetzten kann. Harpunierte Krebse müssen ungekühlt innerhalb weniger Stunden zubereitet werden.
Am schnellsten werden diese Tiere getötet, in dem sie in kochendes Wasser gegeben werden. Um dem Tierschutzgedanken zu entsprechen, werden Krustentiere einzeln und mit dem Kopf voran in das Wasser geworfen. Haben Sie kein kochendes Wasser zur Verfügung, kann ein Krebs auch durch zerschlagen oder halbieren des Kopfpanzers getötet werden.
Riesige Delikatesse, sogar Unterwegs als Notnahrung: Ein gekochter Sumpfkrebs.
Krustentiere werden entweder in siedendem Wasser oder in der heißen Asche gegart. Bei letzterem sollte die Hitze nicht zu groß sein, da das Fleisch schnell austrocknet.
Gegessen werden kann bei den meisten Krebsarten alles bis auf den Chitinpanzer. Auch manche Organe im Kopfpanzer können verzehrt werden, solange sie nicht unangenehm schmecken. Bei Langschwänzen ist vor allem der Muskel im Schwanz wertvoll. Auch das in den Füßen
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und Scheren liegende Muskelfleisch kann durch zerschlagen der Schale erreicht werden. Die Chitinschale selbst sollte nach Möglichkeit nicht gegessen werden.
Chitin ist schwer verdaulich und kann bei übermäßigem Verzehr zu Verdauungsstörungen führen. Da Durchfall und Erbrechen in einer Notsituation immer mit dem ungewollten Verlust von Wasser und Energie verbunden ist, sollten Sie versuchen den wertvollen Teil der Krustentiere von dem Unverdaulichen zu trennen. Bei Kleinkrebsen und Asseln ist das kaum möglich. Wenn möglich vermeiden Sie diese als Nahrung. Bis auf Asseln sind alle Krebstiere sehr schmackhaft.

Gefahren
Wie bei den meisten Wassertieren besteht eine erhöhte Gefahr durch verdorbenes Fleisch. Um das Risiko einer Lebensmittelvergiftung zu minimieren, dürfen nur frisch gefangene und getötete Tiere verzehrt werden. Auf keinen Fall darf auf tot gefundene Tiere zurückgegriffen werden.
Eine weitere, kaum einschätzbare Gefahr entsteht durch eine Vergiftung des Fleisches, wie sie bei Muscheln beschrieben ist. Eine geringe Möglichkeit der Gefahrenvermeidung besteht in der Beachtung der im Kapitel,,Weichtiere” aufgeführten Indikatoren. In Mitteleuropa sollten Sie jedoch ziemlich sicher davor sein. Der Fang von großen Krebsarten ist außerdem durch teilweise sehr kräftige Zangen und speerartig abstehende Panzerteile nicht ganz ungefährlich.

Fische
Während dem Leser das Schlachten von Säugetieren wahrscheinlich eine völlig neue Erfahrung sein wird, haben die Meisten schon Fische gefangen und selbst zubereitet. Die gesellschaftliche Akzeptanz des Selbstfangens und Verzehrens dieser Wassertiere ist bei weitem größer als beim Jagen oder Fallenstellen. Ich selbst bin seit über einem Jahrzehnt Angler und konnte mich dem Reiz des Fischens im Meer und in Seen oder Flüssen nicht entziehen.
Um einige Kilogramm Fischfleisch zu erlangen ist es einfacher viele kleinere Fische statt einem Großen zu angeln.
Fische
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Fische bieten eine vorzügliche Ernährungsgrundlage. Interessant ist für uns das Angeln im konventionellen Sinne um auf Expeditionen die Grundversorgung zu erhalten, sowie die Verwendung der
wechselwarmen Tiere als Notnahrung.
Wer sich mit dem Sportangeln genauer befassen will, trete einem Angelverein bei oder kaufe sich eines der vielen detaillierten und gut illustrierten Fachbücher.
Im Grunde genommen ist Angeln Fallenstellerei. Ziel vieler Sportangler ist dabei nicht, eine zum Essen ausreichende Menge von Fischen zu erlegen, sondern der Fang der kapitalsten Exemplare. Sportfischer setzen dabei allerlei hoch entwickelte Angelgeräte und Tricks ein. Meistens wird uns diese Technik verwehrt sein. Unser Bemühen wird sich darauf beschränken kleinere Fische zu fangen. Die Definition,,Klein” ist selbstverständlich recht frei auslegbar. Einigen Kriterien sollte unser Fang jedoch entsprechen. Zum einen sollte die Masse des Fleisches die innerhalb einer Mahlzeit aufnehmbare Menge nicht übersteigen. Wir werden bis auf wenige, einfache Methoden kaum die Möglichkeit der Konservierung haben, um unseren Fang haltbar zu machen. Zum anderen ist der Fang von schweren Fischen immer mit der Verlustgefahr von wichtigem Material und größerem Zeitaufwand verbunden. Bevor wir uns dem Fang widmen, betrachten wir die Anatomie, die wichtigsten Fischkategorien und Verhaltensweisen.
Der Fischkundige unterteilt die Klasse der Fische hauptsächlich in Knochenfische und Knorpelfische. Zwar gibt es auch hier vielfältige Klassifizierungen und Ausnahmen, für unsere Anwendung jedoch sind sie eher verwirrend als hilfreich. Wir vernachlässigen Sie deshalb. Wie der Name schon sagt, besteht das Skelett der Knorpelfische hauptsächlich aus Knorpel und der Knochenfische aus hartem Knochen. Zu den Knorpelfischen gehören Haie und Rochen. Bis auf wenige Ausnahmen werden die restlichen Fischfamilien zu den Knochenfischen gezählt.
Fische müssen paradoxerweise nicht zwingend im Wasser leben. Es gibt viele spezialisierte Arten, die sich über längere Strecken auf Land bewegen oder generell im Schlamm an der Luft leben. So ist der Fang von Fischen nicht unbedingt mit Wasser verbunden. In bei Ebbe trockenen Mangroven fing ich zum Beispiel ohne großen Aufwand kleine Schlammspringer von Hand. Anstrengender als der Fang war
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Fische
jedoch das spätere Reinigen von Kleidung und Haut vom Schlick. Hauptsächlich werden wir Fischen im Hauptlebensraum Wasser begegnen. Fische sind sehr wendig. Aufgrund ihrer eindeutigen Überlegenheit im Wasser können wir sie nur mit erheblichem Aufwand und durch systematisches Täuschen fangen.
Die Anatomie der Fische ist stark an Lebensräume und Verhaltensweisen angepasst. Es lässt sich zum Beispiel anhand der Maulstellung ableiten, welche Art der Nahrung das Tier aufnimmt. Dementsprechend spezialisiert bevölkern Fische fast alle Gewässer der Welt, ja man kann fast sagen, wo dauerhaft sauberes Wasser ist, gibt es Fische.

Ein Schlammspringer lässt sich auch an Land, also außerhalb des Wassers fangen. Meistens werden wir Fischen jedoch im Wasser nachstellen.
Die
meist stromlinienförmige Körperform ist der schnellen Fortbewegung unter Wasser angepasst. Die Haut ist bei den meisten Fischen teilweise oder vollständig mit Knochenplatten, den Schuppen bedeckt. Bei manchen Familien fehlen diese jedoch.
Etwa auf Höhe der Wirbelsäule verläuft unter der Haut vom Kopf bis zur Schwanzflosse das so genannte Seitenlinienorgan, ein Impulssensor, mit
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dem Fische sich in trüben Wasser sicher fortbewegen, Beute aufspüren und Jäger erkennen können. Außerdem haben manche Sensoren zum Erkennen von elektrischen Impulsen oder Schmecken und Tasten.
Der Aufbau des Kopfes ist bei den meisten Fischen ähnlich. Auf beiden Seiten des Schädels, hinter den Augenhöhlen, befinden sich mehrere Kiemenbogen, die von Knochenplatten, den Kiemendeckeln geschützt werden. Fische atmen, indem sie Wasser mit Pumpbewegung des Mundes durch die Kiemen pumpen oder beim Schwimmen daran vorbeiströmen lassen. Das Maul ist zumeist in auf die jeweilige Nahrungsaufnahme angepasst. Bei so genannten Friedfischen, die sich hauptsächlich von Insekten und Pflanzen ernähren, finden wir häufig Tastorgane, Barteln und einen ausklappbaren Rüssel zum Fressen am Grund. Raubfische hingegen, also Fische, die von anderen Fischen, Säugetieren oder Vögeln leben, haben in der Regel riesige, nach innen gerichtete Zähne und einen großen Mundspalt. Andere haben sich mit papageienschnabelartigen Mäulern auf das Zerkauen und Knacken von Korallen und Muschelschalen spezialisiert.
Auf den Schädel folgt die Wirbelsäule, die bis zur Schwanzflosse durchgehend als Ansatz für Knochen beziehungsweise Gräten dient. Das Skelett besteht aus dem so genannten Achsenskelett, das aus einer durchgehenden Reihe am Rücken und zwei paarigen Reihen von Gräten zum Stützen der Bauchhöhle besteht. Hinzu kommt das Extremitätenskelett, das den Ansatz und die Strahlen der Flossen bildet. Da es sehr kleine, nahezu unsichtbare Gräten im Fleisch gibt, so genannte Zwischenmuskelgräten, besteht immer die Gefahr, sich beim Kauen oder Verschlucken einer Gräte zu verletzen. Dementsprechend ist beim Essen Vorsicht geboten.
In der Bauchhöhle liegen die meisten Organe frei. Die Niere jedoch sitzt in der Regel unterhalb der Wirbelsäule in einer Haut. Darunter befindet sich bei einigen Fischen die Schwimmblase. Die Schwimmblase ist eine anatomische Besonderheit der Fische. Sie ist eine Luft gefüllte Hautblase, die dem Fisch Auftrieb gibt. Manche Fische besitzen eine zweigeteilte Schwimmblase, mit welcher sie ihre horizontale Ausrichtung im Wasser verändern können, andere Grundlebende besitzen überhaupt keine.
In der Regel haben diese Tiere drei unpaarige und zwei paarige Flossen. Auf dem Rücken sitzt eine Rückenflosse. Am Ende des muskulösen

In der Regel haben diese Tiere drei unpaarige und zwei paarige Flossen. Auf dem Rücken sitzt eine Rückenflosse. Am Ende des muskulösen
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Fische
Schwanzes ist die fächerförmige Schwanzflosse, die den Hauptvorschub zum Schwimmen aufbringt. Vom After in Richtung Schwanzflosse erstreckt sich die Afterflosse. Die paarigen Bauch- und Brustflossen sind auf der unteren Körperseite, etwa auf Höhe der Rückenflosse und hinter den Kiemendeckeln angeordnet. Manche Fische besitzen in ihren Flossen, zumeist in der Rückenflosse sowie an den Kiemendeckeln, verknöcherte Strahlen und Domen, die bei manchen Arten auch mit Giftdrüsen verbunden sein können. In jedem Fall sollten Sie beim Hantieren mit unbekannten Fischen Vorsicht walten lassen. Durch Stacheln und Zähne entstandene Wunden heilen sehr schlecht und können Infektionen hervorrufen.
Da sich die Fangmethoden und die grundsätzlichen Verhaltensweisen der Süßwasserfische von jenen der Salzwasserfischen unterscheiden, werden wir sie getrennt behandeln.
Süßwasserfische
Süßwasserfische sind im Allgemeinen unproblematischer im Fang und in der Handhabung als ihre Verwandten des Meeres. Da Fische in Flüssen und Seen relativ isoliert von großen Räubern leben, haben sie zumeist keine So effektiven und für uns gefährlichen Verteidigungswaffen. Lediglich vor Stachelstrahlen in den Flossen und ausgeprägten Gebissen weniger Raubfische müssen wir uns in Acht nehmen. In tropischen Flüssen besteht ferner eine Gefahr durch Fische, welche sich durch Stromstöße oder Giftstrahlen in Flossen verteidigen
können.
Bei einer solchen Vielfalt, wie sie die Wasserwelt hervorgebracht hat, ist es zwar nie möglich Restrisiken auszuschließen, doch man kann mit einiger Sicherheit davon ausgehen, ausgehen, dass uns europäische Süßwasserfische weder mit Giftstacheln noch mit elektrischem Strom gefährlich werden können.
Auch auf Vertreter, die Gift im Gewebe einlagern, werden wir in unseren Flüssen und Seen nicht stoßen. Fische reagieren äußerst empfindlich auf chemische Verunreinigung der Gewässer. Sie können zwar Schadstoffe in Muskulatur und Fett anreichern, aber zumeist nicht in einer Menge, die den Menschen bei Verzehr ernsthaft gefährden könnte. Wird eine solche Dosierung erreicht, ist diese dem Fisch durch Hautschäden oder Organanomalien anzusehen.

Bei Süßwasserfischen entfallen fast alle Bedenken, ob das Tier essbar ist. Süßwasserfische mit eindeutigem Fischaussehen sind in aller Regel essbar. Da es jedoch wenige Ausnahmen gibt, versuchen wir wieder Regeln für die Auswahl von Fisch zu finden.
Forellen können in vielen klaren Flüssen gefangen werden. Sie sind eines der bekanntesten Fische des Süßwassers.
Fische, die fischtypische Flossen besitzen und deutlich in drei Teile segmentiert sind, also in Kopf, Rumpf und Schwanz, sind im Allgemeinen ungefährlich. Sie sollten lediglich darauf achten, dass Sie nicht in das Gebiss des zappelnden Fanges fassen und sich nicht an etwaigen Dornen hinter den Kiemendeckeln oder Stacheln in den Flossen verletzen. Diese Waffen haben zum Beispiel Barsche.
Etwas befremdlich werden Aale und Welse auf Sie wirken. Diese Fischarten besitzen einen schlangenartigen Körper und haben keine sichtbaren Schuppen. Welse haben zusätzlich lange Barteln am Maul. Ihre Augen sind im Vergleich zu ihrer Körpergröße winzig. Dementsprechend gut sind Gehör und Geruchssinn. So befremdlich die Tiere aussehen, von den Arten unserer Breiten gehen keine Gefahren aus. Afrikanische und Amerikanische Fische ähnlichen Aussehens sollten Sie jedoch nicht versuchen zu fangen. Es könnte sich um einen so genannten Zitteraal oder einen Zitterwels handeln. Das sind zwei
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Fische
Fischarten, die mit einem unter der Haut liegenden Organ eine elektrische Spannung von mehreren hundert Volt erzeugen können.
Beim Schlachten von Aalen und Welsen ist zu beachten, dass ihr rohes Blut Entzündungen in Augen und Wunden hervorrufen kann.

Ein besonders tückisches Beispiel gefährlicher Dornen ist der Giftwels, den es sowohl im Süßwasser als auch im Meer tropischer Gegenden gibt. Seine mit Widerhaken bestückten Dornen in Rücken und Brustflossen sind mit einem starken Gift gefüllt. Die Stacheln werden bei Gefahr aufgestellt und eingerastet.
Auf den Verzehr von Fischen, die einen uns fremden Körperbau und ein untypisches Aussehen besitzen und dabei keine Aalartigen oder Welse sind, sollten Sie verzichten. Die Süßwasserfische unserer gemäßigten Gefilde sind zwar ohne Ausnahme essbar, es könnte sich jedoch um eingeschleppte Tiere handeln.

Salzwasserfische
Während Süßwasserfische in ihrer relativ sicheren Umgebung leben. bewohnen Meeresfische die großen Ozeane mit all ihren Gefahren. Im Meer hat fast jeder Fisch einen größeren Feind. Das ist im Süßwasser nicht so. Ein ausgewachsener Karpfen zum Beispiel hat kaum noch natürliche Feinde.
Ein in tropischen Gewässer lebender, extrem giftiger Fisch mit untypischem Aussehen ist der Kugelfisch. Es gibt verschiedene Variationen dieser Gattung. Wenn. Sie unsicher sind, verzichten sie unbedingt auf den Genuss des Fleisches.
Die Evolution der Salzwasserfische hingegen hat eine Fülle von ausgeklügelten Verteidigungs- und Abwehrmechanismen geschaffen. Während Meerbrassen zum Beispiel enorme Dornen als Stützen der Rückenflosse besitzen, die kaum mit denjenigen von Süßwasserbarschen zu vergleichen sind, besitzen Drachenfische wie das Petermänchen Giftstacheln in Rückenflosse und Kiemendeckeln, an denen sich der Fänger gefährliche und sehr schmerzhafte Verletzungen zuziehen kann.
Andere Tiere, wie Haie oder Muränen, besitzen ein gefährliches Gebiss, das dem leichtsinnigen Fänger Verletzungen und Infektionen oder gar Vergiftungen zufügen kann. Dies sind nur wenige Beispiele aus der
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Fische

unerschöpflichen Vielfalt der Natur. Gehen Sie beim Fang eines Meeresfisches grundsätzlich davon aus, dass er eine solche Verteidigungswaffe besitzt, auch wenn sie nicht zu sehen ist. Halten Sie den unbekannten Fisch nur mit geschützter Hand oder drücken Sie ihn mit dem Fuß gegen den Boden.
Die Gifte der Drüsen sind meist Proteinenzyme und werden beim späteren Erhitzen deaktiviert. Fische mit langen abstehenden Stacheln in allen Flossen, wie sie der giftige Feuerfisch besitzt, sollten überhaupt nicht berührt werden. Viele Rochen haben einen giftigen Dorn im Peitschenschwanz, manche Fische wie der Kugelfisch haben in Gewebe und einigen Organen starke Gifte eingelagert, die für den Menschen tödlich sind. Auf Salzwasserfische mit einer untypischen Form sollte also nicht zurückgegriffen werden, außer Ihnen ist die Fischart als essbar bekannt.
Bei Meeresfischen sind Schutzmechanismen besonders ausgeprägt. Hier sind deutlich die drei Zentimeter langen und nadelspitzen Rückenflossenstacheln zu erkennen.
Auch im Meer gibt es elektrische Fische. Sie stellen jedoch keine wirkliche Gefahr da, solange Sie sich einen elektrischen Schlag außerhalb des Wassers zuziehen. Er ist nach Angabe einer Meeresfischereibeschreibung zwar unangenehm, jedoch nicht gefährlich. Im Wasser besteht nach einem Stromschlag jedoch die Gefahr des Ertrinkens durch Schock.
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Ansonsten können Sie sich an die Beurteilungskriterien halten, die wir bei den Süßwasserfischen eingeführt haben. Zu beachten ist noch bei Knorpelfischen beziehungsweise Haiarten, dass sie giftige Stoffe im Fleisch einlagern und über die Haut ausscheiden. Das Fleisch vieler Haie schmeckt deshalb intensiv nach Ammoniak. In geringen Mengen ist es genießbar. Wer jedoch große Mengen Haifleisch bestimmter Arten verzehrt, muss mit Vergiftungserscheinungen rechnen. Lediglich die Flossen sind bei jedem Hai sicher essbar. Besonders bei manchen Rochenarten wird eine hohe Giftkonzentration beschrieben.
Dieser etwa 70 Zentimeter lange Hai aus dem indopazifischen Ozean ist essbar. Bei Exemplaren von mehreren Metern ist der Geschmack des Fleisches jedoch durch eingelagertes Ammoniak vergällt.

Fischfang
Der Fang der Fische wird sich, wie weiter oben bemerkt, zwangsläufig auf die Methoden beschränken, die Ihnen in einer Notsituation wahrscheinlich zur Verfügung stehen werden. Im Gegensatz zu Salzwasserarten sind Süßwasserfische sehr vorsichtig bei der Aufnahme von Nahrung. Da fast alle Arten unserer Breiten ein Gesichtsfeld von etwa 160 Grad besitzen und äußerst empfindlich auf Bewegung am Ufer reagieren, wird es Ihnen nahezu unmöglich sein, sich einem Fisch auf unmittelbare Distanz zu nähern. Friedfische reagieren erfahrungsgemäß sensibler als Raubfische auf von uns verursachte Erschütterungen, die in das Wasser übertragen werden. Selbst mit einer hervorragenden Angelausrüstung war das Fangen von an der Oberfläche schwimmenden Karpfen immer eine große Herausforderung gewesen. Es erforderte sogar das Tragen eines Tarnanzuges.
Zwar sind Fische, denen wir in abgelegener Umgebung begegnen, nicht ganz so schreckhaft wie die stadtnah Lebenden, doch sind viele Fangmethoden, wie wir sie in diversen Überlebenstechnikbüchern finden, in der Praxis kaum anwendbar. Ein Beispiel hierfür ist der Vorschlag, an einer Rute eine Drahtschlinge in das Wasser zu lassen und zu warten bis ein Fisch hindurch schwimmt, um dann die Schlinge herauszuziehen und so den Fang festzubinden.
Für den Nahrungssuchenden kommen nur Fangmethoden in Betracht, die mit relativ wenig Zeitaufwand realistisch zum Erfolg führen. Hierzu zählen das Angeln mit einfacher Leine, welches natürlich den Besitz von Schnur und Haken oder Hakenersatz voraussetzt, das Einfangen per Hand, mit einer Reuse oder einem Reusenersatz und das Fischen mit einem Harpunenspeer.
Das manchmal vorgeschlagene Knüpfen eines Netzes wird kaum von Interesse sein. Wenn Sie Schnur besitzen, verwenden Sie diese sinnvoller als Angelleine oder für den Vogel- oder Schlingenfallenbau.
Möglich ist das Pöddern, eine einfache jedoch spezielle Fangmethode für Aale, bei der mit auf Wollfäden gefädelten Regenwürmern gefischt wird. Auf Wolle eines aufgeriffelten Pullovers oder zum Beispiel selbst hergestellter Brennnesselschnur werden Regenwürmer der Länge nach aufgefädelt. Dieses Wurmknäuel wird mit einem Schwimmer versehen
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und versenkt. Nach einiger Zeit wird die Leine vorsichtig eingeholt. Die angelockten Aale bleiben mit ihren winzigen, nach innen gerichteten Zähnen in der Wolle hängen und können aus dem Wasser gehoben werden. Einfacher und weit effektiver ist jedoch das Speeren von Aalen bei Nacht.

Fischfang mit einer Notangel
Vorraussetzung hierfür ist zumindest der Besitz einer Angelleine. Das Herstellen einer Schnur aus Naturmaterialien ist sehr aufwendig und erfordert Werkstoffe wie Sehnen oder lange Tierhaare, die uns nur selten zur Verfügung stehen. Es ist nahezu unmöglich eine ernsthaft brauchbare Angelleine selbst herzustellen. Ein Hakenersatz lässt sich recht einfach aus Naturmaterialien herstellen. Beispiele finden Sie im Kapitel „Fallen und Behelfe”.
Es spricht nichts gegen das permanente Mitführen einer kleinen Angelausrüstung in der Jackentasche, im Survival-Kit oder in der Fernreiseausrüstung. Masse und Volumen des Angelmaterials werden vernachlässigbar gering sein. Zum Zusammenstellen der Angelausrüstung wickeln sie etwa 10 bis 20 Meter Angelleine von ca. 0.20 mm Durchmesser auf eine Unterfadenspule einer Nähmaschine. Die Leine sollte eine Reißfestigkeit von mehr als 3 Kilogramm besitzen. Zusätzlich sollten Sie mehrere dickdrahtige Angelhaken der Größe 6 bis 12 dabei haben. Wählen sie Haken mit Ösen. Der gewöhnliche Angelhaken besitzt am oberen Ende des Schenkels ein kleines Plättchen. Er wird mittels des weiter unten beschriebenen Knotens, dem ,,Spezialknoten 1″ an der Schnur befestigt. Dieser Knoten ist jedoch recht aufwendig. Außerdem erfordert seine Anwendung ein bestimmtes Maß an Übung. Aus diesem Grund ist es beim Notangeln einfacher, wenn sie Ösenhaken mitführen, die Sie mit dem einfacheren ,,Spezialknoten 2“ in die Schnur einknüpfen.
Da jeder Knoten innerhalb der Leine eine zusätzliche Schwachstelle darstellt, wird auf ein so genanntes Vorfach, ein zusätzliches Verbindungsstück zwischen Haken und Hauptschnur, verzichtet. Diese kleine Angelausrüstung wiegt nur wenige Gramm und findet sogar im Geldbeutel platz. Wir können sie außerdem auch beim Vogelfang verwenden.
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Das Angeln funktioniert prinzipiell so, dass Sie einen mit einem Fraßköder bestückten Haken in die Nähe eines Fisches befördern. Dieser Köder wird vom Fisch aufgenommen. Zum Auswerfen des Systems bietet sich an, die Leine mit einem kleinen Stein zu beschweren. Wir suchen zum Beispiel einen länglichen, wenige Gramm schweren Kiesel und binden ihn etwa einen halben Meter vor dem Haken an die Schnur. Bei fließenden Gewässern kann gewollt sein, dass der Köder unter der Wasseroberfläche treibt. Dazu wird oberhalb des Steinchens ein kleiner Schwimmer aus trockenem Holz oder einem Federkiel eingeknüpft. Je mehr Strecke das System im Fluss abtreibt, desto wahrscheinlicher ist es, dass der Köder von einem Fisch gefressen wird. Auch in Seen bietet sich das Angeln mit einem Schimmer an, wenn Sie den Köder im Freiwasser treiben lassen wollen.
Zwei verschiedene, brauchbare Notangeln für das Survival-Kit oder die Westentasche. Mehr brauchen Sie nicht, um erfolgreich zu fischen.

Beangeln Sie kleine Fischschwärme in Ufernähe, können Sie die Leine auch an einer flexiblen, mehrere Meter langen Holzrute festbinden und das System gezielt an der richtigen Stelle absetzen. Diese so genannte Stippangelei hat den Vorteil, dass kein schweres Gewicht zum Herausschleudern gebraucht wird, weshalb auch besonders scheue Fische erfolgreich beangelt werden können.
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Um das Angelsystem ohne Rute in das Wasser zu schleudern, legen Sie ein paar Meter Leine vor sich aus. Befestigen Sie das Ende am Ufer. Die Schnur muss sauber am Boden liegen können, ohne im Gestrüpp oder an Steinen zu hängen. Dies beugt Verlust und Beschädigung der Schnur vor. Nehmen Sie nun die Angelschnur etwa einen Meter vom Gewicht entfernt zischen Daumen und Zeigefinger der Wurfhand. Lassen das freie Ende an ihrem Körper vorbei rotieren. Drehsinn ist die Richtung, die Ihr ausgestreckter Daumen anzeigt, wenn die Hand am Körper herunterhängt. Nach dem die Leine einige Mal am Körper vorbeigeführt und beschleunigt wurde, wird Sie genau dann losgelassen, wenn sich der Köder im unteren Wendepunkt befindet. Schwingen Sie nicht mit dem gesamten Arm sondern drehen Sie locker aus dem Handgelenk. Mit etwas Übung können auf weite Distanzen ziemlich genau treffen.
Als Köder bieten sich Insektenlarven und Würmer an, Muscheln und Fischeingeweide, Insekten oder gebratenes Fleisch und Früchte. Versuchen Sie einen natürlichen Köder aus der unmittelbaren Gewässerumgebung zu finden. Auf diesen sind die Fische eingestellt. Wichtig ist, dass der Köder eine zähe Konsistenz hat, da er sonst beim Auswerfen vom Haken fällt oder von kleinen Fischen abgefressen wird. Wenn möglich sollte der Haken vollständig vom Köder bedeckt sein, nur die äußerste Hakenspitze darf einen halben Millimeter herausstehen. Dadurch wird ein Selbsthaken ermöglicht, wenn der Fisch den Köder wieder ausspucken will. Die Ködergröße wird nicht zu groß gewählt. Eine unnatürliche Anhäufung von Nahrung macht den Fisch nur misstrauisch.
Die Größe der gewünschten Fische ist beim Angeln mit der Leine etwa hand- bis ellenlang und zwischen 200 Gramm und einem Kilogramm schwer. Bei größeren Exemplaren ist der Fangerfolg durch Schnurbruch gefährdet.
Nach dem Auslegen der Leine müssen Sie sich etwas in Geduld üben. Am besten setzen Sie sich so an das Ufer, dass Sie vom Wasser aus nicht gesehen werden können. Nehmen Sie die Leine zwischen zwei Finger. Wenn ein Fisch den Köder aufnimmt, werden Sie es an leichten Vibrationen in der Schnur spüren. Danach wartet man noch einen Moment und holt die Schnur ruckartig ein. Durch diesen Zug wird der Haken im Fisch festgesetzt. Die Hakenspitze bohrt sich nun in das Fleisch und wird durch einen Widerhaken gegen das Herausfallen gesichert. Jetzt kann der Fisch so vorsichtig wie möglich an Land
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gezogen werden. Dabei ist zu beachten, dass der Fliehende hohe Kräfte aufbringen kann. Die Fluchtversuche werden immer Schubweise auftreten. Wenn der Fisch versucht zu fliehen, lassen Sie ein wenig Schnur frei. Andernfalls droht ein Reißen der Schnur oder Ausschlitzen des Hakens aus dem Fleisch. Wenn der Zug schwächer wird, holen sie wieder Leine ein. Bei schwachen Fischen wird dieses stückweise Einholen und wieder Freilassen, das so genannte Drillen, überflüssig sein. Sie lassen sich normalerweise einfach aus dem Wasser heben. Wickeln Sie jedoch unter keinen Umständen die Angelschnur um die Hand oder um einen Finger. Selbst bei leichtem Zug schnürt der dünne Faden ein und schneidet wie ein Messer in die Hand. Mit genügend Pech können Sie auf diese Weise ein Fingerglied verlieren.
Da das Angeln mit der Leine ein wenig Erfahrung erfordert, sollten sie mit verschiedenen Ködern und Tiefen experimentieren, um die in ihrer Situation effektivste Methode zu entdecken.
Handfang
Eine ungewöhnliche Methode Fische zu fangen, die außerdem sehr zeit- und energieaufwändig ist, stellt der Handfang dar. Den Handfang kann man sich nicht so effektiv vorstellen, wie Bären uns den Fang von Lachsen vormachen. Außerdem birgt er auch ein gewisses Verletzungsrisiko. Die Anwendung beschränkt sich auf ufernahe und sehr flache See- oder Flussabschnitte wie zum Beispiel Schilfregionen oder kleine Nebenbäche. Der Wasserstand sollte Knöchelhöhe nicht weit übersteigen. Auch ausgewaschene Lehmufer kleinerer Flüsse können die Möglichkeit eines Handfanges bieten. Im Meer wird er jedoch kaum den gewünschten Erfolg liefern. Hier beschränke sich der ökonomisch denkende Leser auf das Sammeln von Muscheln und Wasserschnecken, Kopffüßern oder Krebsen.
Es sei angemerkt, dass es immer riskant ist mit den ungeschützten Händen unter Steine und in kleinen Aushöhlungen zu fassen. Ferner stellt das Stehen in kaltem Wasser einen Wärme- und somit auch Energieverlust für den Körper dar, der durch zusätzliche Nahrung ausgeglichen werden muss. Aus diesem Grunde sollte diese Methode nur bei reellen Erfolgschancen angewendet werden. Wenn kein Fisch zu fangen war, sollte zumindest dieser Energieverlust durch Krebse, Wasserschnecken oder Muscheln ausgeglichen werden.

Die Fische, die sich von Hand fangen lassen, werden in der Regel nicht sehr groß sein. Jedoch sind oft schon Energiegehalt und Geschmack des Fleisches ausreichende Gründe für den Versuch. In Seen wird es sehr schwierig sein, Fische ohne Werkzeug zu fangen. Bei Sonnenschein und klarem Wasser können Sie manchmal kleine Schwärme von Barschen oder Weißfischen in Ufernähe stehen sehen. Sobald Sie in das Wasser steigen, werden die Fische verschwinden. An sehr flachen Sandufern können Sie versuchen einzelne, ruhig im Wasser stehende Exemplare Richtung Ufer zu treiben. Erst wenn der Rücken des Fisches die Wasseroberfläche durchbricht, besteht die Aussicht den Fisch an Land zu bekommen. Er wird versuchen durch Hakenschlagen an Ihnen vorbei, das freie und sichere Wasser des Sees zu erreichen. Das wollen Sie verhindern, in dem Sie schnell reagieren und den Fisch durch wiederholtes Abschneiden des Fluchtweges in Bedrängnis bringen.
Hin und wieder ist es mir schon vorgekommen, dass eines der so gejagten Wassertiere in Panik an das Ufer springt. Meistens jedoch werden getriebene Fische einen letzten Ausfallversuch in die Richtung des Fängers unternehmen, sobald sie Boden unter ihrem Bauch spüren. Meistens ist der Fänger darauf nicht vorbereitet. Aus diesem Grund halten Sie schon ein Kleidungsstück wie etwa ein Hemd bereit, um es über den Fisch zu werfen und gegen den Boden zu drücken. Haben Sie kein Stoffstück zur Verfügung, müssen Sie versuchen mit den Händen zu einer Schaufel geformt, den Fisch an Land zu spülen beziehungsweise zu werfen.
Mit ein wenig Glück können Sie auch größere Fische wie Karpfen per Hand fangen, wenn diese aus dem Freiwasser in das flache Uferwasser zum laichen kommen. Im Frühsommer lassen sich hin und wieder die großen, dunklen Körper laichender Karpfen in flachen Schilfregionen beobachten. Manchmal kommen sie sogar so nah an das Ufer heran, dass sie mit dem Bauch aufliegen und sich nur mit viel Mühe und kräftigen Schlägen befreien können. In diesem Fall bietet sich auch die weiter unten beschriebene Fangmethode, das Harpunieren, an
In kleineren und klaren Bächen sind die Erfolgsaussichten weit größer. Die meisten natürlichen Bäche haben einen abwechslungsreichen und kurvigen Verlauf, wobei sich Wassertiefe und Grundbeschaffenheit ständig ändern. In diesen sauerstoffreichen Gewässern kommen häufig Forellen, Saiblinge oder Äschen vor. Diese Fischarten besitzen nicht nur
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hervorragendes Fleisch, sondern sie eignen sich aufgrund ihrer Größe auch noch als vollständige Mahlzeit.
Die Lebensweisen dieser Fischarten sind ähnlich. Sie ernähren sich von Insekten, die auf die Wasseroberfläche fallen und von kleineren Artgenossen. Zumeist stehen sie am Uferrand, bevorzugt unter überhängendem Bewuchs oder in Auswaschungen. Wenn der Fluss Stellen aufweist, an denen das Wasser nicht tiefer ist als 15 Zentimeter, bietet sich eine andere Fangmethode an, die mit etwas Geschick in aller Regel zum Erfolg führt. Sammeln Sie in der Umgebung größere Steine. Achten Sie hierbei darauf, dass Sie nicht zu nah am Ufer entlang laufen, damit die Fische nicht vertrieben werden. Mit den Steinen sperren Sie das Flussbett ab. Und zwar so, dass zwar Wasser durch die Zwischenräume hindurch fließen kann, größere Fische jedoch zurückgehalten werden. Wenn es die äußeren Umstände erlauben, empfiehlt es sich die Sperrung keilförmig, mit der Spitze flussaufwärts, zu legen. Dem Fang werden so seitliche Fluchtmöglichkeiten verbaut. Die Fische werden in diese Sperre hineingetrieben.
Während meiner Zeit als aktiver Sportangler bemerkte ich immer wieder, dass aufgeschreckte Fische paradoxerweise flussaufwärts, also gegen die Strömung fliehen. Dieses Verhalten machen wir uns zu Nutze, indem wir die Fische gegen die Strömung treiben und so das natürliche Fluchtverhalten verstärken. Wenn Sie in Strömungsrichtung treiben würden, wäre es wahrscheinlicher, dass der potentielle Fang einen Fluchtversuch über eine Seitenflanke unternimmt.
Zum Treiben steigen Sie sich etwa fünfzig Meter flussabwärts in den Bach und laufen zu ihrer Sperre. Dabei ziehen Sie die Beine so durch das Wasser, dass ein starkes Strömungsgeräusch entsteht. Laufen Sie in Kurven vom einen Ufer zum anderen, um auch Fische aufzuschrecken, die unter der Böschung stehen. Wenn Sie die Sperre erreicht haben, schließen Sie die untere Öffnung mit Steinen und treiben die darin gefangenen Fische in die obere Ecke. Dort werden sie in Panik geraten und versuchen durch Hakenschlagen an Ihnen vorbei zu kommen. Schränken Sie die Fluchtmöglichkeit immer weiter ein, bis Sie in der Lage sind einen Fisch zu erhaschen. Greifen Sie diesen am Kopf, in dem Sie die Kiemendeckel seitlich eindrücken. Am Rumpf gepackt, wird Ihnen der Fang schnell entgleiten. Ergibt sich keine Möglichkeit einen Griff am Kopf zu finden, schleudern Sie den Fang so schnell und weit wie möglich an das Ufer. Wenn Sie stationär an einem Bach lagern,

können Sie diese Großreuse auch aus Holzruten und Pfählen errichten. Abends öffnen Sie diese Fischfalle in der Mitte, damit der natürlichen Fischbewegung keine Hindernisse gesetzt werden und Sie den Fang täglich wiederholen können.
Eine weitere, jedoch nicht ganz ungefährliche Prozedur ist das Abtasteten von Auswaschungen und Überhängen in mittelgroßen Bächen. Unter überhängendem Bewuchs und kleinen Stein-, Wurzel- oder Erddächern halten sich gerne Fische auf. Wird ein dort Ruhender gestört, flieht er zumeist nicht, sondern verhält sich ruhig und zieht sich weiter in seinen Schutzraum zurück. Sie können den Ausgang einer kleinen Höhle mit beiden Händen versperren, wobei die Finger abgespreizt werden, um so viel Fläche wie möglich zu kontrollieren. Fassen Sie nun immer weiter hinein. Wenn das innere Ende erreicht wird, führen Sie die Fingerspitzen an der Decke entlang zum Ausgang zurück. Wenn sich ein Fisch in dem Loch befindet, werden Sie es spätestens jetzt spüren. Fühlen Sie einen, versuchen Sie ihn so rasch und fest wie möglich zu umkrallen, indem Sie ihn zunächst an eine Wand pressen und mit den Fingern die Kiemendeckel eindrücken.
Sicherlich wird Ihnen nicht entgangen sein, dass diese Ausspülungen und Höhlen besonders gerne auch von Ratten, Schlangen und anderen potentiell gefährlichen Tieren als Schutz- und Wohnraum verwendet wird. Da wir zumeist mit ungeschützten Fingern arbeiten, besteht ein gewisses Verletzungsrisiko durch eines dieser Bewohner. Greifen Sie auf diese Fangmethode also nur zurück, wenn keine andere den gewünschten Erfolg verspricht.
Reusenfang
Beim Fang von Fischen wird häufig auf eine Reuse zurückgegriffen. Beim Reusen- und später auch beim Fallenbau ist es notwendig, dass Sie sich vorher die wichtigsten Fertigkeiten wie zum Beispiel der Schnurproduktion und des Flechtens von Körben angeeignet haben. Diese Grundfertigkeiten zu lehren ist nicht Sinn dieser Abhandlung. Der Bau einer Reuse wird jedoch im Kapitel Fallen und Behelfe” beschrieben.
Eine Reuse besteht in der Regel aus einem röhrenförmig aufgespannten Netz, dessen Enden zu nach innen gerichteten Trichtern gebunden wurden. Diese Röhre wird mit Ködern bestückt und im Wasser platziert.

Fische werden vom Köder angezogen und schwimmen in den Innenraum der Reuse, von wo aus sie den Ausgang aufgrund seiner geometrischen Besonderheit nicht mehr finden. Die Reuse wird nach einigen Stunden angehoben und die darin gefangenen Fische entfernt. Industriell gefertigte Reusen werden aus dünner Nylonschnur oder Draht hergestellt. Unsere Reuse beziehungsweise unser Reusenersatz wird aus Binsen, Weidenruten oder ähnlichem bestehen.
Eine Reuse zu bauen ist zeitaufwändig. Sie kann jedoch sehr hilfreich beim Fang von Fischen und Krebsen sein.
Es gibt außerdem noch eine weitere Methode, eine einfache Reuse herzustellen, bei der Sie auf die oben geforderten Fertigkeiten verzichten können. Da Ihnen in einer Notsituation kein Netz zur Verfügung steht, sind Sie gezwungen, das zu verwenden was Sie finden oder besitzen. Eine gute Fischfalle ist die so genannte Flaschenreuse. Jene wird aus einer dieser leeren Kunststoffflaschen hergestellt, wie sie heute leider an fast allen Stränden der Welt angespült werden.
Aufgrund des sicheren Vorkommens können wir sie nahezu als natürliche Ressource bezeichnen. Es sei hier ausdrücklich erwähnt, dass. eine solche Flasche in Notsituationen wertvoller zum Sammeln und
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Speichern von Wasser denn zum Fischfang ist. Die Herstellung ist denkbar simpel und wird hier deshalb kurz beschrieben. Der Flaschenhals wird mit einem scharfen Stein oder einem Messer an der Stelle abgetrennt, wo der Konus den Durchmesser des Flaschenkörpers erreicht. Der Flaschenhals wird verkehrt herum wieder in diese Hülse geschoben und festgeklemmt. Die so entstandene und beköderte Reuse ist eine effektive Falle für Fische, deren Dicke den Durchmesser des Einganges nicht überschreitet. Sie können den Hals auch etwas erweitern, was Ihnen die Möglichkeit zum Fang größerer Fische bietet, jedoch auch das Fluchtrisiko der Kleineren erhöht.
Selbst wenn wir auch davon ausgehen, dass wir weder eine Flasche noch netzartiges Material finden, werden wir wahrscheinlich noch unsere Kleidung besitzen. Da die meisten Gewebe nicht durchsichtig sind und keine netzartige Struktur haben, können wir uns keine richtige Reuse bauen. Der Eingang unserer Falle muss frei und groß sein, damit ihn die Fische überhaupt finden. Das hat zur Folge, dass wir den Reusenersatz aktiv betreuen müssen. Aus einem an Kragen und Ärmeln verschlossenen Hemd, flexiblen Holzruten und mit etwas Geschick können Sie sich einen kleinen Kescher herstellen. Da sich das Wasser jedoch im Gewebesack anstaut, wird es sicher schwierig sein, Fische durch Abschöpfen einzufangen. Der Wasserwiderstand wird die Kescherbewegung zu sehr bremsen. Also müssen entweder Löcher in den Stoff schneiden oder den Fisch in unseren Kescher locken. Ich nehme an, dass Ihnen die zweite Methode angenehmer ist, da unbeschädigte Kleidung im Notfall wichtige Überlebensgrundlage sein kann. Ich habe verschiedene Methoden getestet, von der sich eine im Süßwasser genauso erfolgreich darstellte wie im Meer.
In ufernahem Wasser, am besten nicht weiter als einen Meter vom Rand entfernt, wird das Hemd so aufgestellt, dass es eine Höhle bildet. Ihr Eingang sollte etwas kleiner sein als die größte Höhe. Als Stützen verwenden Sie dünne Holzstäbchen oder Vergleichbares. In diese Höhle legen Sie den Köder. Beobachten Sie nun den Eingang. Wenn der richtige Köder gewählt wurde, werden nach kurzer Zeit die ersten Fische erscheinen. Diese werden die Höhle begutachten, sich jedoch noch nicht hineintrauen. Das Verhalten der Fische ist meistens das Folgende: Irgendwann wird der Erste hinein schwimmen, etwas vom Köder schnappen und wieder fliehen. Das geschieht mehrere Male, bis sich ein weiterer Artgenosse hineintraut. So geht das Schauspiel immer weiter, bis die Höhle als sichere Nahrungsquelle angenommen wird. Oft dauert
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es nicht länger als zehn Minuten. Zu dem Zeitpunkt, zu dem sich die meisten Fische im aufgespannten T-Shirt befinden, werfen Sie einen Stein mit Wucht vor den Ausgang. Die Fische werden in Panik in die vermeintlich sichere Höhle flüchten und dort ohne jede Orientierung versuchen, einen zweiten Ausgang zu finden. In diesem Moment springen sie in das Wasser und drücken den Eingang gegen den Boden und verschließen so die Falle.
In Gewässern, in welchen Fische weniger Scheu vor dem Menschen zeigen, entdeckte ich eine ähnliche, durchaus amüsante Methode. Ich stand direkt neben der Falle und beobachtete die Fische, wie sie sich um den Köder stritten. Ich tauchte ab, bis ich mit dem Gesicht etwa einen halben Meter vom Eingang entfernt war und stieß einen lauten Schrei unter Wasser aus. Alle in der näheren Umgebung des Einganges schwimmenden Fische flohen in diesen Reusenersatz, den ich zum Leeren nur noch aus dem Wasser heben musste. Mit dieser Methode fing ich in der gleichen Zeit weit mehr als mit einer Angelleine.
Der Köder, der zum Bestücken von Reusen oder ähnlichen Fischfallen verwendet wird, unterscheidet sich grundlegend vom Köder zum Angeln mit Haken. Währen Köder zum Angeln zäh sein sollten, muss das Lockmittel in Reusen so fein wie möglich zerfallen. Grund ist folgender: Die Reuse macht den Fisch misstrauischer als ein Angelhaken. So muss die Lockwirkung größer sein. Diese wird verstärkt, wenn der Fisch schon in einiger Entfernung feinste Partikel fressen kann. Außerdem besteht bei solchen Ködern nicht die Gefahr, dass sie in einem Stück aus der Reuse getragen und dort gefressen werden. Beispiele für geeignete Köder sind zerschlagene Seeigel, Fischlaich oder zerstampftes Fischfleisch. Desto ansprechender der Köder für die Fische ist, desto sicherer wird der Fangerfolg sein.
Der Fang mit einem Harpunenspeer
Der Harpunenspeer ist für den Notnahrungssuchenden eine vielseitig verwendete Jagdwaffe. Die Herstellung eines solchen wird weiter unten genau beschrieben. Es sei erwähnt, dass das Harpunieren eines Fisches selbst für den Geübten eine große Herausforderung darstellt. Um diese Methode im Ernstfall trotzdem sicher anwenden zu können, sollten Sie deshalb diese Jagdmethode regelmäßig üben.

Der Fisch ist uns gegenüber weit im Vorteil. Sein Element bietet einen größeren physikalischen Widerstand als Luft, was uns am einfachen Zustechen mit dem Speer hindert.
Im Vergleich zu Luft hat Wasser außerdem einen anderen Lichtbrechungsindex, der uns über den tatsächlichen Standort unserer Beute täuscht.
Es gibt zwei Methoden einen Fisch effektiv zu harpunieren. Die eine ist das Speeren von im Freiwasser stehenden Exemplaren. Diese Technik setzt den Besitz einer besonders langen und scharfen Harpune mit sicheren Widerhaken und einer Schusseinheit, des Bogens, voraus. Jene andere Methode ist das Harpunieren von am Grund jagenden oder bei Nacht ruhenden Fischen. Da wir uns bei dieser Möglichkeit dem Fisch dicht annähern können, verspricht sie Erfolg.
Die Fischhaut ist bei vielen Arten gegen äußere Einflüsse durch eine Schicht von Schuppen geschützt. Da der im Freiwasser stehende Fisch nur den Wasserwiderstand seiner Flanke bietet, muss der Harpunenspeer auf eine große Geschwindigkeit beschleunigt werden, um diese Schutzschicht zu durchdringen. Wer schon einmal mit einer Druckluft- oder Gummizugharpune gejagt hat, weiß wie viel Energie in diesen Waffen steckt. Die Methode mit Harpunenspeer und Bogen zu fischen, wird von vielen Ureinwohnern angewendet. Diese Menschen sind im Gegensatz zu uns Zivilisationsmenschen jedoch von Geburt an mit dieser Jagdmethode vertraut. Prinzipiell funktioniert sie so, dass der Jäger von einem Boot oder vom Ufer aus den Fisch anvisiert. Dabei beachtet er, dass das Wassertier durch die optische Verzerrung, der so genannten Parallaxe, tatsächlich nicht dort steht wo er ihn sieht. Uns scheint es so, als ob der Fisch näher unter der Wasseroberfläche schwimmt als es der Fall ist. Deshalb zielt man etwas unter den Fisch. Je flacher der Blickwinkel zur Wasseroberfläche ist, desto stärker ist diese Verzerrung. Wenn Sie sich also senkrecht über dem Fisch befinden, sehen Sie ihn an seiner tatsächlichen Stelle.
Nun können Sie sich vorstellen, weshalb einige Erfahrung notwendig ist, um die Mahlzeit auf diesem Wege zu erhalten. Sie können vorsichtig versuchen die Harpunenspitze in das Wasser einzutauchen und vor den Fisch zu führen. Der potentielle Fang wird jedoch häufig die sanfteste Bewegung der Wasseroberfläche mit seinem Seitenlinienorgan registrieren und fliehen.

Haben Sie gezielt, spannen Sie den Bogen und schießen. Versuchen Sie dabei immer die Seite zu treffen. Dort bietet der Wasserwiderstand die größte Gegenkraft. Außerdem ist das Gewebe im Bauchraum besonders weich und einfach zu durchdringen.
Zum Üben zu Hause sollten Sie bitte keine Fische jagen, sondern kleine Fischattrappen. Binden Sie zum Beispiel ein Styroporstückchen an das eine Ende einer Leine und ein Gewicht an das andere. Versenken Sie das System so, dass die Attrappe unter der Oberfläche schwimmt und bejagen diese.
Aufgrund der unterschiedlichen optischen Dichten von Wasser und Luft kommt es zu Parallaxen. Von oberhalb der Wasseroberfläche betrachtet ist der tatsächliche Standort der Beute verfälscht.
Eine einfachere, und trotzdem effektive Methode ist das Speeren bei Nacht. Fische, die in der Dunkelheit aktiv werden, lassen sich mit Licht anziehen und blenden. Sie sind für uns eine leichte Beute. Auch auf flachen Sandbänken und in Strandnähe versammeln sich bei Dunkelheit
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viele kleinere bis mittelgroße Fische, die träge über dem Grund stehen. Vor allem Aale lassen sich oft beobachten, wie sie sich in großen Mengen zwischen den kleineren Fischen winden und jagen. Liegt diese Situation vor, befestigen Sie am besten eine So genannte Aalstecherspitze auf dem Speer. Diese hat zwei Zinken und einen mittleren Dorn. Der Fisch wird durch die beiden Zinken festgehalten und auf den Dorn geleitet, wo er aufgespießt wird.
Besitzen Sie eine Lampe oder Fackel, so lassen sich Fische am Widerschein der Augen und Schuppen erkennen. Wenn möglich, jagen Sie im Team, wobei ein Helfer leuchtet und der andere harpuniert. Sind Sie zudem im Besitz einer Taucherbrille oder einem Ersatz, ist der Jagderfolg so gut wie sicher. Sie können bis auf wenige Zentimeter an die Fische herantauchen. Versuchen Sie diese mit der Speerspitze von oben nach unten aufzuspießen, indem Sie den Speer in den Sandboden stoßen. Auch von einem Floos oder Boot aus funktioniert diese Methode gut.
Achten Sie besonders beim Speeren darauf, dass verletzte Tiere unverzüglich getötet werden. Wenn Sie nicht in einer akuten Notsituation sind, sollten Sie diese Fangmethode nicht anwenden, da sie mit großen Schmerzen der Tiere verbunden ist. Im Ozean ist ferner zu beachten, dass beim Harpunieren austretendes Fischblut Haie und andere große Räuber anlocken kann. In tropischen Meeren gibt es immer wieder Haiunfälle mit unvorsichtigen Harpunenfischern.
Angeln mit Ausrüstung
Neben der dem Fischfang mit Behelfen oder Minimalausrüstung im Notfall bietet sich auf Expeditionen in vielen Regionen der Erde das Fischen zur Ergänzung der Nahrungsvorräte an. So zum Beispiel auf Reisen in Skandinavien. Oft können Fische für Sie sogar ein Hauptnahrungsmittel darstellen. Sie sollten deshalb grundlegende Angeltechniken beherrschen.
Ausrüstung
Zu Mitnahme auf eine Reise eignet sich besonders eine kleine, moderne Teleskoprute mit so genannter Stationärrolle. Während sich viele Angler darüber streiten, ob das Angeln mit Teleskop-, Fliegen-, oder Steckrute und Multi-, Kapsel-, oder Stationärrolle am sinnvollsten ist, rate ich auf Reisen aus Erfahrung zu einer „,Blinkerrute” mit „,Wurfgewicht“ von 60
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bis 80 Gramm und einer Länge von 2,40 Meter bis 3 Meter. Länger sollte sie nicht sein, da sonst die Handhabung unter überhängenden Bäumen am Gewässer zu schwierig ist. Gründe eine Rute zu benutzen sind vor allem die Möglichkeit weiter und gezielter Auswürfe, besserer Kontrolle über einen gefangenen Fisch, sowie einfache Koordination der Angelleine. Ein weiterer Vorteil liegt im Anschlagen. Sind Sie der Meinung, dass ein Fisch den Köder aufgenommen hat, spulen Sie die Schnur so weit auf, dass die sie leicht angespannt ist und reißen die Angelrute nach oben, um den Haken fest zu setzen. Eine Teleskoprute wird ausgefahren, indem erst das oberste Segment ausgezogen wird und dann nacheinander die anderen. Zum Zusammenschieben wird zuerst das unterste eingefahren.
Um das Packmaß so klein wie möglich zu halten, ist es von Vorteil wenn sich das unterste Segment mit den größten Schnurführungsringen zusammenschieben lässt. Als „Hauptschnur” für unterschiedliche Angelmethoden verwende ich 0,30 mm bis 0,35 mm dicke Nylonschnur. Die Angelrolle sollte von dieser Schnur zwischen 200 und 300 Meter fassen können.
Eine ausschaltbare Rücklaufsperre und eine Schnurbremse an der Angelrolle sind vorteilhaft. Die Rücklaufsperre verhindert, dass die Rolle während dem Drillen eines Fisches unkontrolliert zurückschlägt und Schnur frei lässt; es ist bei eingeschalteter Rücklaufsperre nur Aufspulen möglich. Während dem Angeln bleibt sie gewöhnlicher Weise eingeschaltet. Die Schnurbremse besteht aus einem System von Plättchen, die einen gleichmäßigen Reibungswiderstand aufbauen. Die Widerstandsstärke wird an einem Knopf in der Spulenachse eingestellt. Stellen Sie die Bremse so ein, dass der Maximalzug, der sich aufbauen kann, die Stärke des Vorfaches nicht übersteigt. So ist sichergestellt, dass selbst bei starken Fischen die Schnur nicht reißt, da die Schnurbremse ab einem bestimmten Zug Schnur freilässt.
Zum Auswerfen der Angel klappen Sie den Schnurfangbügel zurück, nachdem Sie das Abfädeln der Schnur durch den Zeigefinger der Wurfhand blockiert haben. Nun holen Sie mit der Angelrute aus und beschleunigen durch einen runden Schwung die Angelmontage. Wenn die Angelspitze auf die Stelle zeigt, in deren Richtung geworfen werden soll, strecken Sie den Zeigefinger und lassen die Schnur von der Spule fallen. Mit etwas Übung können Sie so das gewünschte Ziel aus weiter Distanz präzise beangeln.

Da der Verlust von zum Beispiel Angelhaken durch Verhaken in Gestrüpp oder am Gewässerboden häufig ist, erscheint das Mitführen eines Materialvorrates ratsam. Auf einer über einen Monat dauernden Expedition, während der hauptsächlich auf Fische als Nahrung zurückgegriffen werden soll, würde ich etwa folgendes mitnehmen:

·
je 15 Haken der Größen 10 und 4.
je 30 Haken der Größen 8 und 6.
etwa 30 Wirbel mit Karabinern
einige Bleiperlen mit 5, 10 und 15 Gramm Gewicht einen mit 2 bis 5 Gramm vorbebleiten Schwimmer 25 Gramm in Salz getrockneten Fischdarm
einen Spinner der Größe 3 oder 4
Außerdem werden einige Meter einer Angelschnur benötigt, die etwa 0,05 mm dünner als die Hauptschnur ist. Sie wird am besten auf einem kleinen Röllchen aufgewickelt. An diese so genannte Vorfachschnur werden später die Angelhaken geknüpft. Hängt ein Angelhaken während dem Fischen unwiederbringlich im Boden fest, reißt diese dünnere Vorfachschnur und nicht die Hauptschnur. Verloren geht dabei lediglich der Haken.
Den Fischdarm transportieren Sie am besten in einer luftdicht abschließbaren Box mit etwa 50 Gramm Salz. Der Darm fermentiert und wird tranig. Durch diesen Geruch ist der Darm ein vorzüglicher Köder für nahezu alle Fischarten. Schneiden Sie zum Angeln ein kleines Stückchen heraus und fangen damit den ersten Fisch. Dessen Organe können Sie zum weiteren Angeln verwenden. Wenn Sie das Angeln einstellen, füllen Sie den ,,Unendlichvorrat” wieder, um beim nächsten Mal wieder Köder zu besitzen. Außerdem lässt sich eine Vielzahl natürlicher Köder in und am Gewässer finden.
Knoten
Für alle Angeltechniken sind im Grund zwei Spezialknoten ausreichend. Einen zum Befestigen eines Angelhakens an einer Schnur, den anderen zum Einbinden von Ösen in das Ende einer Leine.
Die meisten Haken, die Sie aus dem Fachhandel beziehen, besitzen am Hakenschaft, dem Schenkel, ein gewalztes Plättchen.

Nehmen Sie für den ..Spezialknoten 1″ den Haken zwischen Zeigefinger und Daumen einer Hand und legen die Vorfachschnur am Schenkel vorbei, dass sie etwa 10 cm übersteht.
Nun legen Sie eine Schlafe, in dem das Ende der Vorfachschnur in Richtung Schenkelplättchen zurückgelegt wird. Halten Sie nun die Schlaufe fest und wickeln das freie Ende 5-10 Mal um Schenkel und Schlaufe, so dass die Wicklungen sauber nebeneinander liegen.
าร
Spezialknoten 1 zum Einbinden eines Hakens an ein Vorfach.
Das Ende wird durch die Schlaufe gezogen. Feuchten Sie den Knoten mit etwas Speichel an und ziehen ihn vorsichtig zu. Beachten Sie, dass er dabei nicht über das Plättchen rutscht. Üben Sie den Knoten am

besten zuerst an Haken der Größe 1 oder 2 mit 0,50 mm Nylonschnur und später an kleineren Haken. Das Ende wird etwa einen halben Meter vor dem Haken gekappt und mit einer doppelt gelegten Schlaufe
versehen.
Spezialknoten 2 wird verwendet, um Ösen in das Leinenende einzuknoten.
Um Ösen jeglicher Art in das Ende einer Leine einzuknüpfen, verwenden Sie den folgenden, leicht zu merkenden Knoten. Fädeln Sie die Schnur durch die Öse und lassen wieder etwa 10 cm überstehen. Dieses Ende wird zur Leine zurückgelegt und festgehalten.
Nun wird die Öse axial zur Leine gedreht, so dass die Schnurenden 5- 10 Mal verdrillt sind. Das kurze Ende wird nun durch die letzte Schlaufe

vor der Öse gelegt und noch einmal in die dadurch entstehende Schlinge zurückgeschlagen. Nach dem Anfeuchten kann der Knoten zugezogen werden. Überstehende Enden werden abgeschnitten.
eine
Mit diesem Vorwissen sind Sie nun in der Lage durch sinnvolles hintereinander legen der mitgeführten Komponenten funktionierende Montage zusammenzusetzen.
Grundangeln
Eines der am häufigsten angewendeten Angeltechniken an Gewässern mit unbekannter Tiefe ist das Grundangeln. Mit der so genannten Grundmontage lassen sich nahezu alle Fischarten erfolgreich fangen. Der beköderte Haken wird hierbei mit einem Blei auf den Grund des Gewässers versenkt.
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Die Grundmontage besteht aus Durchlaufblei, Wirbel und Haken.
Hierzu fädelt man eine Bleiperle auf die Hauptschnur auf und befestigt mit Spezialknoten 2 einen Wirbel. In diesen wird die Schlaufe des Vorfaches eingehängt. Dadurch dass die Hauptschnur frei durch die Bleiperle rutschen kann, gibt der Zug nach, wenn ein Fisch mit dem Köder im Maul fort schwimmt. Da er keinen Widerstand fühlt, ist es
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wahrscheinlicher, dass der Köder geschluckt wird. Diese Montage wird an beruhigten Bereichen in Fließgewässern oder in Seen verwendet. Nach dem Auswerfen prüfen Sie hin und wieder vorsichtig durch sanften Zug auf die Leine, ob ein Fisch den Köder geschluckt hat.
Angeln mit Schwimmer
Besonders zum Fischfang in Fließgewässern oder am Rand eines Sees bietet sich das Angeln mit einem Schwimmer, auch Floß oder Pose genannt, an. Ein besonderer Vorteil ist bei dieser Angelweise, dass der Köder in einer bestimmten Höhe über dem Gewässerboden angeboten werden kann und nicht im Schlick versinkt, wie es beim Grundangeln geschehen kann.
Meistens wird ein Schwimmer verwendet, der durch zusätzlich am Vorfach angebrachte Bleie so austariert ist, dass er senkrecht im Wasser steht. Jeder Schwimmer benötigt jedoch ein anderes Gewicht um korrekt austariert zu sein. Man müsste auf der Reise eine Auswahl an so genannten Spaltbleien mitführen, die während dem Angeln recht häufig verloren gehen. Deshalb ziehe ich unterwegs für diesen Einsatz ,,vorbebleite” Schwimmer vor. Das sind Posen, die durch angeschraubte Metallblättchen schon austariert sind. Zwar entsteht der Nachteil, dass der Köder langsamer absinkt, jedoch wird dies damit vergolten, dass weniger Ausrüstung mitgeführt werden muss.
Außerdem sollte der Schwimmer eine so genannte feststehende Pose sein. Das bedeutet, dass der Angler die Pose an der Schnur festklemmt. Auch hier ist der Grund die Ausrüstung so einfach und unkompliziert zu belassen. Für so genannte frei laufende Posen würden zusätzlich Stopper und Durchlaufperlen benötigt werden. Das vorbereitete System wird in das Wasser geworfen.
Wenn Sie kleine Fische am Ufer beangeln, wenden Sie am besten die oben im Absatz „Fischfang mit einer Notangel” beschriebene Stippangelei an. Ob ein Fisch den Köder aufgenommen hat, erkennen Sie an einem anfänglichen Zucken und Abtauchen des Schwimmers. Wenn die Pose deutlich nach unten gezogen wird, ist es an der Zeit anzuschlagen.

Mit einer vorbebleiten Pose lässt sich einfach eine Schwimmermontage fertigen.
Angeln mit Kunstködern
Viele Fische, die sich hauptsächlich von tierischer Nahrung ernähren, auch Raubfische genannt, lassen sich vorzüglich mit Kunstködern fangen. Unter Kunstködem versteht man Imitationen von Tieren wie zum Beispiel Insekten oder Fischen. Fischarten, die mit Kunstködern einfach zu fangen sind, sind Hechte. Forellen und Barsche. Der besondere Vorteil besteht darin, dass Sie innerhalb kurzer Zeit Fangerfolg haben können.
Auch scheue Exemplare, die nur mit Vorsicht den Köder aufnehmen, lassen sich so überlisten. Grund dafür ist, dass auf die Wasseroberfläche gestürzte Insekten oder verletzte Fische nachgeahmt werden. Einige High-Tech-Köder senden durch Schwingungen und Schall spezielle Schlüsselreize aus. Der Nachteil ist jedoch, dass sich mit Kunstködern keine Friedfische, also Fische, die sich hauptsächlich von Pflanzen ernähren, fangen lassen.
Die Montage für Kunstköder ist denkbar einfach. An das Ende der Leine wird mit Spezialknoten 2 ein Wirbel mit Karabiner geknotet. Dies ist wichtig, da viele Kunstköder rotieren und die Schnur nach wenigen Auswürfen stark verdrillt wäre. In den Karabiner des Wirbels wird nun der Kunstköder eingehängt.

Mit einem Stückchen Dosenblech lässt sich ein Raubfischköder herstellen.
Wenn Sie große Raubfische wie Hechte beangeln, müssen Sie noch ein so genanntes Stahlvorfach zwischen Kunstköder und Karabiner schalten. Ohne dieses etwa 15 cm lange Stückchen Stahldraht würde die Hauptschnur einfach durchgebissen werden.
Zwei aus Fasern eines Seiles und Federn nachgestellte Insekten: Ein Schmetterling (links) und eine Heuschrecke (rechts).
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Um mit Kunstködern zu angeln, werfen Sie diese Montage aus und ziehen sie wieder ein. Das wiederholen Sie an verschiedenen Stellen des Gewässers einige Male. Wenn der Köder durch das Wasser gezogen wird, bewegt er sich so wie ein Tier. Sie können versuchen durch unregelmäßiges Einziehen und kurzweiligen Abstoppen die Reizwirkung zu verstärken. Verschiedene Köder verhalten sich dabei unterschiedlich.
Bei einem so genannten Spinner rotiert ein kleines Metalllöffelchen.. Wobbler, meist Fischnachbildungen, beginnen sich naturgerecht wie ein Fisch zu bewegen. So vielfältig die Auswahl ist, so verschieden sind die Anwendungsbereiche. Die beste Abdeckung aller Bereiche wird meiner Meinung nach durch einen hellen Spinner der Größe 3 oder 4 erreicht. Mit ihm lassen sich Forellen, Hechte, Zander und ähnliches fangen.
Da an vielen Kunstködern Drillingshaken verwendet werden, sollten Sie eine stabile kleine Box zum Transport mitführen. Verletzungen durch diese Haken sind grausam, die Widerhaken verhindern das Entfernen, er muss regelrecht herausgerissen oder -geschnitten werden. Vermeiden Sie unbedingt derartige Verletzungen.
Ein Spinner, geeignet für Forellen, Hechte, Barsche und andere Raubfische.
Kunstköder lassen sich auch sehr einfach improvisieren, indem Sie Fasern, Federn oder Metallteile um den Haken platzieren. Am besten bilden Sie Tiere nach, die am Gewässer häufig vorkommen. Zum Beispiel Grashüpfer, Schmetterlinge oder Fliegen.
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Töten und Zubereiten
Es gibt mehrere, sichere Methoden einen Fisch zu töten. Oberste Regel ist, dass Sie sich dabei nicht selbst verletzen und unnötige Qualen des Tieres vermieden werden. Im Allgemeinen schlägt der Angler einen Fisch ab. Hierzu wird der Fang mit einer Hand am Rumpf gefasst und frei vom Körper weg gehalten.
Wenn Sie unsicher sind, ob ein Fisch Stacheln besitzt, drücken Sie ihn stattdessen mit einem Schuh gegen den Boden. In die andere Hand nehmen Sie eine kleine Jagdkeule. Nun schlagen Sie dem Fisch mehrmals mit Wucht auf die Verbindungsstelle zwischen Kopf und Rumpf. Treffen Sie dabei nicht Ihre eigenen Finger. Die meisten kleineren Exemplare werden nun tot sein.
Bei Größeren wird zusätzlich mit einem Messer oder einem spitzen Dorn in das Herz gestochen. Dieses liegt zwischen den Kiemen, etwa auf Höhe der Brustflossen. Eine Sonderrolle beim Töten nehmen Aale ein. Hier muss das Rückenmark durchtrennt werden. Am besten schneiden Sie ihm unmittelbar nach dem Fang den Kopf ab. Die meisten anderen Methoden scheinen diese Urtiere längere Zeit zu überleben.
Zum Ausweiden wird der Fischbauch mit einer Klinge von der Brust zum After aufgeschlitzt. Die Organe, die in der Regel frei in der Bauchhöhle liegen, werden mit einem Griff entfernt. Die Speiseröhre müssen Sie hierzu durchtrennen.
Beachten Sie, dass Sie die Niere entfernen, da ihr Geschmack sonst das Fleisch vergällen würde. Diese liegt bei Fischen auf gesamter Länge der Leibeshöhle direkt unter der Wirbelsäule in einer Haut. Die Niere ist tiefrot und muss mit einem Messer oder Fingernagel herausgekratzt werden. Bei Aalen geht sie hinter dem After noch weiter und bildet im Muskelgewebe einen so genanten Nierenpfropf. Auch dieser muss entfernt werden.
Essbare Organe sind Leber, Herz und Magen. Der Verzehr der Leber ist jedoch nicht ganz ohne Risiko. Es besteht zum Beispiel die Gefahr einer Vitamin A Hypervitaminose, einer Vitaminvergiftung. Manche Fischarten reichern in der Leber große Mengen dieses Vitamins an. Außerdem werden die inneren Organe gerne von Parasiten befallen. Die Geschlechtsorgane des männlichen (Milchner, weiße, längliche Organe)
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Fische

und des weiblichen (Rogner, Eierstöcke mit Laich) Fisches, sind eine willkommene Bereicherung der Mahlzeit.
Wenn Sie einen größeren Fisch in der Glut grillen wollen, können Sie auf das Ausnehmen und Schuppen verzichten, da die Bauchhöhle durch Gräten und Bauchfell von den essbaren Teilen getrennt ist. Diese Methode hat den Vorteil. dass keine wertvollen Flüssigkeiten wie Wasser, Fett und Eiweiß austreten.
Zum Grillen entzünden Sie ein mittelgroßes Kochfeuer und legen den Fisch einfach in die Asche, jedoch nicht direkt in die Glut. Der Fisch wird nun mit Asche und etwas Glut bedeckt und fünfzehn Minuten bis eine halbe Stunde gegart. Danach müssen Sie ihn lediglich etwas abklopfen und auf einer Seite die Haut entfernen um das schmackhafte Fleisch zu erreichen.
Dieser Fisch ist in der direkten Glut gegrillt worden. Er erscheint zwar auf den ersten Blick ungenießbar verbrannt, doch liegt unter der verkohlten Haut saftiges Fleisch.
Soll der Fisch gekocht werden müssen Sie ihn ausweiden und schuppen. Zum Schuppen kratzen Sie mit einem Messer oder flachen Stein auf der Haut gegen den Strich, also von der Schwanzflosse zum Kopf. Achten Sie dabei besonders darauf, nicht in eventuell vorhandene Stacheln zu fassen, da auch diese nach hinten gerichtet sind.
Fische
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Zum Kochen wird der geschuppte und ausgenommene Fisch eine viertel Stunde in siedendes Süßwasser gegeben. Da dabei Nährstoffe austreten, sollten Sie den Sud nach dem Kochen trinken um keine Nahrung zu verschwenden.
Achten Sie beim Verzehr von Fischen besonders darauf, keine Gräte zu verschlucken. Diese könnte sich im Hals querstellen und Ihnen die Atemwege blockieren. Kauen Sie das Fleisch aus diesem Grund gründlich um verborgene Gräten zu entdecken.
Gefahren
Zu den Gefahren im Umgang von Fischfleisch sollten Sie die weiter oben im Kapitel „,Weichtiere” im Absatz ,,Muscheln” beschriebenen Regeln beachten. Diese sind nahezu analog übertragbar. Denken Sie auch an Parasiten, von denen Fische befallen werden. Der Verzehr von rohem Fischfleisch sollte ein Minimum oder den Besuch eines Chinesischen Restaurants beschränken. Achten Sie unbedingt auf potentiell giftige Stacheln in Kiemendeckeln und Flossen.
Ein allgemeines Wort zu möglichen Gefahren beim Jagen an unbekannten Gewässern: Wasser birgt durch seine hohe spezifische Wärme, seine besonderen optischen Eigenschaften und seine Bewohner viele unsichtbare Gefahren. Sie können bei einem ungewollten Sturz in das nasse Element nicht nur ertrinken, sondern auch unterkühlen und erfrieren, sich an Gegenständen die aufgeweichte Haut verletzen oder von Parasiten befallen und durch Fische oder Reptilien angegriffen werden.
Versuchen Sie sich mit möglichen Gefahren vertraut zu machen. Achten Sie besonders auf jene Risiken, die Sie nicht sofort erkennen können. Stellen Flut oder Steilufer solche dar? Gibt es an oder in diesen Gewässern Haie, Krokodile, Schlangen oder Bären? Im Zweifel verlassen Sie das Wasser oder die Wasserumgebung umgehend und verzichten auf den Fangversuch.

Amphibien
Die wechselwarmen Amphibien unterscheiden sich in besonderer Weise von den andern Tierklassen. Der wohl größte Unterschied liegt in ihrer speziellen Metamorphose, ihrer Entwicklung vom Ei zum ausgewachsenen Lebewesen. Die meisten Amphibien sind außerdem von einer feuchten Umgebung, häufig sogar von dem Vorhandensein von Wasser abhängig.
Der aus dem Griechischen kommende Name bezeichnet diese Klasse sehr treffend. Frei übersetzt bedeutet er soviel wie „,doppellebig”. Aus den im Wasser oder in sehr feuchter Umwelt abgelegten Eiern, dem so genannten Laich, schlüpfen Larven mit Kiemen. Die Larven der Froschlurche werden Kaulquappen genannt. Die Gestalt dieser Larven verändert sich im Laufe ihrer Metamorphose. Die meist zuerst außen angelegten Kiemen bilden sich zurück, Gliedmaßen beginnen sich zu entwickeln. Es entstehen Lungen und der Lurch wechselt irgendwann sein Element und lebt fortan lungenatmend, hauptsächlich oberhalb der Wasseroberfläche.
Der Körper aller Lurcharten ist von einer drüsenreichen, schleimigen Haut bedeckt, die unter anderem der Sauerstoffaufnahme dient. Amphibien besitzen ein inneres Skelett. Wie bei den meisten Wirbeltieren verläuft das Rückenmark innerhalb einer Wirbelsäule. Dies zu wissen ist wichtig, um die Tiere schnell und schmerzfrei töten zu können.
Die hier vorkommenden Amphibienarten werden in zwei Kategorien eingeteilt. Zum einen in die Ordnung der Schwanzlurche und zum anderen in die der Froschlurche.
Zu den Schwanzlurchen gehören die salamander- und molchartigen Vertreter mit deutlich sichtbarem Schwanz. Zu den Froschlurchen zählen wir jene mit Froschform, also auch Kröten und Unken. Die meisten ausgewachsenen Amphibien sind Fleischfresser. Sie ernähren sich je nach Größe und Art von Würmern, Weichtieren, Insekten und kleineren Säugern.

Ein Teichfrosch ist eines der essbaren Vertreter der Froschlurche..
Die Fortbewegungsweise der Schwanzlurche erinnert uns an das Kriechen von Reptilien. Froschlurche hingegen ziehen zumeist ihre Beine an und katapultieren sich, ähnlich wie Heuschrecken, in die Luft. Alle Lurcharten sind gute Schwimmer und Taucher.
Bevor wir Amphibien genauer als tierische Notnahrung in Betracht ziehen, setzen wir unsere im Kapitel Weichtiere” eingeführte Anschauung über die Genießbarkeit ein und erweitern diese.
Amphibien besitzen keine äußerlichen Schutz- oder Verteidigungsvorrichtungen, die sie vor Fressfeinden schützen könnten. Die zarte Haut und das schwache Knochengerüst bieten keinen Widerstand gegen eindringende Zähne oder Krallen des Jägers; das Gebiss ist zur Verteidigung zu schwach.
Da viele Amphibien im Laufe der Evolution nicht ausgestorben sind, wobei ich die widernatürliche Ausrottung durch Straßenbau, Zerstörung von Biotopen sowie Einsatz von Pestiziden nicht als natürliche Ursache
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Amphibien

sehe, gibt es andere Schutzmechanismen, die das Überleben der Spezies
sichern.
Zum Beispiel kann es ein massenhaftes Laichen und Schlüpfen sein, welches das Überleben von einzelnen Individuen sichert. Man kann bei Froschwanderungen oft abertausend Exemplare auf dem Weg zu ihren Laichstätten beobachten.
Viele kleinere Lurcharten sind nicht besonders schnell. Manche sind. auch nicht getarnt sondern haben vielmehr eine Signalfärbung. Da aktive Verteidigung sowie Flucht nicht möglich sind, sagt uns der Verstand, dass sich diese Tiere durch chemische Abwehrstoffe verteidigen können. Und tatsächlich besitzen viele Lurcharten die Fähigkeit einer Gift- oder Reizstoffsekretion. Eines der bekanntesten tropischen Vertreter ist der Pfeilgiftfrosch. In unseren Breiten sind viele Kröten und die meisten Salamander und Molche giftig. Die in manchen großen Survivalbüchern verwendete Einteilung Frösche sind essbar, Kröten nicht” ist also nicht ausreichend,
Es ist für den Laien kaum erkennbar, welche der weltweit fast 5000 Arten der Ordnung Froschlurche Kröten sind und welche Frösche. Außerdem gibt es zahlreiche giftige Froschvertreter. Selbst große Exemplare der Froschlurche, die anscheinend keine natürlichen Feinde mehr haben, sind nicht zwangsläufig genießbar. Bestes Beispiel hierfür ist die als Neozoon gefürchtete und hochgiftige Aga-Kröte mit bis zu 25 Zentimetern Körperlänge.
Greifen Sie also nur auf Froschlurche zurück, die Ihnen bekannt sind. Meiden Sie warzige Tiere und solche, die in Stresssituationen ein milchiges oder klares Sekret abgeben, übel riechen oder auffällig gefärbt sind. Schwanzlurche sollten überhaupt nicht verzehrt werden. Sollten Sie darauf angewiesen sein, unbekannte Frösche, Kröten oder Schwanzlurche zu verzehren, sollten sie zumindest die Haut abziehen und das Fleisch gründlich wässern und abwaschen.
Lurche können Sie einfach per Hand fangen oder mit einem Harpunenspeer beziehungsweise mit einer langen Jagdkeule im Wasser oder an Land erlegen. Zum Töten schleudern Sie das Tier mit Schwung und Kopf voraus auf den harten Boden, oder Sie trennen den Kopf direkt hinter dem Schädel ab. Durch das Zerteilen des Rückenmarkes ist das Tier sofort tot.
Amphibien
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Wir verwenden den gesamten Frosch und entfernen lediglich Kopf und Organe.
Im Gegensatz zur Zubereitung in der Feinschmeckerküche, verwenden wir den gesamten Lurch. Hierzu wird er nach dem Töten ausgenommen, gegebenenfalls gehäutet und gewaschen. Zum Ausnehmen schneiden sie die dünne Bauchhaut auf und entfernen alle sichtbaren Organe und waschen die Leibeshöhle aus. Der so vorbereitete Frosch wird entweder in einem Stück in siedendes Wasser gegeben und einige Minuten gegart oder in die Nähe der Glut gelegt. Erschrecken Sie nicht, wenn der frisch Getötete im Wasser zu paddeln beginnt oder aus der Glut springt. Dabei handelt es sich um Reflexe des toten Tieres. Abhilfe bringt das Zerbrechen des Hüftknochens. Dadurch wird die Sprungbewegung der Beine blockiert.
Die meisten einheimischen Froscharten wie Gras- und Laubfrosch lassen sich als Fleischlieferant verwenden. Auch die Larven vieler Lurche können verzehrt werden und sind einfach und in großen Mengen zu fangen. Sie können ohne weitere Vorbereitung in kochendes Wasser gegeben und nach dem Garen verzehrt oder zerkleinert und getrocknet werden. Amphibien und ihre Larven sollten wegen der hohen Gefahr des Parasitenbefalls generell über 70 Grad Celsius erhitzt werden. Außerdem gibt es auch ungenießbares oder giftiges Gelege, zum Beispiel das der Aga-Kröte.
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Kaulquappen sind Larven von Amphibien. Da sie in großen Mengen gesammelt werden können, sind sie trotz ihrer geringen Größe wertvoll.
Wie alle einheimischen Amphibienarten stehen auch die meisten Frösche auf der roten Liste und genießen daher einen besonderen Schutz. Dieser ist im Notfall zwar zweitrangig, er schließt jedoch das Üben der Froschjagd unbedingt aus. Mit ein wenig Glück können Sie das mittlerweile regelmäßige Abfangen von Ochsenfröschen durch lokale Angelvereine begleiten.
Der Ochsenfrosch ist ein essbares Neozoon mit einem Körpergewicht von bis zu einem Kilogramm. Er wurde in Südeuropa zur Froschschenkelproduktion gezüchtet. Einzelne Exemplare sind entkommen und verbreiten sich nahezu unaufhaltsam. Außerdem sind in der Vergangenheit immer wieder Tiere von Aquarianern ausgesetzt worden. Da der Ochsenfrosch alles frisst, was unzerkaut geschluckt werden kann, also Schlangen, Artgenossen, Krebse, Fische, Wasservögel und kleine Säugetiere, stellt er eine große Gefahr für die einheimische Tierwelt dar. Aus diesem Grund darf dieser Frosch aus Gewässern entnommen und getötet werden. Näheres können Sie von ihrer lokalen Naturschutzbehörde erfahren.

Reptilien
Eine sehr urtümliche und trotzdem fast perfekt an ihren jeweiligen Lebensraum angepasste Klasse der Wirbeltiere ist die der Reptilien oder Kriechtiere. Nahezu überall auf der Welt, jedoch bevorzugt in wärmeren Regionen, können wir die verschiedensten Formen antreffen. Wohl bekannt sind Ihnen Schlangen, Eidechsen, und Schildkröten Europas sowie Warane, Krokodile und Leguane in den tropischen Gegenden unserer Erde. In Mitteleuropa ist es oft nicht einfach Reptilien zu entdecken. Südlich der Alpen steigt die Häufigkeit jedoch stetig. Das Aussehen der meisten Kriechtiere ähnelt sich. Fast immer haben sie eine trockene und schuppige Haut und vier Beine. Ausnahme sind hierbei selbstverständlich die Schlangen, bei welche diese Extremitäten zurückgebildet sind.
Die wechselwarmen Tiere sind auf die äußere Erwärmung durch die Sonne angewiesen. Das hat zweierlei Vorteile für uns. Erstens sind Kriechtiere in kalten Jahreszeiten und am frühen Morgen bewegungsträge und somit einfacher zu fangen. Außerdem, sammeln sie sich meist an den wärmsten Stellen der Umgebung. Zweitens sind Reptilien sehr bescheiden im Nahrungsbedarf, da sie ihre Körpertemperatur nicht selbst halten müssen. Darum können Sie diese Tiere selbst in sehr kargen Gegenden finden. Im Gegensatz zu den eng verwandten Amphibien sind Reptilien weder zur Eiablage noch zum Leben zwangsläufig auf das Vorhandensein von flüssigem Wasser angewiesen.
Ihr Körperbau ist soweit perfektioniert, dass sie sich seit Jahrmillionen kaum noch verändern mussten. Das bedeutet jedoch auch, dass wir beim Versuch Reptilien zu fangen ein erhöhtes Risiko einer Verletzung, teilweise sogar des Todes eingehen.
Gemeinsamkeiten im Fang und in der Zubereitung haben die meisten kleinen Reptilien. Ich handle hier exemplarisch Schlangen und Echsen ab. Zu dieser Untergliederung kommt es aus einem einfach nachzuvollziehenden Grund. Während nur sehr wenige Echsenarten mit Giftdrüsen verbundene Zähne besitzen, ist diese Jagd- und Verteidigungswaffe bei sehr vielen Schlangen vorhanden. Besonders
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beim Fang dieser Reptilien müssen Sie Vorsicht walten lassen. Nicht ohne Grund gehören sie zu den erfolgreichsten Landlebewesen überhaupt. Bei den Land- und Wasserechsen besteht das Risiko einer mechanischen Verletzung durch Gebiss und Krallen und eventuell folgende Infektionen.
Ich will mich in diesem Abschnitt nicht nur auf den europäischen beziehungsweise klimatisch gemäßigten Lebensraum beschränken. Im Abschnitt Schlangen” beschreibe ich den Fang einer Giftschlange. In Mitteleuropa ist es zwar wahrscheinlicher auf eine Ungefährliche zu treffen, wir gehen jedoch bei unbekannten Schlangen immer davon aus, dass sie tödlich giftig sind.
Im Abschnitt „Echsen” wird der Fang und die Zubereitung von Eidechsen und Geckos, sowie Schildkröten erklärt. Beachten Sie bitte, dass in Deutschland nahezu alle Reptilienarten unter Naturschutz stehen und sehr wichtig für unser natürliches Ökosystem sind. Wenige Ausnahmen machen von Aquarianern ausgesetzte Neozoen wie Rotwangen- und Alligatorschildkröten, die zum Verzehr getötet werden dürfen.
Schlangen
Schlangen als Notnahrung zu beschreiben ist ziemlich heikel. Grund dafür ist sicherlich einerseits der besondere Schutz, der den hier mittlerweile sehr seltenen Tieren zu Gute kommt. Viele Menschen töten Schlangen jedoch aus Unwissenheit und Angst. Wie so häufig stelle ich in einer akuten Notsituation den Wert des menschlichen Lebens über den des Artenschutzes. Außerhalb dieser Notfälle sollten Sie jedoch keinesfalls eines dieser Tiere töten.
Beim Fang von Schlangen ist zu beachten, dass eine Lebendige grundsätzlich nie berührt werden darf. Aus Sicherheitsgründen muss eine Schlange aus der Distanz getötet werden. Dies wird durch das natürliche Abwehrverhalten einiger Arten vereinfacht. Gemeint ist das Anheben des kopfnahen Körpers zu einer Drohgebärde. Dadurch vergrößert sich die Schlange optisch. In dieser Situation kann man sie durch einen horizontal durchgezogenen Schwung mit der langen Jagdkeule töten oder verletzen. Ist die Schlange desorientiert oder tot, wird sie mit der Jagdkeule direkt hinter dem Kopf gegen Boden gedrückt. Bevor Sie die Schlange in irgendeiner Form berühren,
Reptilien
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schneiden oder hacken Sie ihr den Kopf ab. Nur so sind Sie vor dem Gift sicher, da selbst tote Schlangen noch einen Bissreflex mit dazugehörender Giftabgabe ausführen können. Alternativ können Sie Schlangen auch mit einem Harpunenspeer bejagen.
Das Gift der Schlangen selbst kann entweder aus einem Neuro- oder einem Hämotoxin bestehen. Neurotoxine sind Nervengifte, welche die Übertragung von Signalen in den Nervenbahnen verändern und so zu Lähmungen oder Krämpfen führen. Hämotoxine hingegen sind enzymatische Blutgifte, die Proteinstrukturen der Körperzellen wie in Blutgefäßen zerstören und regelrecht auflösen. Viele Schlangen besitzen sogar Cocktails beider Giftarten.
Außerhalb Europas bestehen große Risiken durch Schlangen, die mehrere Meter lang sind und einen dementsprechend großen Angriffsradius haben. Arten von 2 Metern Länge sind dort teilweise nicht selten und äußerst gefährlich. Andere können ihr Gift zielgenau über mehrere Meter weit verspritzen. Gerät dieses in Ihre Augen können Sie blind werden. Wenn Sie alle Gefahren, die beim Fang von Schlangen entstehen, mit der relativ geringen Fleischmenge vergleichen, erkennen Sie sicherlich schnell, dass Schlangen tierische Notnahrung zweiter Wahl sind. Wenn möglich verzichten Sie gänzlich auf ihren Fang.
Nach dem Töten und Abtrennen des Kopfes können Sie die Schlange ausnehmen. Öffnen Sie vorsichtig den Bauchraum, ohne den Magen oder die Organe zu verletzen und entfernen alle Innereien vollständig. Zerstören Sie die Magen- oder Darmwand, kann es sein, dass sich faulig verwesender Mageninhalt über das Fleisch ergießt. Die ausgenommene Schlange können Sie direkt in die Glut legen oder gehäutet in Wasser kochen. Zum Entfernen der Haut wird diese von der Abtrennstelle des Kopfes bis zum Schwanzende auf der Bauchseite aufgeschlitzt, ohne dabei zu tief in das Fleisch zu schneiden. Nun wird sie mit einer Messerspitze leicht angehoben und in einem Streifen nach hinten abgezogen.
Echsen
Der Begriff der Echse ist eine ungenaue Zusammenfassung verschiedener Echsenarten. Die bekanntesten Vertreter der Echsen in Europa sind sicherlich Eidechsen. Wir bezeichnen verallgemeinert alle Reptilienarten mit vier Beinen, Schwanz und länglichem Körper als
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Echsen. Dazu gehören Warane, Eidechsen, Geckos, Chamäleons und Ähnliche. In aller Regel können wir bei allen echsenartigen Tieren davon ausgehen, dass sie essbar sind. Im Gegensatz zu Amphibien besitzen diese nämlich gute mechanische Schutz- und Abwehrmechanismen wie eine zähe Lederhaut, die teilweiße harte Panzerplatten oder Dornen ausbildet und ein starkes Gebiss; außerdem haben viele Arten ausgefeilte Schutz- und Drohmechanismen wie ein abtrennbarer Schwanz oder ein aufstellbarer Kragen. Die trockene Haut, die eine Verteilung von Giftsekreten nahezu unmöglich macht, lässt uns wissen, dass sie im Gegensatz zur feuchten Schleimhaut der Amphibien kaum eine chemische Verteidigung zulässt. Hauptsächlich ernähren sich diese Tiere von Insekten und kleineren Artgenossen, Säugetieren oder Fischen.
Ein kleinerer Gecko mit einem mächtigen Schwanz, der als Energiereservoir dient. Geckos und Eidechsen können ihren Schwanz meist abwerfen.
Typisch einfach zu jagende Echsen sind alle Arten die nicht länger als zwanzig Zentimeter werden. In Europa sind das also Eidechsen, Geckos und Chamäleons.
Wenn Sie in tropischen Ländern in die Situation kommen, sich von Echsen ernähren zu müssen, können Sie ihr Wissen über die
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mitteleuropäischen Arten nahezu analog übertragen. Beachten Sie, dass es zum Beispiel in Mittelamerika Echsen mit Giftzähnen gibt. Diese stellen jedoch eine sehr seltene Ausnahme dar. Eine größere Gefahr besteht durch Angriffe von Großechsen wie Krokodile und Warane.
In Australien habe ich einige Tage in einem Krokodilpark ausgeholfen und dort unter anderem junge Salzwasserkrokodile von etwa 30 Zentimetern Länge gefüttert. Als ich etwas unaufmerksam war, sprang eines dieser kleinen Drachen senkrecht aus dem Bassin und schnappte nach meinem Unterarm, wo es sich festbiss. Selbst kleine oder junge Echsen können also je nach Art unangenehm zubeißen. In Europa sind die Arten, die wir finden werden, sicherlich nicht viel länger als eine Hand.
Ein Wasserwaren in geeigneter Größe für eine Mahlzeit. Er lässt sich mit etwas
Achtung vor den Krallen von Hand fangen und erschlagen.


Zum Fang suchen Sie die von Echsen bevorzugten Stellen auf. In heißen, flachen Gegenden werden sich die Tiere geme auf der Sonne zugewandten Flächen aufhalten und bestrahlen lassen. Also auf Felsen. oder an Baumstämmen.
In schattigen Regionen werden aufgeheizte Flächen abgesucht. Auch unter Steinplatten und in Felsritzen halten sie sich gerne auf. Im Sand lassen sich ihre Spuren manchmal über mehrere hundert Meter zu ihrem Standort verfolgen.
Achten Sie beim Fang der Tiere darauf, dass viele Echsen ihren Schwanz abwerfen können. Damit verunsichem und täuschen sie den. Angreifer. Der spontan abtrennbare Schwanz liegt dann lebendig schlängelnd auf dem Boden und imitiert ein verletztes Tier. Wir lassen uns davon jedoch weder täuschen noch verunsichern und halten das Tier dementsprechend am Rumpf fest. Größere Exemplare werden mit einer Keule erschlagen oder mit einem Harpunenspeer aufgespießt.
Ein Reptil dieser Größe sollte nur mit einem Harpunenspeer aus Entfernung erlegt werden. Dieser 1,5 Meter lange Waran zum Beispiel kann Ihnen ernsthafte Verletzungen zufügen.
Echsen können nach dem Ausnehmen einfach in der Glut gegart und später zerteilt werden. Großechsen wie Warane und Skinke können in kleinere Stücke zerlegt und mit der Schuppenhaut nach unten geröstet werden.
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Schildkröten
Schildkröten sind sehr nah mit den oben beschriebenen Echsen verwandt. Ihr Körper wird jedoch nicht nur durch eine Schuppenhaut geschützt, sondern auch durch einen zusätzlichen, äußeren Panzer, der zumeist aus Knochen besteht, manchmal jedoch auch lederartig sein kann.
Wir unterscheiden zwei Formen dieser Tiere. Zum einen gibt es die hauptsächlich an Land oder im Süßwasser lebenden Schildkröten, also Land und Sumpfschildkröten. Zum anderen die im Salzwasser lebenden Verwandten, die Meeresschildkröten. Unterscheiden können wir beide Gruppen dadurch, dass Land- und Sumpfschildkröten Beine mit Füßen besitzen während Wasserschildkröten regelrechte Flossen ausgebildet haben.
Landschildkröten lassen sich einfach aufnehmen. Sie sind weder schnell noch wehrhaft genug, um uns zu entkommen.
120 Reptilien


Während sich beide in Gewässern schnell und sicher fortbewegen, sind sie an Land sehr unbeholfen. Da sich Wasserschildkröten nur selten, meist nur zur Eiablage, an den Strand begeben, werden wir unseren Fokus auf Land- und Sumpfschildkröten setzen.
Der Fang von Landschildkröten bedarf keiner genaueren Erläuterung. Aufgefundene Exemplare werden bei Gefahr den Kopf und die Extremitäten in den Panzer einziehen und lassen sich, sofern es ihr Gewicht erlaubt, einfach mittragen.
Im Süßwasser lebende Exemplare sind jedoch schon etwas schwieriger zu fangen. Viele Schildkrötenarten halten sich gerne im sumpfigen Randbereich fischreicher Gewässer auf.
Als Nahrung dienen zumeist Pflanzenteile, Weichtiere und kleine Fische sowie Wasserinsekten. Manche kleine Schildkröten lassen sich mit Fischstückchen an das Ufer locken oder mit einem beköderten Angelhaken fangen. Anderen müssen wir auflauern. In kleineren Teichen können wir unsere Beute beobachten und je nach Entfernung mit einem beherzten Sprung in den Schlamm erhaschen.
Schwimmt sie im Freiwasser müssen Sie das jedoch gar nicht erst versuchen. Schildkröten sind exzellente Beobachter des Geschehens über dem Wasser und tauchen bei der geringsten Bewegung am Ufer ab. Wenn Sie sich versteckt an den Gewässerrand stellen, besteht die Möglichkeit des Harpunierens mit Speer und Bogen.
Das Tier muss nah genug herankommen, damit Sie mit der Spitze den Hals oder ein Bein sicher treffen können. Den Panzer werden Sie nicht durchdringen können. Außerdem können Sie die im Kapitel „,Fische” beschriebenen Handfangmethoden anwenden.
Nach dem Töten wird die Schildkröte kopfüber aufgehängt. Sobald sie ihren Kopf aus dem Panzer schiebt und ihren Hals streckt, wird er abgeschnitten. Die Schildkröte sollte einige Zeit aufgehängt bleiben und ausbluten. Das Blut kann gesammelt werden, damit wir auch diesen Teil der verfügbaren Nahrung verwenden können. Nach dem Ausbluten wird die Schildkröte auf den Rücken gelegt und ausgenommen.


Diese Schildkröte kann mit ein wenig Geschick gespeert werden. Dazu müssen Sie die Extremitäten treffen, denn der Panzer ist zu hart für die Harpunenspitzen.
Hierzu wird durch einen Schnitt um den unteren Teil des Panzers der Brustschild abgelöst. Bei einigen Schildkrötenarten sind die Bauch- und Rückenschilde durch äußerst stabile Stege verbunden, die zerbrochen. werden müssen. Die nun offen liegenden Organe werden vorsichtig entfernt. Von der Leber wird die Gallenblase abgelöst. Die Leber selbst und das Herz sowie eventuell vorhandene Gelege können mitgegessen werden. Der Panzer dieser Reptilien eignet sich gut als Koch und Aufbewahrungsgefäß. Er wird gereinigt und als Behelf aufbewahrt.
Sie können den Panzer mit etwas Süßwasser füllen, die gewaschenen Fleischstücke der Schildkröte hinein geben und beides in das Feuer stellen. Schildkrötenfleisch wird normalerweise mehrere Stunden gekocht. Im Allgemeinen ist es jedoch ausreichend das Fleisch 20 bis 30 Minuten sieden zu lassen oder in schmalere Stücke zu schneiden und zu grillen. Schildkrötenfleisch können Sie sehr gut durch Trocknen konservieren.


Zum Kochen vorbereitet ist dieser geöffnete Schildkrötenpanzer mit etwas Wasser gefüllt worden. Besonders das unter den Achseln liegende Fett sowie die Dotter der ungelegten Eier haben hohen einen Nährwert und vorzüglichen Geschmack.
Wenn Sie in Europa auf Schildkrötenjagd gehen, sollten sie beachten, dass es sich bei den hier lebenden Arten mittlerweile um gefährliche Neozoen handeln kann. Besonders beim Fang von Schnapp- und Geierschildkröten können Sie erheblich verletzt werden. Diese aktiv jagenden Fleischfresser aus Amerika können durch Gebiss und Krallen ernsthafte Verletzungen verursachen, die sogar zum Verlust von Gliedmaßen führen. Auch viele kleinere Schildkrötenarten können effektiv zubeißen.

Zum Kochen vorbereitet ist dieser geöffnete Schildkrötenpanzer mit etwas Wasser gefüllt worden. Besonders das unter den Achseln liegende Fett sowie die Dotter der ungelegten Eier haben hohen einen Nährwert und vorzüglichen Geschmack.
Wenn Sie in Europa auf Schildkrötenjagd gehen, sollten sie beachten, dass es sich bei den hier lebenden Arten mittlerweile um gefährliche Neozoen handeln kann. Besonders beim Fang von Schnapp- und Geierschildkröten können Sie erheblich verletzt werden. Diese aktiv jagenden Fleischfresser aus Amerika können durch Gebiss und Krallen ernsthafte Verletzungen verursachen, die sogar zum Verlust von Gliedmaßen führen. Auch viele kleinere Schildkrötenarten können effektiv zubeißen.

Vögel
Wo immer Sie sich auch befinden mögen, Sie werden so gut wie immer Vögel entdecken. Der Aufbau aller Vögel ist grundsätzlich gleich, trotzdem besitzen sie auf ihren jeweiligen Lebensraum spezialisierte Körperformen.
Besonders aufmerksam betrachten wir aus diesem Grund Fuß- und Schnabelform, um den mutmaßlichen Lebensraum und die Fress- und Jagdgewohnheiten zu erkennen. So lässt sich an ruderartigen oder regelrecht zu Flossen geformten Füßen mit Schwimmhäuten, wie die der Ente ableiten, dass die Art vorzugsweise auf dem Wasser lebt. Flache Füße mit einzelnen Zehen wie sie Hühner besitzen lassen sich in ähnlicher Form auch bei großen Laufvögeln wie zum Beispiel Emus finden. Krallenfüße, die rund gebogene Zehen besitzen, von denen häufig mindestens einer der meist vier Zehen gegensätzlich steht und so den Fuß zu einer zum Greifen von runden Gegenständen prädestinierten Hand formt, sind oft Füße von Vogelarten, die fliegend auf Nahrungssuche gehen und ungern auf dem Boden landen. Sie fliegen meist horizontal abstehenden Äste oder sonstigen Kanten an, auf denen sie sich festklammern können.
Anhand des Schnabels können wir erkennen, ob es sich bei dem Tier um einen Körner und Insekten fressenden Vogel mit spitz zulaufendem, aber endständigen Schnabel handelt, um einen Weichtiere, Insekten und krautige Pflanzen Fressenden mit eher plattem Schnabel oder um einen Raubvogel mit ausgeprägtem Hakenschnabel. Es gibt noch verschiedene andere Schnabel- und Fußformen, sie sind teilweise hoch spezialisiert. Denken Sie zum Beispiel an Pelikan oder Storch.
Weitere Gemeinsamkeiten findet man bei Vögeln in ihrer ausgeprägten Befiederung, sowie ihren Flügeln als vorderes von zwei Paar Extremitäten. Vögel besitzen eine Lunge, die aus miteinander verbundenen Luftsäcken besteht, welche unter einer membranartigen Haut im Brustraum fest eingeschlossen ist. Die meisten Knochen sind hohl und entsprechen nur einem geringen Anteil des Körpergewichtes. Herzschlag sowie Temperatur sind höher als bei Säugetieren. Vögel

können deshalb resistent gegen verschiedene Wildkrankheiten wie zum Beispiel Tollwut sein.
Vögel legen zum Fortpflanzen Eier. Diese können wir sammeln, beziehungsweise dem Nest entnehmen und unabhängig von der fortgeschrittenen Entwicklung des darin enthaltenen Embryos verwerten.
Beim Jagen und Fangen kategorisiere ich stellvertretend für alle anderen Ordnungen in zwei wichtige Gruppen. In hauptsächlich laufende oder schwimmende Vögel wie zum Beispiel die der Ordnung der Gänsevögel und in die der Sperlingsvögel, welche sich hauptsächlich fliegend fortbewegen. Ich nenne diese letzte Gruppe nachstehend des Verständnisses halber auch,,Flugvögel”, obwohl sich auch Gänse- und Entenvögel fliegend fortbewegen können.
Während so manche Gänsevögel relativ einfach zu fangen sind, kommt es bei Flugvögeln auf ihre Größe an. Die flinken Singvögel zum Beispiel sind kaum von Hand zu fangen. Hier benötigen wir jene Falle, wie sie im Kapitel „Fallen und Behelfe” beschrieben ist.
Wir beharren nicht auf der Systematik dieser Tiere, sondern übertragen das Wissen auf alle ähnlich lebenden Arten. Der Fang von Gänsevögeln kann auch bei Tieren anderer Klassen wie zum Beispiel Kormoranen und Haubentauchern der Hühnervögel angewandt werden. Aus diesem Grunde ist die folgende Abhandlung wieder exemplarisch.
Gänsevögel
Die häufigsten großen Vögel, die wir in unseren Gewässern antreffen werden, sind meist Enten, Schwäne und Gänse. Sie gehören alle der Ordnung der „,Gänsevögel” an. Die recht schwerfälligen Tiere sind dem Leben auf dem Wasser beziehungsweise im Unterholz sehr gut angepasst. Meist schwimmen sie an der Oberfläche eines Gewässers und paddeln und dirigieren sich mit ihren Schwimmfüßen an die gewünschte Stelle.
Diese großen Vogelarten bilden nicht selten Schwärme, einige sind exzellente Taucher. Meist ernähren sie sich von Pflanzenteilen, Weichtieren oder Würmern. Andere sind auf den Fischfang spezialisiert. Dem Nahrungssuchenden bieten sich einige gute Fangmethoden.

In der Natur haben sich große Arten besonders vor Fressfeinden in Acht zu nehmen, da ihr Körperbau keine schnelle Flucht zulässt. Wenn wir solch einen großen Vogel fangen wollen, müssen wir ihn also zumeist erst anlocken. Wir können Tiere näher locken, indem wir Köder auslegen. Diese können je nach Vogelart aus Weichtieren, toten Insekten, Würmern, Fischen und Pflanzen bestehen.
Bei Tieren, die Schwärme bilden, kann auch eine Vogelattrappe extrem anziehend sein. Um eine solche herzustellen, können wir uns eines einfachen Nachbaus aus Gras und Federn bedienen, der aus der Nähe jedoch schnell als Täuschung erkannt wird. Besser ist es, wenn wir eine mit Federn besetzte Vogelhaut, einen so genannten Federbalg besitzen. Dieser lässt sich ausstopfen und wird so zu einem echten Pendant eines lebenden Lockvogels.
Vor allem junge Gänsevögel lassen sich einfach anlocken und sogar von Hand fangen.
Haben wir einen Wasservogel angelockt, bieten sich verschiedene Möglichkeiten an, ihn zu fangen. Eine recht grobe Methode ist es sicherlich, wenn Sie sich in Deckung halten, bis der Vogel den Köder erreicht hat, um dann aufzuspringen und das Tier mit einem Hemd oder einem ähnlichen wurfnetzartigen Gewebe zu bedecken und festzuhalten. Alternativ können Sie mit der langen Jagdkeule das Tier erschlagen, bevor es fliehen kann.

Da die meisten großen Gänsevögel im Vergleich zu kleineren Arten eher träge sind, lässt sich diese Jagdmethode erstaunlich einfach durchführen. Am erfolgreichsten ist es, wenn der Köder oder Lockvogel hierzu in einer leichten Kuhle ausgelegt beziehungsweise aufgestellt wird. Diese verhindert das Wegflattern aus dem Stand, was für die meisten Wasservögel aufgrund ihres plumpen Körperbaus schon schwierig genug ist.
Sind Sie im Besitz einer Schnur oder Angelleine, lässt sich eine spezielle Fangmethode anwenden. Mit einem Haken oder Hakenersatz lassen sich vor allem Gänsevögel einfach fangen. Hierzu müssen die Tiere nicht einmal angelockt werden. Der Angelhaken wird an der Leine befestigt und mit einem passenden Köder bestückt. Es eignen sich vor allem Fischfetzen, Weichtiere und Würmer, in die der Haken tief versenkt werden kann. Diesen lassen Sie angebunden entweder am Ufer liegen oder an der Oberfläche des Gewässers treiben.
Die meisten Sportfischer kennen das Problem, dass sich Wasservögel gelegentlich für den Angelköder interessieren und ihn teilweise verschlingen, obwohl der Angler versucht die Tiere zu verscheuchen. Anscheinend bemerken die Wenigsten, dass der Köder mit einer Schnur versehen ist. Jener wird nämlich zügig verschluckt. In dem Moment, in dem sich der Wasservogel nach dem Verschlucken des beköderten Hakens weiterer Nahrung zuwendet, ziehen wir die Schnur mit einem Ruck an. Der Haken beziehungsweise Hakenersatz stößt aus dem Köder und dringt in das recht stabile Schlund- beziehungsweise Kropfgewebe ein. Der Vogel bemerkt dies und versucht zu fliehen. Der Haken jedoch sitzt fest im Gewebe und der Vogel kann eingeholt und mit der Jagdkeule betäubt werden. Hierzu wird mit Wucht, stumpf auf den Kopf geschlagen.
Sie können einige größere Vögel auch mit Harpunenspeer und Bogen erlegen. Hierzu verwenden Sie am besten eine scharfe Einzelspitze oder einen Dreizack. So können Sie auch vom Boot aus jagen. Einige Verhaltensweisen der Gänsevögel sind besonders erwähnenswert, da das Wissen darüber den Fangerfolg steigern kann.
Wenn ein Wasservogel mit einem Boot verfolgt wird, flieht er normalerweise, bevor wir in Reichweite des Speeres herangefahren sind. Steht der Vogel jedoch im seitlichen Unterholz des Gewässers, ist es nicht selten, dass er sich flach auf die Wasseroberfläche duckt und

vermeintlich ungesehen davonzuschwimmen versucht. Erst wenn das Tier bemerkt, dass es verfolgt wird ändert es seine Taktik und versucht wegzufliegen. Also fahren wir neben dem Schleichenden her, und nicht direkt auf ihn zu. Nach und nach nähern wir uns tangential bis in Reichweite des Speeres.
Manchmal werden Sie auch ein anderes Verhalten beobachten können. Scheinbar verletzt oder krank flattert der Wasservogel direkt vor Ihnen her. Offensichtlich ist er unfähig zu fliegen. Dabei hält er immer den gleichen Abstand zu ihnen ein. Beschleunigen Sie, beschleunigt er. Fahren Sie langsamer, bremst auch er. Von diesen Tieren lassen Sie ab. Der Vogel versucht Sie nämlich von seinen Jungtieren oder dem Nest mit Gelege wegzulocken. Fahren Sie an die Stelle, wo der Wasservogel mit seinem Schauspiel begann und untersuchen diese. Sie werden häufig hier ihre Mahlzeit finden können.
Wenn eine Ente versucht Sie wegzulocken, finden Sie häufig im Uferbewuchs Jungtiere, die sich dort versteckt halten.
Andere große Wasservögel lassen sich von einem Boot nicht beeindrucken. Schwäne zum Beispiel plustern sich auf und stoßen einen zischenden Drohlaut aus. Diese Tiere lassen sich vergleichbar einfach mit dem Speer erlegen oder am Hals packen. Beachten Sie, dass von Schnabel und Fuß eine gewisse Verletzungsgefahr ausgeht.

Sperlingsvögel
Im Gegensatz zu den plumpen und flugträgen Arten des vorhergehenden Absatzes sind Flugvögel, wohl meist Arten der Ordnung der Sperlingsvögel, kaum von Hand zu fangen. Wir kümmern uns hauptsächlich um kleinere Vogelarten, da sie durchaus nicht selten sind. Es ist wahrscheinlicher mehrere kleine Vögel zu fangen, als einen Großen. Der Nahrungssuchende kann hier auf die Vogelfalle zurückgreifen, die im Kapitel Fallen und Behelfe” beschrieben ist. Ohne diese Konstruktion wird sehr schwierig sein einen flinken Flugvogel zu fangen. Solchen Vögeln aufzulauern wird in diesem Fall nicht zum gewünschten Erfolg führen.
Eine Rabenkrähe ist ein besonders großer Vertreter aus der Ordnung der Sperlingsvögel.
Besonders auffällig am Körperbau der Flugvögel ist der große Brustbeinkamm, der als Ansatzpunkt für die gewaltige Brust- und Flugmuskulatur dient. Mit diesen Muskeln sind Flugvögel innerhalb kürzester Zeit in der Lage, aus dem Stand zu starten.
Der Bau der Vogelfalle ist eines der Fähigkeiten, die Sie quasi zwangsläufig erlernen sollten, wenn Sie auf Sperlingsvögel als Nahrung
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zurückgreifen wollen. Sie können jedoch auch Baumschlingen an Ästen befestigen, vergleichbar mit jenen, die in Kapitel Säugetiere”, Absatz ,,Eichhörnchen” beschrieben sind.

Gelege
Gelege sind Eier von Vögeln, die in einem Nest oder in einer Höhle abgelegt und meist aktiv bebrütet werden. Typisches Beispiel ist ein gewöhnliches Hühnerei. Im Gegensatz zu den uns aus dem Supermarkt bekannten Eiern, werden in der Natur Gefundene häufig schon bebrütet sein, teilweise wird sich ein mehr oder weniger ausgebildeter Embryo in der Kalkschale befinden.
Dieses Nest eines Blässhuhns mit typischerweise 6 bis 8 abgelegten Eiern zu erreichen, ist einige Mühen wert.
Wenn Sie sich nicht von dem sicherlich gewöhnungsbedürftigen Anblick eines angebrüteten oder teilweise entwickelten Eies abschrecken lassen, kann es wertvoller Notnahrungsbestandteil sein. Häufig lassen sich auch beim Schlachten von Vögeln die noch nicht vollständig ausgebildeten Ansätze des Geleges entnehmen. Diese Dotterkugeln haben einen hohen
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Nährwert und enthalten sehr viel Fett und Eiweiß und schmecken hervorragend.
Abgelegte Eier zu finden ist in der frühen Jahreszeit nicht sonderlich schwer. Brutzeit ist bei vielen Vogelarten zwischen März und Juni. Besonders in dieser Zeit sollten Sie auf Nester achten. Häufig werden diese in geschützten Bereichen angelegt. Beispielsweise in Kronen hoher Bäume, in Felsnischen und Höhlen, an Gewässern und im Unterholz. Wenn Sie ein Nest gefunden haben, in dem sich mutmaßlich Gelege befinden, können Sie sich in Ruhe überlegen, wie diese Nahrung erreicht werden kann.
Einige Vögel, selbst kleinerer Arten, verteidigen mutig diesen Nachwuchs. Ernsthaft verletzt werden können Sie dadurch wahrscheinlich nicht, aber wenn gerade ein Baum oder eine Felswand erklommen werden muss, ist nicht auszuschließen, dass Sie eine Attacke des Vogels aus dem Gleichgewicht bringt. Nester von Wasservögeln sind schwimmend einfach zu erreichen.
Wie weiter oben beschrieben, verraten die Eltern häufig selbst, wo das Gelege zu finden ist. Noch flugunfähige, im Nest sitzende Jungvögel können mit einem Genickbruch getötet werden, wenn sie als Nahrung dienen sollen.

Töten und Zubereiten
Wie bei den meisten Wirbeltieren ist bei Vögeln das Durchtrennen des Rückenmarkes die sicherste und schnellste Tötungsart. Bei kleineren Vögeln reicht das Umdrehen beziehungsweise Abknicken des kopfnahen. Halses. Bei größeren Vogelarten ist es nicht ganz so einfach, da sie nicht nur wehrfähiger sondern auch robuster sind. Dies erschwert ein rasches und schmerzloses Töten.
Grundsätzlich sollten Vögel vor dem Töten betäubt werden. Dazu wird ein stumpfer Kopfschlag verwendet. Mit einem kleinen Prügel und mit Schwung wird dieser auf den Hinterkopf ausgeübt. Nun sollte das Geflügel bewusstlos sein.
Eine gehäutete Rabenkrähe mit geöffnetem Bauchraum. Zum Abziehen wird mit einem Schnitt auf dem Brustbeinkamm die äußere Haut angeritzt. Um den Vogel auszunehmen schneiden wir die dünne Bauchhaut auf und entfernen die Organe.
Dem Betäubten wird der Hals unmittelbar unter dem Kopf fest gehalten. Dieser wird um die vertikale Achse gedreht, bis ein deutlicher Ruck mit einem Knacken zu merken ist. Wenn dies korrekt geschehen ist, leidet das Tier nicht, es ist unmittelbar tot. Nun werden die Halsgefäße zum Ausbluten mit einem Messer geöffnet. Alternativ können Sie den Kopf vollständig abtrennen. Das Blut kann aufgefangen und weiterverwertet
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werden. Gemäß der Tierschutz-Schlachtungsverordnung ist die Betäubung eines kleinen Vogels nicht nötig, wenn der Kopf unmittelbar vollständig entfernt, das heißt abgehackt, wird.
Nach dem Töten und Ausbluten lassen, stehen Ihnen zwei verschiedene Methoden zur Verfügung, das Tier von Federn zu befreien. Sie können den Vogel abziehen oder rupfen. Ich persönlich bevorzuge das Abziehen, da dabei etwaige Ektoparasiten sicher entfernt werden. Außerdem sind Sie danach im Besitz eines Federbalges zum Bau einer Vogelartrappe. Nachteil bei dieser Methode ist, dass Haut und Teile des Unterhautfettes als Nahrung verloren gehen.

Sicherlich etwas exklusiver als eine Rabenkrähe ist ein Kakadu als Grillhähnchen.
Um einen Vogel abzuziehen, gehen Sie wie folgt vor: Der Kopf wird abgetrennt, sofern er nicht schon beim Töten entfernt wurde. Schneiden Sie hierzu von vorne durch das Halsgewebe und trennen die Wirbel. Von Vorteil ist es, wenn die Haut auf der hinteren Seite intakt bleibt und der Kopf am späteren Federbalg hängt. Strecken Sie nun die Beine des Tieres. Die Achillessehne wird deutlich abstehen. Diese wird durchtrennt. Die Haut rund um das Knöchelgelenk wird geöffnet und die seitlichen Bänder zerschnitten. Nun kann der Fuß mit einer Drehbewegung abgetrennt werden.

Ein zerlegter Hühnervogel (hier ein Haushuhn). Um das Fleisch schneller zu garen, wurde er in drei Teile zerteilt. Herz, Magen, Leber, Fett und Dotterkugeln müssen nicht weggeworfen werden, sondern können gereinigt und zubereitet werden.
Entfernen sie jetzt einige Federn auf dem Brustbeinkamm und ritzen die darunter liegende Haut vorsichtig auf der gesamten Länge ein. Wenn Sie zu tief schneiden, kann es sein, dass Sie das Brustmuskelgewebe verletzen, was das spätere Abziehen erschwert. Die Haut wird nun rund um den Schnitt angehoben; der Vogel wird mit einer Bewegung herausgedrückt, als wollten sie einen in einer Socke eingeschlossenen Apfel nach außen wenden. Dazu wird ein wenig Kraft nötig sein. Wenn die Haut bis auf die äußeren Flügelsegmente gewendet ist, werden die Gelenke unterhalb dieses Flügelgliedes abgetrennt.
Nun sollte der Vogel nackt” vor Ihnen liegen. Da unter der Haut meist Fett in gelben Tropfen eingelagert ist, werden diese abgeschabt und gesammelt.
Wenn Sie den Vogel rupfen wollen, sollten Sie ihn zuerst kurze Zeit in kochendes Wasser tauchen. So lassen sich die Federn leichter entfernen. Gerade bei größeren Vögeln kann das Rupfen einige Zeit in Anspruch
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nehmen. Legen Sie den Vogel am besten auf den Boden und halten ihn mit einer Hand fest. Mit der anderen greifen Sie in das Gefieder und reißen die Federn heraus. Nach dem Rupfen kann eventuell noch vorhandener Flaum abgeflammt werden.
Legen Sie nun den Vogel auf den Rücken. Trennen Sie vorsichtig den Bauch mit einem Schnitt vom Brustbeinkamm zum Bürzel auf. Achten Sie dabei darauf, die Organe nicht zu verletzen. Fassen Sie den gut sichtbaren Darm und ziehen diesen nach außen. Darauf folgend lassen sich Magen und Leber entfernen. Essbare Organe sind Leber und Magen, von dessen Innenseite zumeist eine lederartige Haut abgezogen werden muss. Sammeln Sie zwischen den Organen liegendes Fett. Nach dem Auswaschen der Leibeshöhle ist der Vogel küchenfertig” vorbereitet.
Auch Vögel sollten auf jeden Fall gegart werden, um zum Beispiel einer Salmonelleninfektion oder einem Parasitenbefall vorzubeugen. Um das Fleisch schneller zuzubereiten, kann das Tier halbiert oder gedrittelt werden. Besonders gut eignen sich kleine Vögel zum trocknen.
Wenn Sie zu Hause das Schlachten üben wollen, wenden Sie sich am besten an einen Geflügelmastbetrieb. Er wird Ihnen sicherlich gerne ein frisch getötetes Huhn zur Verfügung stellen und Sie gegebenenfalls sogar fachgerecht einweisen.

Säugetiere
Die im folgenden Kapitel beschriebenen Jagd- und Fangmethoden sollen nicht über den Zweck des Buches hinwegtäuschen. Dieser ist die Expeditions- und Notfallverpflegung und nicht das Jagen in seiner konventionellen Form.
Die in diesem Kapitel beschriebenen Fangmethoden sind dem unbedingt einzuhaltenden Tierschutzgedanken konträr. Sie dürfen nur im äußersten Notfall angewendet werden. Bitte verzichten Sie darauf, das Fangen und Töten dieser Tiere in der freien Natur zu üben. Wenn Sie sich mehr als nur theoretisch vorbereiten und zum Beispiel das Schlachten oder das Abziehen praktisch üben wollen, wenden Sie sich an eine Schlachterei oder an einen selbst schlachtenden Bauern. Dieser ermöglicht es Ihnen gegebenenfalls bei einer Schlachtung dabei zu sein oder ein frisch getötetes Tier auszuweiden und vorzubereiten. Außerdem können sie überfahrene Tiere aufsammeln, sofern diese nicht unter das Jagdrecht fallen.
Möglicherweise werden Sie ein wenig verwundert sein, welche Tierarten hier als tierische Nahrung aufgeführt werden. Es wird sich, um das schon vorweg zu nehmen, hauptsächlich um Kleinsäuger beziehungsweise Nagetiere handeln. Darum werden Sie den Fang von Wildschweinen und Bären mit Hilfe von Schlagfallen ebenso vergeblich suchen wie das Erlegen von Reh- und Rotwild mit Pfeil und Bogen. Die Gründe hierfür dürften jedem erfahrenen Waldläufer einleuchten. Es ist selbst für den Geübten so gut wie unmöglich frei lebendes und gesundes Großwild mit einem selbst gebauten Bogen oder einer Falle zu jagen. Sicherlich ist man in der Lage, stark geschwächtes oder altes Wild, beziehungsweise Jungwild abzufangen, jedoch wird diese Situation eine Ausnahme sein.
Die in vielen Büchern beschriebenen Methoden des Fallen- und Jagdwaffenbaus sind in der Praxis nicht anwendbar. Der gesunde Menschenverstand verbietet dem Nahrungssuchenden, sich lediglich mit einem Messer oder Speer bewaffnet auf einen Eber oder ein vergleichbar großes Tier zu werfen. Durch den Überlebenstrieb, der stärksten aller uns Lebewesen gegebenen Triebkraft, wird selbst ein kleines Tier im

Kampf um Leben und Tod unerwartet stark und somit gefährlich für Gesundheit oder Leben sein.
Außerdem sind Tiere nur bis zu einer bestimmten Größe für uns als Nahrung geeignet. Die Menge des Fleisches sollte diejenige nicht übersteigen, die innerhalb eines Tages verzehrt werden kann. Uns stehen nur einfache Konservierungsmethoden zur Verfügung, weshalb ein Frischhalten größerer Fleischmengen nicht möglich ist.
Aus diesen Gründen ist die Größe der verwertbaren Tiere auf etwa fünf Kilogramm Lebendgewicht beschränkt. Weitere Aspekte schränken uns in der Auswahl der Beute ein. Die Fangmethoden müssen so einfach wie möglich sein und mit geringem Zeit- und Energieaufwand zum gewünschten Erfolg führen. Auch Häufigkeit und Verbreitung der Arten spielen bei der Wahl der beschriebenen Tiere eine große Rolle. So ist es sinnvoller, über den Fang und die Verarbeitung von Kaninchen zu berichten als über die Jagd von Siebenschläfern. Vor allem Tiere, die in Erdhöhlen, den so genannten Röhren leben, sind für uns von Interesse.
Diese Aspekte lassen die exemplarische Abhandlung folgender Tierarten für sinnvoll erscheinen: Mausartige, Eichhörnchen und Kaninchen. Es wird es für Sie kein Problem darstellen, einen Igel oder einen Nutria zu fangen und zu verarbeiten, wenn Sie dies bei Kaninchen oder Ratten geübt haben. Beachten Sie bitte, dass einige der beschriebenen Tierarten in Deutschland geschützt sind. Das Töten frei lebender Wildtiere, zu welchem Zwecke auch immer, entspricht der Wilderei und ist somit illegal. Das Fangen und Töten von Wildtieren in freier Wildbahn ist zu unterlassen, sofern Sie keine entsprechende Jagdberechtigung innehaben. Auch tot aufgefundene Tiere können unter das Jagdgesetz fallen und sind Eigentum des entsprechenden Jagdpächters. Im Zweifel erbeten oder erkaufen Sie sich bei diesem die Erlaubnis, das Stück verarbeiten zu dürfen.
Eine Möglichkeit Exemplare zum Üben zu besorgen ist der Fang von Mäusen auf dem eigenen Grundstück. Sie können Kleinsäuger auch in Futtertierzuchten erwerben. Im Tierhandel werden zum Beispiel Nager zum Füttern von Reptilien angeboten. Achten Sie trotzdem auf weitere Bestimmungen des Tierschutzgesetzes. Wenn Sie Tiere aus Fallen verwenden, beachten Sie, dass das Tier möglicherweise Gift aufgenommen hat.
Säugetiere
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Die rechtliche Lage wird jedoch anders sein, wenn Sie im Notfall auf Nahrung dieser Art angewiesen sind. Ob Sie das Jagdrecht in der vorliegenden Situation Ihrem Leben überordnen, sei Ihnen überlassen. Der Fang der meisten Säugetiere kann in zwei Kategorien eingeteilt werden. Zum einen haben wir das aktive Ausgraben von Nagern, zum anderen das Aufstellen von einfachen Fallen.

Ratten und Mäuse
Wenn der Stadtmensch von Mäusen spricht, meint er damit meist alles was die Form einer Maus hat. Dazu gehören zuweilen auch Spitzmäuse, die jedoch nicht zu den Nagetieren, sondern zu den Insektenfressern wie Maulwurf und Igel gehören. Letzterer ist aufgrund seines Stachelkleides so gut vor Fraßfeinden geschützt, dass ihm die Natur bis auf ein Zusammenrollen keine weiteren Flucht- und Schutzmöglichkeit gegeben hat. Der Igel ist ein gutes Beispiel dafür, wie Sie ihr angeeignetes Wissen auf andere Arten übertragen können. Aus diesem Grund werden in diesem Kapitel familienfremde Tierarten wie Maus und Spitzmaus zusammengefasst behandelt. Befassen wir uns mit kleinen Röhren bewohnenden Vertretern der Nagetiere. Nehmen wir exemplarisch Ratten und Mäuse.
Nahezu überall lassen sich Nagetiere und Insektenfresser fangen. Sogar auf weitgehend biologisch isolierten Erdteilen haben sich Nagetiere mit großer Geschwindigkeit vermehrt. Ein Grund ihres evolutionären Erfolges ist die ungeheure Fruchtbarkeit, die in mehreren Würfen pro Jahr von sechs bis zwanzig Jungtieren zum Ausdruck kommt. Was dem zivilisierten Menschen als Erntevernichter und Ungeziefer ein Graus ist, kann uns aufgrund der starken Häufung und Verbreitung von großem Nutzen sein.
Im mitteleuropäischen Raum ist es einfach, innerhalb kurzer Zeit genügend Nagetiere als Nahrung für einen Tag zu fangen. Besonders geeignete Orte zum Fang dieser Tiere sind Ufer und lockere Böden, wie sie in Wäldern vorkommen. Um eine Waldmaus zu finden braucht ein erfahrener Überlebenstechniker selten länger eine halbe Stunde.
In der freien Natur lebenden Ratten finden Sie zumeist an Gewässern und in deren Nähe. Ihre Höhlen sind oft in lehmige Erde getriebene Röhren. Es ist nicht einfach bewohnte von unbewohnten Höhlen zu unterscheiden. Da die Rückzugsbereiche dieser Röhren oft weit vom
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Säugetiere
Eingang entfernt liegen und der Kraftaufwand eine solche Höhle aufzugraben erheblich ist, sollten Sie nur sicher bewohnte Höhlen aufgraben. Anzeichen für bewohnte Röhren sind zum Beispiel frische Scharr- und Kratzspuren oder Losung am Eingang.
Kleine Säugetiere werden durch einen Genickbruch getötet. Die Nutzmasse ist meist jedoch nicht größer als 50 Gramm.

Wenn Sie Überblick über das Ufer haben und weitere Löcher finden, sollten diese mit Steinen abgedeckt oder zugedrückt werden, um Fluchtmöglichkeiten zu unterbinden. Wenn Sie an einem benutzten Eingang zu graben beginnen, denken sie daran, dass sich die Ratte zu wehren weiß. Benutzen Sie Handschuhe oder einen Grabstock. Versuchen Sie nie, eines der Tiere mit bloßen Händen zu halten. Es wird sich winden und Ihnen mit den Zähnen erhebliche Verletzungen zufügen.
Ratten fressen ziemlich alles, was sie verdauen können. Deshalb nehmen sie neben Aas und fäkal verseuchter Nahrung auch Parasiten und Krankheitserreger auf. Darum sollten Sie den Rumpf beim Töten
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nicht quetschen, da es durch innere Verletzungen und Austritt von Kot oder Urin in die Leibeshöhle zur Verkeimung des Fleisches kommen kann. Ratten wird man mit einer selbstgebauten Falle kaum fangen können. Die hohe Intelligenz zeichnet die Überlebensfähigkeit dieser Spezies genauso aus wie ihre Zähigkeit und Resistenz gegen für uns Menschen schädliche Umstände.
Einfacher als Ratten sind Mäuse und Ähnliche zu erlegen. Die nur etwa 30 Gramm leichten Tiere besitzen zwar nicht viel nutzbares Fleisch; sie sind aufgrund ihrer Lebensweise jedoch einfach zu fangen. Viele von Ratten übertragene Krankheiten haben den Ursprung in ihrer alles fressenden Nahrungsgewohnheit. Mäuse und Insektenfresser hingegen ernähren sich hauptsächlich von Früchten, Nüssen, Körnern und Insekten. Die Gefahr sich hier an einer gefährlichen Krankheit anzustecken ist geringer als bei den großen Verwandten. Beachten Sie jedoch unbedingt die weiter unten folgenden Ausführungen zum Thema Fuchsbandwurm.
Im Wald werden Sie ohne Mühe Mäuse fangen können. Die Such- und Fangmethode ist denkbar einfach. Wie viele Tiere, suchen sich Mäuse den für sie am sichersten Ort. Dieser ist häufig unter Steinplatten, Holzteilen und zwischen Wurzeln versteckt. Die Röhren dieser kleinen Nager sind oft sogar so nahe unter der Oberfläche angelegt, dass die Gänge nach dem Entfernen der schützenden Abdeckung offen liegen. Nicht selten liegt darunter der Kessel, eine Röhrenerweiterung zum Wohnen und zur Aufzucht der Jungen.
Mäuse fangen bedeutet Steine drehen. Wählen Sie einen Wald- oder Wiesenbereich mit herumliegendem Todholz und lockerem Boden. Streifen Sie umher und wenden jede lose Bodenbedeckung. Drehen Sie auch Baumstämme, die mit einem Teil in der Erde liegen. Selbst recht große Stämme können ohne Schwierigkeiten durch eine Person weggerollt werden. Hierzu scharren Sie auf einer Seite den Boden weg und entfernen Stöcke und Steine, die das Rollen behindern. Nun wird der Stamm angeschoben. Sie werden ihn nicht weit drehen können. Sobald schwerer Widerstand zu spüren ist, wird der Stamm abrupt losgelassen, damit er wieder in die Ausgangsstellung und sogar etwas weiter darüber hinaus zurückrollt. Genau dann, wenn der Stamm den weitesten Ausschlag in Ihre Richtung macht und sich anschickt wieder zurückzurollen, schieben Sie zusätzlich zur Rollbewegung des Stammes an und wippen ihn so immer weiter aus der Kuhle heraus und lassen ihn
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Säugetiere

wieder zurückfallen. Irgendwann sollte bei richtigem Anschieben ein Punkt erreicht sein, an dem sich der Stamm mit geringer Anstrengung vollständig wegrollen lässt. Achten Sie darauf, dass er jedoch noch im letzten Moment zurückschlagen kann. Sichern Sie den Stamm durch Steine oder Holzstücke gegen das Zurückrollen.
Das Abziehen eines Nagetieres entspricht weitestgehend dem eines großen Säugetieres. Das Fell wird von den Hinterläufen angefangen über den Kopf gezogen.
Passen Sie im Moment des vollständigen Freilegens einer Wohnhöhle auf eventuell fliehende Tiere auf. Möglicherweise haben Sie etwaige Bewohner schon durch das Öffnen der Wohnung getötet und können sie einsammeln. Wenn sich Tiere jedoch versteckt gehalten haben, werden sie im Moment der Freilegung aus dem Wohnraum huschen und mit langen Sprüngen im Unterholz oder zwischen den nächsten Wurzeln verschwinden. Seien Sie deshalb mit einer Jagdkeule in ihrer Hand bereit um die Flucht zu verhindern..
Gefangene Mäuse werden sich mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr wehren, wenn sie ergriffen worden sind. Sie resignieren vielmehr und erstarren im Schreck. Da sich Nagetiere häufig vermehren, ist es
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möglich, dass Sie neben einer erwachsenen Maus auch mehrere Jungtiere mit fangen. Je nach Art können Sie so bis zu hundert Gramm Nahrung pro Höhle finden.
Wenn Sie nicht direkt den Kessel finden sondern einen Gang entdecken. können Sie diesen bis zur Wohnstube aufgraben. Erweitern Sie die Röhre, indem Sie mit einem Grabstock hinein stoßen und nach oben aufhebeln. Der Gang kann sich direkt unter der Oberfläche in immer wiederkehrenden Schleifen sogar überschneiden. Wenn er fast senkrecht in die Tiefe führt ist das ein sicheres Zeichen dafür, dass sie in die richtige Richtung gegraben haben. Andernfalls werden ihre Bemühen an einem Ausgang enden. Sie werden schnell die nötige Erfahrung haben, wo Tiere gefunden werden können.

Achten Sie beim Ausnehmen darauf, dass Sie Harnblase (der Messerspitze folgend) sowie Leber (groß und dunkel in Brustbeingegend) und Darm nicht verletzen, damit darin enthaltene Flüssigkeiten und Parasiten nicht mit dem Fleisch in Berührung gebracht werden.
Weitere Stellen, wo Mäuse häufig gefangen werden können, sind morsche aber trockene Baumstämme. Nicht selten sind diese im Kern hohl und dienen als Wohnraum. Solche Stämme sollten Sie immer in Augenschein nehmen. Benutzen Sie den Hebelstock und schälen den Stamm, indem Sie die einzelnen Schichten Holz abhebeln. Dazu wird die Hebelspitze in das Holz gerammt und nach unten weggedrückt. So
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Säugetiere
lassen sich nebenbei auch Insekten und Larven sammeln. Wenn der Stamm tatsächlich hohl ist, wird er irgendwann regelrecht platzen und auseinander klappen. Die Bewohner werden nicht fliehen, während der Stamm bearbeitet wird, sondern darin bleiben, bis er geöffnet ist. Erst dann werden Fluchtversuche unternommen. Auch hier sollten Sie bereit sein flüchtende Tiere abzufangen.
Um ein SO kleines Nagetier auszunehmen ist ein wenig Fingerspitzengefühl gefragt. Das Zubereiten ist im Absatz „Kaninchen“ ausführlich beschrieben. Bei kleinen Nagetieren und Eichhörnchen funktioniert es analog.
Kaninchen
Kaninchen sind im Vergleich zu ihren Verwandten, den Feldhasen kleiner und wendiger. Der Feldhase schläft im Gegensatz zu den Kaninchen in gescharrten Kuhlen und nicht in Höhlen, was den Fang ohne Schusswaffe nahezu unmöglich macht. Kaninchen hingegen leben in der Regel paarweise in einem Bau, der mehrere Ein- und Ausgänge und eine tiefliegende Kammer besitzt. Durchschnittlich werden Kaninchen bis zu vierzig Zentimeter lang und um drei Kilogramm schwer. Die Masse des verwertbaren Fleisches ist also reichlich vorhanden. Kaninchen vermehren sich bis zu sieben Mal im Jahr, wobei jeder Wurf acht Jungtiere groß sein kann.
Einen bewohnten Kaninchenbau können Sie leicht durch vor den Eingängen liegender Losung, den typisch faserigen dunkelbraunen Kügelchen, erkennen. Kaninchen sind sehr anpassungsfähig und können fast jede Umgebung besiedeln. Ohne natürliche Feinde vermehren Sie sich so schnell, dass sich ihre Population durch fehlende Nahrung selbst einschränkt. Was eine ökologische Katastrophe ist, kann Menschen im Notfall das Überleben und dem Extremreisenden die Mahlzeit sichern.
Der Bestand der wilden Kaninchen wurde in der Nachkriegszeit enorm dezimiert. Nicht nur, weil sie in Zeiten der Not gejagt und gegessen wurden, sondern auch, weil sich eine Viruserkrankung, die Myxomatose, zu einer regelrechten Kaninchenseuche ausweitete, der ein großer Teil der Tiere zum Opfer fiel. Die von Stechmücken und anderen Blut saugenden Parasiten übertragene Krankheit ist für den Menschen absolut ungefährlich. Nach der Infektion eines Kaninchens entzünden sich die Augen und Atemwege des Tieres und schwellen an. Halbblind hoppeln
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diese Tiere völlig orientierungslos umher, unfähig Nahrung aufzunehmen. Myxomatose ist nicht heilbar. Infizierte Kaninchen werden mit ziemlicher Sicherheit sterben. Solche kranke und wehrlose Tiere sind natürlich eine leichte Beute für Raubtiere so wie für uns. Mit dem Wissen, dass sich die Krankheit nicht auf den Menschen überträgt, können Sie so entdeckte Kaninchen leicht fangen und von seinen Qualen erlösen. Es kann so wie ein gesundes Tier zubereitet werden.
Gesunde Kaninchen mit der Hand zu fangen ist nicht möglich. Als Meister im Hakenschlagen entkommen sie selbst schnellen Raubtieren. Die Möglichkeit, die realistisch zum Erfolg führen kann, ist das Schlingfallenlegen am Kaninchenbau. Da die Ein- und Ausgänge durch das häufige Benutzen erweitert sind, bedarf es keines scharfen Blickes, um eine Wohnstätte zu entdecken. Die Röhren sind in der Regel in verschiedene Richtungen gewandt und innerhalb eines Umkreises von etwa fünf Metern angelegt. Wenn ein Kaninchen den Bau verlassen will, muss es zwangsläufig eines der Röhren passieren.
Kaninchen bleiben zumeist tagsüber in ihrem Bau, um ihn bei Anbruch der Dämmerung zur Äsung zu verlassen. Tagsüber können wir uns relativ sicher am Bau bewegen, ohne dass die Kaninchen misstrauisch werden. Jeder Eingang des Baus muss mit einer Schlinge versehen werden. Hier haben wir zwei Möglichkeiten. Entweder benutzen wir eine Federschlinge, also eine solche die bei Auslösung nach oben schnellt oder eine einfache Schlingfalle, die locker geknotet ist und bei leichter Berührung zusammenfällt. Den Bau von Schlingenfallen finden Sie im Kapitel,,Fallen und Behelfe”.
Die fertigen Schlingen werden so in der Röhre befestigt, dass ein Kaninchen beim hindurchgehen zwangsläufig daran hängen bleibt. Die Schnur und die Knoten müssen darauf ausgelegt sein, dass das Tier im Todeskampf letzte große Kraftreserven mobilisieren kann. Um unnötige Qualen zu vermeiden, sollten Sie die Fallen regelmäßig kontrollieren.
Ist ein Kaninchen durch eine der Schlingen gefangen, wird es mit der flachen Hand gegen den Boden gepresst und durch einen kräftigen, stumpfen Schlag mit einer Jagdkeule auf den Kopf betäubt. Unmittelbar danach werden die Halsschlagadern mit einen Schnitt durch die Kehle geöffnet. Das Tier wird an den Hinterläufen aufgehängt und entblutet.
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Zum Abziehen wird das getötete Kaninchen am besten kopfüber aufgehängt. Nun wird mit einem Messer oder einer anderen scharfen Klinge ein Schnitt um die Sprunggelenke gezogen und das Fell am Bein angehoben. Drehen Sie den Körper so, dass der Bauch zu Ihnen zeigt. Schneiden Sie vorsichtig die Haut an den Läufen entlang ein. Dabei sollten sie nicht zu tief in das Fleisch dringen, da dies das Abziehen erschweren würde. Beide Schnitte treffen sich zwischen den Läufen auf Höhe der Geschlechtsorgane. Wenn der Schnitt richtig gesetzt wurde, lässt sich nun das Fell an den Gelenken abheben, in einem Stück vom Körper abziehen. Sie können dem Kaninchen sprichwörtlich das Fell über die Ohren ziehen. Eingewachsene Körperteile wie Vorderfüße und Blume werden abgetrennt und zusammen mit dem Fell entfernt. Sie werden sich möglicherweise über die tatsächliche Größe des abgezogenen Tieres wundern. Mit Fell erscheint das es viel massiger zu sein, als es tatsächlich ist.
Um das Tier auszuweiden, wird die Bauchhöhle mit einem Schnitt geöffnet. Verletzen Sie dabei keine Organe. Der Bauchraum wird ausgeräumt. Speise- und Luftröhre werden durchtrennt und das Becken durch einen Schnitt aufgebrochen, der Analbereich entfernt. Achten Sie darauf, dass die Bauchhöhle vollständig leer geräumt ist. Besonders die im Analbereich paarig im Becken liegenden, so genannten Analdrüsen und die Nebennieren müssen entfernt werden. Sie würden das Fleisch durch einen widerlichen Geschmack vergällen.
Vielleicht haben Sie schon einmal etwas vom Verhungern durch Kaninchenfleisch gehört. Die Fachliteratur beschreibt gewisse Risiken, die durch den Verzehr von Kaninchen entstehen können. Zwar besitzt das weiße und zarte Kaninchenfleisch einen recht hohen Nährwert, doch ist es fast vollständig frei von Fetten und Ölen. Aufzeichnungen berichten von Gestrandeten, die durch das Essen von ausschließlich Kaninchenfleisch verhungert seien. Sollten Sie aus irgendwelchen Gründen gezwungen sein, sich alleine von Kaninchen oder anderen Tieren mit sehr trockenem und fettarmen Fleisch zu ernähren, sollten Sie nicht nur das Muskelfleisch essen, sondern besonders auf die fetthaltigen Körperteile achten. Diese sind Him, Magen, Leber und Herz. Das Him erreichen Sie durch das Aufschlagen des Schädelknochens. Die Leber ist ein unpaariges, dunkelrotes Organ in der Bauchhöhle des Tieres. Das Herz ist im Brustbereich zu suchen, den Magen finden Sie, indem Sie der Speiseröhre folgen.
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Wie bei allen Organen besteht eine erhöhte Gefahr von parasitärem Befall bei rohem Verzehr. Aus diesem Grund müssen die Organe besonders sorgfältig gegart werden.
Eichhörnchen
Eichhörnchen und ihre Verwandten sind in vielen Ländern der Welt beheimatet. Die flinken Kletterer mit dem buschigen Schwanz sind als Nahrungstiere besonders gut geeignet, da sie neben dem optimalen Gewicht von etwa 400 Gramm auch relativ einfach zu ködern und fangen sind.
Eichhörnchen und andere Baumhörnchen leben fast ausschließlich auf den Bäumen. Nur zum Sammeln von Nahrung auf dem Boden und zum Wechseln des Baumes, verlassen sie die sicheren Wipfel. Während Eichhörnchen mit einer Schleuder oder einem Gewehr einfach zu erlegen sind, ist der Fang ohne Fernwaffen etwas komplizierter. Es bieten sich zwei mögliche Fangmethoden an. Das Erschlagen mit einer langen Jagdkeule und das Fangen mit Baumschlingen.
Eichhörnchen sind trotz ihrer geringen Größe sehr zutraulich und verspielt. Viele ältere Menschen und auch Kinder füttern Eichhörnchen regelmäßig in Parks. Hin und wieder nehmen die kleinen Nagetiere sogar Nüsse direkt aus der Hand an. In manchen Ländern machen sich gelangweilte Jugendliche einen Spaß daraus „Eichhörnchenschleudern” zu bauen. Das sind überdimensionierte Steinschleudern, in deren Korb Eichhörnchen gelockt und verschossen werden. Wir wollen diese Tierquälerei sicherlich nicht gut finden, sie zeigt uns jedoch wie einfach es ist, Baumhörnchen anzulocken.
Am liebsten fressen die Tiere Nüsse und Baumsamen. Vor allem mit Haselnüssen lassen sie sich locken. Sehr häufig lässt sich ihr Bestand schon von weitem an den am Stamm herumflitzenden Tieren erkennen. Sammeln Sie geeignete Nahrung aus der Umgebung, legen sie in kleinen Häufchen aus und beobachten diese. Mit etwas Glück wird der Köder entdeckt und angenommen. Sie sollten in der Nähe und sich ruhig verhalten. Sie können die Nüsse auch in einer kleinen Straße zu ihrem Standort auslegen. Möglicherweise wird es einige Zeit dauern, bis sich ein Tier an Sie herantraut. Ist es soweit, sollten Sie mit der langen Jagdkeule bereitstehen. Holen Sie langsam aus und bleiben still, bis das

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Tier nah genug heran gekommen ist, um es dann mit einem geschwungenen Schlag zu erschlagen.
Diese Methode hört sich nicht nur recht brutal an, sie ist auch brutal und kann das Baumhörnchen verfehlen, streifen und ihm so Verletzungen und Schmerzen zufügen ohne es zu töten. Im akuten Nahrungsnotfall müssen Sie selbst entscheiden, ob und wie Sie ein Lebewesen töten.
Die zweite Methode ist das Auslegen von Baumschlingen. Diese Fallenform ist besonders erfolgreich, wenn Bäume so weit von einander entfernt stehen, dass Eichhörnchen den Stamm nicht durch einen Sprung wechseln können. Sie kommen mit kleinen Sprüngen den Stamm heruntergeklettert, um etwa einen Meter über dem Boden abzuspringen. Dieses Verhalten zu kennen ist wichtig, um die Schlingen in der richtigen Höhe anzubringen.
Eine Baumschlinge ist nicht etwa eine einzige Schlinge, sondern vielmehr eine Anordnung vieler kleiner Schlingen um den Stamm. Verwenden Sie wenn möglich durchsichtige Nylonschnur, dünnes aber stabiles Garn oder Draht. Binden Sie in der Höhe von mindestens anderthalb Metern eine Schlinge rund um den Stamm und verknoten diese fest. Nun stellen Sie aus kleinen Schnurstückchen mehrere Schlingen mit etwa zehn Zentimetern Durchmesser her. Hierzu wird an das deren Ende eine kleine Schlaufe geknotet, durch die das andere Ende der Schur gezogen wird.
Der so entstandene Ring zieht sich bei leichtem Zug zu. Die vorbereiteten Schlingen werden nun an die Schnur am Stamm geknüpft und so gedreht, dass sie senkrecht vom Baum abstehen. Klettert ein Eichhörnchen den Stamm entlang und streift dabei eine der Schlingen, wird es mit großer Wahrscheinlichkeit hängen bleiben. Ein regelmäßiges Überprüfen dieser Falle ist unverzichtbar, da die so gefangenen Tiere durch diese Falle nicht getötet werden sondern elend verenden würden. Mit einem Eichhörnchen verfahren Sie beim Schlachten wie mit Kaninchen.

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Zum Üben der nötigen Fertigkeiten sollten Sie immer auf tot aufgefundene Tiere zurückgreifen. Bei dem hier während eines Survivaltrainings zerlegten Tier handelte es sich um ein Straßenverkehrsopfer.
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Gefahren
Wenn wir tierische Notnahrung sammeln, kann man sagen, dass wir das Mahl mit erhöhtem Energieaufwand und vor allem mit dem Risiko einer Verletzung oder Krankheit vergelten. Gerade beim Fang von Säugetieren besteht eine erhöhte Gefahr gebissen zu werden oder durch den Verzehr unsachgemäß zubereiteter Nahrung zu erkranken. Hier werden die wichtigsten Gefahren und deren Vermeidung beschrieben.

Abwehrverhalten
Mit dem Überlebenstrieb als Initiator können gefangene, verletzte oder in die Enge getriebene Tiere ungeahnte Kräfte und Mut zeigen. Gerade Säugetiere haben aufgrund ihrer relativ zur Umgebung wärmeren Körpertemperatur jederzeit die Möglichkeit, sich gegen Angreifer zu wehren. Das Verhalten wird von Spezies zu Spezies verschieden sein. Einige Tiere resignieren und stellen sich tot, sobald sie merken, dass es keine Fluchtmöglichkeit gibt. Andere werden bis zum letzten Atemzug mit dem vollen Einsatz ihrer verfügbaren Kräfte kämpfen. Nicht zu unterschätzen ist dabei die Gefahr die vom Kiefer mit den mehr oder weniger großen Zähnen ausgeht. Bisse sowie Kratzer von Klauen beziehungsweise Krallen können gefährliche Wundinfektionen bis hin zur Sepsis verursachen.
Auch die Gefahr, die von Fußtritten ausgeht, ist nicht zu unterschätzen. Um ein solches Risiko zu minimieren sollten sie einige Regeln beachten. Bei der Wahl eines Beutetieres sollten Sie sich auf Arten der Größe beschränken, die einfach zu fangen und innerhalb eines Tages zu verwerten ist. Tragen Sie wenn möglich Handschuhe oder einen anderen Handschutz beim Einfangen oder Ausgraben und versuchen Sie die Füße und Waden zu schützen. Nähern Sie sich einem verletzten Tier nur so nahe, dass es mit einer langen Jagdkeule getötet werden kann.
Unterschätzen Sie nie die Kraft eines gefangenen oder verletzten Tieres und respektieren und schützen Sie das Leben derer, die Sie nicht als Nahrung verwenden.
Viren
Viren sind infektiöse Erreger ohne eigenen Stoffwechsel. Im Grunde enthalten sie nur genetische Informationen, mit welchen Wirtszellen infiziert werden. Für uns stellen Viren, die von Tieren auf den Menschen
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übertragen werden können eine große Gefahr dar. Dazu gehören zum Beispiel Hanta und Pocken.
Hantaviren sind für uns von Bedeutung, weil sie vor allem durch Nagetiere verbreitet werden und leicht auf den Menschen übertragbar sind. Wie die meisten Krankheitserreger lässt sich das Risiko durch vorsichtiges Handhaben der Beute und gründliches Kochen sowie Abkochen der Schlachtwerkzeuge minimieren. Eine Übertragung lässt sich jedoch kaum ausschließen.
Risikofaktor Ratte. Diese Wanderratte hat zwar viel verwertbares Fleisch, ihre Art ist jedoch als Krankheitsüberträger gefürchtet.

Eine der Viruserkrankungen, vor der sich der Nahrungssuchende besonders in Acht nehmen muss ist Tollwut. Die Tollwut ist außer auf dem fünften Kontinent auf allen wärmeren Kontinenten ein ernstzunehmendes Risiko. In Mitteleuropa ist der häufigste Überträger der Rotfuchs. Da dieser auch häufiger Überträger einer anderen gefährlichen Krankheit, des Fuchsbandwurmes ist, sollte er als Beutetier nur im äußersten Notfall und unter Beachtung aller Schutzvorkehrungen verwendet werden. Tollwut ist eine Erkrankung, die ohne Behandlung sicher zum Tode führt. Der Erreger wird sehr leicht übertragen. Häufig durch den Kontakt von Speichel mit Blut oder Blut mit Blut.
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Die Tollwut zeichnet sich in ihrem Verlauf durch die Zerstörung des Denkapparates durch eine Hirnhautentzündung aus. Hieraus resultiert ein artenanormales Verhalten. Tollwut kann auf viele verschiedene Tierarten übertragen werden. Infizierte Tiere sind ungewöhnlich aggressiv oder zutraulich. Und genau darin besteht für uns eine große Gefahr an ein tollwütiges Tier geraten. Ungewöhnlich einfach zu fangende Tiere sind mit besonderer Aufmerksamkeit zu betrachten. Dies ist sicherlich leichter, wenn wir den Krankheitsverlauf und die Symptome kennen.
Das Verhalten eines an Tollwut erkrankten Tieres lässt sich in zwei Kategorien einteilen. Einerseits in ein unerwartet aggressives Angriffsverhalten, welches sich ohne sichtbaren Grund aus einer zutraulichen Annäherungsphase heraus entwickeln kann und andererseits ein ruhiges, übermäßig zurückgezogenes und lethargisches Verhalten.
Bei fortgeschrittener Erkrankung erfolgt durch die Zerstörung des Nervensystems eine Rachenlähmung, die das Schlucken des Speichels verhindert und so zum typischen Schaum vor dem Mund und zu unkontrolliertem Speichelfluss führt. Jedoch auch Tiere ohne äußere Anzeichen können infiziert sein.
Zumeist wird Tollwut durch den Biss des infizierten Tiers übertragen. Der Speichel enthält eine hohe Konzentration des Erregers. Eine Übertragung kann schon dadurch erfolgen dass Ihnen ein erkranktes Tier über einen Kratzer leckt. Eine weitere Übertragung kann erfolgen wenn Sie infizierte Beute aufbrechen oder häuten und mit Blut oder Gewebeflüssigkeit in Berührung kommen. Da sich das nicht vermeiden lassen wird, sollten Sie besonders auf die Krankheitsmerkmale achten, um potentiell erkrankten Tieren aus dem Weg zu gehen.
Wenn Sie von einem Tier gebissen wurden, sollten Sie umgehend einen Arzt aufsuchen. Der Erreger bewegt sich recht langsam über die Nervenbahnen zum Hirn, weshalb auch nach einem Biss eine Impfung Schutz bieten kann. In der Wildnis, wo Sie keine Möglichkeit haben einen Arzt aufzusuchen, muss Sie die Wunde sofort mit Seife auswaschen werden. Da das Virus sensibel auf alkalische Umgebung reagiert, bietet dies einen geringen Schutz. Außerdem kann die Wunde ausgebrannt oder ausgeschnitten werden, sofern Sie vermuten, dass das Tier infiziert war und keine Hilfe innerhalb der nächsten drei Tage zu erwarten ist.
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Wer sich weiter über die Risiken von Tollwut informieren will, möge sich an die Forstverwaltung oder das Gesundheitsamt wenden.
Bakterien
Auch Bakterien können für uns eine Gefahr darstellen. Besonders riskant sind Jagd und Verzehr von geschwächten oder tot aufgefundenen Tieren, sowie von solchen, die aus schmutziger und bakteriell hochgradig verseuchter Umgebung, wie Kanalisation oder Mülldeponie, kommen. Wichtig im Zusammenhang mit bakteriellen Vergiftungen sind vor allem die Konzentrationen gefährlicher Bakterien.
Warmes und feuchtes Klima steigert die Bakterienvermehrung, Kälte verlangsamt oder stoppt sie. Hitze über 70 Grad zerstört die meisten Bakterien. Maßnahmen gegen Gefahren durch Bakterienvermehrung sind sofortige Verarbeitung von gejagten Tieren, Meidung von tot Aufgefundenen und erhöhte Hygiene beim Schlachten, soweit dies in unserer Situation möglich ist.
Oft führt der Verzehr von bakteriell verseuchter Nahrung zu einer Lebensmittelvergiftung, die bei geschwächten Personen auch tödlich verlaufen kann. Schuld hierfür sind meist giftige Spalt- und Abbauprodukte der Bakterien. Hier würde ein Abkochen die Nahrung nicht genießbar machen können.
Als schwerste Form einer Lebensmittelvergiftung gilt der Botulismus, eine durch das anaerobe Bakterium,,Clostridium botulinum” verursachte Vergiftung. Das von ihm produzierten Gift, das so genannte Botulinus- Toxin (auch in Schönheitspraxen bekannt unter dem Handelsnamen ,,Botox”) gilt als eines der stärksten Nervengifte überhaupt. Es ist um ein vielfaches gefährlicher als Amanitine, die Gifte der Knollenblätterpilze. Der Botulismus ist zwar selten und tritt meist in Verbindung von verdorbenen Konserven auf, er ist jedoch nahezu immer tödlich. Konservierte Nahrung tierischer Herkunft sollte ergo immer luftig verpackt und transportiert werden.
Andere Bakterienarten wie zum Beispiel Salmonellen sind für Infektionskrankheiten verantwortlich. Auch die Hasenpest, die auch unter dem Namen Tularämie bekannt ist, stellt eine beispielhafte Bedrohung dar. Die Krankheit befällt Nagetiere und kann beim Kontakt mit Menschen übertragen werden. Diese bakterielle Infektion kann
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ähnlich wie die Hantavirusinfektion tödlich verlaufen. Zur Vermeidung sind auch hier die wichtigsten Gegenmaßnahmen Abkochen von Fleisch und Werkzeugen sowie Händewaschen nach Umgang mit Tieren.
Ektoparasiten
Eine nicht zu unterschätzende Gefahr sind Parasiten, die den Wirt von außen befallen, also so genannte Ektoparasiten sind.
Die für uns wichtigsten Vertreter dieser Gruppe sind Zecken, Milben und Flöhe. Beim Hantieren an Beutetieren besteht die Möglichkeit, dass im Fell oder Gefieder lebende Parasiten auf den nächst wärmerem Wirt umsteigen. Das sind in diesem Falle Sie.

Die Epidermis vieler Wildtiere ist überseht von Zecken, Läusen und ähnlichen Ektoparasiten, die den Menschen befallen können.
Die zumeist von Blut lebenden Tiere verursachen neben Sekundärinfektionen an der Bissstelle auch die Ansteckung verschiedener, unter Umständen lebensgefährlicher Krankheiten. Zecken zum Beispiel übertragen Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und Borreliose. Gegen FSME sollten sie sich unbedingt impfen lassen, wenn Sie sich häufig in Risikogebieten bewegen.
Um sich vor Ektoparasiten zu schützen, sollten sie am Tier mit freien Unteramen arbeiten. So können Sie Parasiten erkennen und entfernen,
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bevor sie sich in der Kleidung verstecken. Außerdem können Sie die Beute nach dem Ausbluten etwas auskühlen lassen. Der kalte Körper wird von einigen Parasiten verlassen.
Endoparasiten
Die häufigsten Parasiten, die im Körperinneren des Tieres leben, also Endoparasiten genannt werden und uns Menschen schädigen können sind zum Beispiel Leberegel, Bandwürmer, Trichinen und Spulwürmer. Hier werden exemplarisch der kleine Fuchsbandwurm und die Trichine behandelt.
Die Entwicklung des kleinen Fuchsbandwurmes vom Ei zum adulten Wurm verläuft über einen Zwischenwirt. Häufig sind dies kleine Nagetiere. So darf man nicht davon ausgehen, dass nur Füchse von diesem Parasiten befallen werden. Vielmehr sind Füchse die Endwirte, die durch den Bandwurmbefall selbst nicht eingeschränkt werden sondern ihre Umgebung durch hochinfektiöse Ausscheidungen kontaminieren.
Die im Darm des Fuchses lebenden Würmer sind nur wenige Millimeter groß. Mit den Ausscheidungen des Wirtstieres werden eingekapselte Eier unter anderem auch auf Pflanzen und Früchten verteilt, weshalb es nicht ohne Risiko ist, Beeren vom Boden zu sammeln und ungekocht zu verzehren. Die Eier sind gegen Hitze und Kälte beständig und bleiben mehrere Monate entwicklungsfähig.

Die im Darm des Fuchses lebenden Würmer sind nur wenige Millimeter groß. Mit den Ausscheidungen des Wirtstieres werden eingekapselte Eier unter anderem auch auf Pflanzen und Früchten verteilt, weshalb es nicht ohne Risiko ist, Beeren vom Boden zu sammeln und ungekocht zu verzehren. Die Eier sind gegen Hitze und Kälte beständig und bleiben mehrere Monate entwicklungsfähig.
Wird sie von Nagetieren aufgenommen, schlüpft die Larve, bohrt sich durch die Darmwand und setzt sich zumeist in der Leber fest. Das Organ wird wie durch einen Tumor befallen und zerstört. Wird ein geschwächter Zwischenwirt von einem weiteren Tier aufgenommen, so befallen die mittlerweile ausgewachsenen Würmer dessen Dünndarm. Der Lebenszyklus beginnt hier wieder von vorne. Für den Menschen als Fehlzwischenwirt entsteht eine große Gefahr durch diesen Bandwurm. Er zerstört innerhalb von Jahrzehnten Organe, wie Leber, Lunge und Hirn.
Der Überlebenstechniker sollte auf das Verzehren von ungekochten Früchten verzichten, wenn diese in einer Höhe unter 80 Zentimetern über der Erde gesammelt wurden. Auch beim Abziehen von Beute ist zu beachten, dass im Fell klebende Kotreste mit Bandwurmeiern aufstäuben
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und durch Einatmen aufgenommen werden können. Waschen Sie ihre Hände nach dem Kontakt mit Fell und Innereien gründlich. Die wichtigste Vorsichtsmaßnahme ist wie immer das sorgfältige Zubereiten, also das vollständige Garen des Fleisches.
Auch Trichinen sind kleine parasitär lebende Tiere, nämlich Fadenwürmer, die durch die Aufnahme befallenen Fleisches übertragen werden können. Als Wirt kommen alle Tiere in Frage, die Fleisch fressen. Dazu gehören auch Mischkostverwerter wie Schweine und Ratten. Die kleinen Würmchen entwickeln sich in Magen und Darm zu geschlechtsreifen Tieren. Im Darm gezeugte Nachkommen bohren sich durch die Darmwand und erreichen die quergestreifte Muskulatur von hauptsächlich Zwerchfell und Gliedmaßen, wo sie sich festsetzen und eingekapselt werden.
Die Larven bleiben so Jahrzehnte lebensfähig. Der Befall eines Menschen kann tödlich verlaufen. Trichinen kann der Laie mit dem bloßen Auge nicht entdecken. Der vorsichtige Nahrungssuchende geht bei jedem gefangenen Tier generell davon aus, dass es befallen ist und erhitzt es vollständig über 70° Celsius, noch besser bis zum Siedepunkt. Dies gilt auch für Tiere die kein Fleisch fressen. Tierische Notnahrung ist zur eigenen Sicherheit bis auf wenige Ausnahmen immer zu erhitzen.
Verdorbenes Fleisch
Bei Normaltemperaturen gehen verendete oder getötete Lebewesen unmittelbar nach Herzstillstand in die Verwesung über. In einer Notfallsituation, in der uns vermutlich keine Kühlung zur Verfügung stehen wird, ist es erforderlich, das Tier unmittelbar nach dem Fang zuzubereiten. Bei der Verwesung von Fleisch entstehendes Leichengift kann dem Menschen durch giftige Spaltprodukte und Krankheitserreger gefährlich werden. Näheres über Verwesung finden Sie im Kapitel ,,Insekten, Larven, Würmer und Spinnen”. Fleisch, das nach Aas riecht, darf nicht mehr verwendet werden. Weitere Zeichen fortgeschrittener Verwesung sind blasse Farben und dunkle Flecken der Haut sowie schleimige Oberfläche angeschnittenen Gewebes und geringer Widerstand gegen Druck. Verdorbenes Fleisch kann als Köder für Fallen, zum Angeln oder zur Zucht von Fliegenmaden verwendet werden.

Tot aufgefundene Tiere
In besonderen Notzeiten sowie auf speziellen Expeditionen wird sich manchmal nicht vermeiden lassen, post mortem aufgefundene Tiere zu verwerten. Vorab sollten Sie sich im Klaren darüber sein, dass Sie sich hierbei mit ungenügender Sorgfalt schnell in Lebensgefahr begeben können. Einige Informationen sollten Sie aus dem Fundort und dem. Zustand des Tieres entnehmen, bevor Sie es verwerten.
Bevor Sie eine weitere Einschätzung vornehmen, klären Sie unbedingt die Todesursache. Tiere ohne erkennbaren Todesgrund sollten auf keinen Fall verarbeitet werden. Hier liegt Tot durch Krankheiten, die möglicherweise auch auf den Menschen übertragbar sind, nahe. Todesursachen, die den späteren Verzehr nicht verbieten, sind zum Beispiel überfahrene oder in Feuern verendete Tiere, von Raubtieren hinterlassene Kadaver, durch Strommasten getötete oder in Netzen beziehungsweise Fallen gefangene Exemplare.
Dünne Gewebestücke dieses vor Monaten in sehr trockener Umgebung verendeten Rindes sind theoretisch als natürliches Beef-Jerky essbar.
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Tot aufgefundene Tiere
Besonders interessant sind Außentemperatur und Körpertemperatur des Kadavers. In sehr heißen Gegenden wird das Gewebe des Tieres innerhalb weniger Stunden ungenießbar sein. Bei größeren Kadavern erkennen sie schon nach wenigen Stunden, dass Gärgase die Bauchhöhle aufblähen. Ein Tier in diesem Zustand ist nicht mehr essbar. Kleine Tiere oder sehr dünne Gewebebereiche wie Ohren, Lippen und teilweise Extremitäten trocknen jedoch schnell aus und können selbst nach Monaten in Dürre liegend noch überlebenswichtige Nahrung darstellen.
Befindet sich der Kadaver jedoch in kalter Umgebung, unter 5 Grad Celsius oder sogar unter dem Gefrierpunkt, kann er einige Tage bis Wochen verwertbar sein. Schwierig ist das Einschätzen bei einer Umgebungstemperatur zwischen diesen beiden Extremwerten. Liegt die Außentemperatur spürbar unter Körpertemperatur, können sie anhand der Restwärme des Tieres abschätzen, wie lange es schon tot ist. Fäulnisvorgänge können jedoch bei schon lange verendeten Tieren die Temperatur erhöhen.
Ein ziemlich sicheres Zeichen dafür, dass der Tot relativ kurz vorher eingetreten ist, ist die Totenstarre. Sie ist ein deutliches Indiz einer noch vorhandenen Zellstruktur im Muskel. Durch fortschreitende Zersetzung löst sich diese Erstarrung wieder. Tiere mit ausgeprägter Totenstarre sind in der Regel verwertbar.

Ein weiterer, wichtiger Test ist die Untersuchung des Gewebes. Wenn es den typischen Leichengeruch verströmt, ist es auf keinen Fall genießbar. Besonders gut bieten Körperöffnungen Aufschluss über den Zustand. Testen Sie den Geruch des Mundes. Hier lässt sich Totengeruch sehr früh feststellen. Sehr schwer ist die olfaktorische Einschätzung jedoch bei Tieren, die einen starken Eigengeruch besitzen. Nagetiere wie Ratten und Eichhörnchen zum Beispiel oder einige Reptilienarten verströmen einen stechenden Geruch, der nicht ohne weiteres von Leichengeruch unterschieden werden kann.
Die nächste Untersuchung wird am Fleisch selbst vorgenommen. Wenn alle anderen Faktoren dafür sprechen, dass das Fleisch essbar ist, schneiden sie es mit einem Messer ein und testen noch einmal den Geruch. Ziehen sie das Gewebe auseinander. Erscheint dieses gelb- weißlich, schleimig und zerfasert beim Auseinander ziehen, ist es
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verdorben. Ist es jedoch rot, trocken und fest, können Sie davon ausgehen, dass es relativ bedenkenlos zubereitet werden kann.
Bei der weiteren Zubereitung sollten Sie jedoch besonders großen Wert auf Hygiene und gründliches Garen legen.

GEFÄHRLICHE LEBEWESEN
IE MEISTEN TIERE werden versuchen, dem Menschen aus
Ddem Weg zu gehen, es sei denn, sie werden gereizt, sind
verletzt oder hungrig oder man treibt sie in die Enge. Aller- dings kann es passieren, dass Sie sie versehentlich provozieren, was besonders dann leicht geschehen kann, wenn die Tiere Junge führen, denn selbst friedliche Pflanzenfresser werden ihren Nachwuchs wütend verteidigen. Sie sind in ihrer Welt nur ein Besucher – versuchen Sie das zu respektieren.
NORDAMERIKA
Auf dem Kontinent herrscht größtenteils ein gemäßigtes Klima, obwohl dort auch Gebirge, trockene Ebenen und heiße Wüsten zu finden sind. In den unzugänglichen Waldgebieten leben immer noch große Beutejäger, etwa der Grizzlybär und der nordamerikanische Timberwolf (Canis lupus lupus), während in den wärmeren Regionen kleinere, aber giftige Lebewesen wie die Diamantklapperschlange (Crotalus) und die braun gefärbte Speispinne (Loxosceles reclusa) zu Hause sind. Die meisten der für den Menschen gefährlichen Lebewesen der gemäßigten Zonen verfallen während der kalten Jahreszeit in eine Winterstarre oder halten Winterschlaf.
Grizzlybär
(Ursus arctos horribilis) Der Grizzlybar ist von Natur aus nicht aggressiv, und er wird eber Reifsausnehmen, wenn er einem Wanderer begegnet, als ibn anzugreifen. Die lebensgefährliche Aus- nahme für diese Regel stellt eine Bärin mit Jungen dar.
SÜDAMERIKA
Korallenschlange (Micrurus) In Nordamerika leben viele Korallenschlangenarten, die allesamt auffällig bunt gefärbt sind. Weitere Arten finden sich auch in Südostasien und Süd- amerika. Die Schlangen wer- den bis zu 1m lang. Sie sind zwar sehr giftig, baben aber nur kurze Fangzabne, sodass ihr Biss nicht durch die Klei- dung dringen kann.
Tropische Regenwälder (siebe Seite 145) bedecken weite Teile Südamerikas. Hier leben Tau- sende von unterschiedlichen Tier- arten, unter ihnen auch viele gif- tige Spezies. In der üppigen tropischen Vegetation sind Insek- ten und Schlangen zahlenmäßig am stärksten vertreten. Es gibt aber auch größere Tiere – Wild- schweine, Jaguare oder Amphi- bien, die dem Menschen gefährlich werden können. Die Bullen der am südlichsten Zipfel des Kontinents anzutreffenden See-Elefanten (Mirounga) können während der Brunftzeit extrem aggressiv werden.
Mississippialligator (Alligator mississippiensis)
Er lebt in den Sumpfgebieten im Süd- osten der USA. Bewegungslos lauert er seiner Beute auf, manchmal über Stunden hinweg: er kann sich aber auch unglaublich schnell bewegen.
Piranha (Serrasalmus) Dieser gefürchtete südamerikani- sche Fisch besitzt rasiermesser- scharfe Zabne. Verletzte Tiere wer den in Schwärmen angegriffen und binnen kurzer Zeit bis auf die Knochen abgefressen.
Pfeilgiftfrosch (Sminthillus)
Die Hautdrüsen dieses südamerikanischen Baumfrosches sondern eines der tödlichsten Gifte ab, das wir kennen. Schon eine
kleine Menge davon auf der Haut genügt, um einen Menschen zu töten.
Plattschwanz-Seeschlange
(Laticauda)
Einige Seeschlangen des Indischen Ozeans sind sehr giftig.
Drachenkopf (Scorpaenidae)
Der Drachenkopf, oder Skor- pionfisch, kommt im Indi- schen und im Pazifischen Ozean ebenso wie im Atlan- tik und im Mittelmeer vor. Tritt man auf seine langen, giftigen Stacheln, so führt das zu extrem schmerzhaf ten, brennenden Schmerzen (siehe Seite 180).

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