Geben ist bekommen – Regeln der Naturvölker

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shania

Geben ist bekommen – Regeln der Naturvölker

Warum du nicht brennst, wenn du für dich behältst – und wie deine Gabe zur Welt findet

🪶 Einleitung: Vom Hüter zum Hüter
In der traditionellen Welt, in der Tamarack Song ausgebildet wurde, ist ein Geschenk niemals Besitz. Es ist eine Energie, die weiterfließt – wie Wasser. Wie Feuer. Wie Atem.
„Eine Gabe ist wie Feuerholz. Wenn du es hortest, erstickst du. Wenn du es teilst, wärmt es alle.“
Wir sagen oft:
• „Ich habe etwas gelernt.“
• „Ich bin dankbar.“
• „Ich wurde reich beschenkt.“
Doch das ist erst die halbe Reise.
Jetzt beginnt der Rückweg – zurück in die Welt.
Und der führt durch dich hindurch.

🌾 Warum Weitergeben heilt
Etwas weiterzugeben bedeutet nicht:
• Missionieren
• Belehren
• Mit der eigenen Weisheit prahlen
Sondern:
• Dein Erleben öffnen
• Dein Feuer teilen
• Ein Angebot machen, das man ablehnen darf
Wenn du gibst, wächst du nicht, weil du nötig bist –
sondern weil du bereit bist, loszulassen.

🌀 Die Gabe ist nicht, was du gibst – sondern wie
Tamarack sagt:
„Die Gabe ist nicht der Gegenstand. Es ist die Intention. Die Verbindung.“
Ein paar Beispiele:
Was du geben kannst
Wie du es zu einer Gabe machst
Ein Rat
Nur, wenn du gefragt wirst
Eine Geschichte
Mit Herz, nicht mit Eitelkeit
Ein Lächeln
Wenn du ehrlich fühlst
Wissen
Wenn du Raum lässt fürs eigene Verstehen
Zeit
Wenn du anwesend bist
Du gibst nicht Dinge.
Du gibst Beziehung.

🌍 Der große Irrtum: „Ich bin noch nicht so weit.“
Kennst du diesen Gedanken?
„Ich muss erst mehr wissen.“
„Ich bin noch nicht gut genug.“
„Andere machen das besser.“
Vergiss das.
Du bist genau jetzt an einem Punkt, an dem du etwas teilen kannst.
Denn:
• Dein Schmerz ist Medizin für jemanden.
• Dein Scheitern ist Orientierung für andere.
• Dein kleiner Mut ist für andere ein Feuerfunke.

🥾 Unsere Reise: Das erste Weitergeben
Wir saßen in einem kleinen Bergdorf, hatten zwei Wochen lang von wildem Wasser gelebt und Geschichten gesammelt.
Da kam ein Junge.
Er fragte nicht. Er sah uns.
Und wir erzählten ihm – nicht was wir wussten.
Sondern was wir erlebt hatten.
Seine Augen begannen zu leuchten – nicht, weil wir klug waren.
Sondern weil wir uns zeigten.

🔄 Der Kreis des Teilens
In vielen indigenen Kulturen gibt es einen Ritus:
• Du gehst auf Visionssuche
• Du kehrst zurück
• Du teilst deine Vision mit dem Dorf
Nicht, um zu glänzen.
Sondern damit sie dich spiegelt. Bestätigt. Verortet.
Du kannst dasselbe tun:
• Schreib deine Erkenntnis auf
• Teile sie mit einem Freund
• Erzähle sie am Feuer
• Poste sie – wenn es ehrlich ist
Nur was geteilt wird, wird real.

🎁 Übung: Die Gabe sichtbar machen
Die „Gabe-in-Worten“-Übung:
1 Setze dich still hin.
2 Frag dich: „Was habe ich in den letzten Tagen empfangen?“
3 Schreib: „Meine Gabe an die Welt ist…“
4 Sag diesen Satz jemandem. Oder lies ihn dir selbst vor.
Beispiel:
Meine Gabe an die Welt ist die Erinnerung, dass du auch barfuß stark bist.
Meine Gabe ist die Geschichte von meinem Fall – und wie ich danach wieder aufgestanden bin.
Meine Gabe ist, zuzuhören, wenn niemand sonst zuhört.
Und du? Was ist deine Gabe?

🕯 Das Schwierigste: Geben ohne Kontrolle
Wenn du teilst, hast du keinen Einfluss mehr, was andere damit tun.
Sie könnten:
• Es nicht verstehen
• Es falsch finden
• Es vergessen
Aber das ist okay.
Denn:
Du gibst nicht, um geliebt zu werden.
Du gibst, weil du liebst.

💬 Fazit: Gib weiter – sonst verglüht dein Licht
Du musst keine Schule gründen. Kein Blog schreiben. Keine Bühne betreten.
Es reicht:
• Eine Geste
• Ein Satz
• Ein geteiltes Schweigen
• Ein ehrlicher Blick
Gib. Nicht mehr. Nicht weniger.
Und du wirst selbst beschenkt zurückkehren.

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