Fachartikel: Dattelbrauner Ellerling (Cyphophyllus colemannianus)
1. Verschiedene Namen des Pilzes
Der Dattelbraune Ellerling ist auch unter folgenden Namen bekannt:
• Graublättriger Ellerling
• Radialsteifiger Ellerling
• Gestreifte Ellerling
2. Gattung
Der Dattelbraune Ellerling gehört zur Gattung Cyphophyllus, die in der Familie der Champignonverwandten (Agaricaceae) eingeordnet ist.
3. Eigenschaften
Hut:
• 2-4 (6) cm Durchmesser
• Fuchsigbraun, rotbraun, graubraun gefärbt
• Trocken seidenmatt, hygrophan (Farbe verändert sich je nach Feuchtigkeit)
• Leicht gebuckelt, glänzend
• Feucht klebrig-schmierig
• Radialstreifig
• Rand etwas durchscheinend streifig, später etwas aufgebogen und wellig eingerissen
Fleisch:
• Weißlich
• Dünn
Stiel:
• Blass weißlich, etwas bräunlich-seidig
• Alt kahl, röhrig
• Basis heller, weißlich
Lamellen:
• Weißlich, graubraun, blassgrau, violettbraun gefärbt
• Dick
• Weich
• Entfernt stehend
• Angewachsen und weit herablaufend
• Queraderig
• Zwischenlamellen vorhanden
• Schneiden glatt
Sporenpulver:
• Weiß (7-9 x 4,5-6 µm, elliptisch bis breitoval, hyalin, glatt, Q = 1,2-1,6, Vm = 210 µm³)
Geruch:
• Unbedeutend
Geschmack:
• Mild
4. Vorkommen
• Habitat: Parks, Wiesen, Weiden, am Waldrand
• Boden: Bevorzugt saure Böden
• Jahreszeit: Herbst bis Spätherbst
• Verbreitung: Sehr selten (Rote Liste Deutschland: stark gefährdet)
5. Erkennungsmerkmale
Die wichtigsten Erkennungsmerkmale des Dattelbraunen Ellerlings sind:
• Fuchsigbraune, rotbraune oder graubraune Hutfarbe
• Radialstreifiger Hut
• Weißliche, graubraune, blassgraue oder violettbraune Lamellen
• Weißes Sporenpulver
• Unbedeutender Geruch
• Milder Geschmack
• Wächst bevorzugt auf sauren Böden in Parks, Wiesen, Weiden und am Waldrand
6. Verwechslungsgefahr
Es besteht Verwechslungsgefahr mit folgenden Pilzen:
• Orangeellerling (teilweise nur mikroskopisch trennbar): Ähnlich aussehende Art mit oranger Hutfarbe.
• Braunscheibiger Schneckling: Ähnlich aussehende Art mit braunen Lamellen.
• Waldschneckling: Ähnlich aussehende Art mit grauen Lamellen.
• Orangeschneckling (Terpentinschneckling): Ähnlich aussehende Art mit orangefarbenen Lamellen und unangenehmem Terpentingeruch.
7. Vergleich mit dem Radialgestreiften Ellerling
Der Radialgestreifte Ellerling (Cyphophyllus radiatus) ist dem Dattelbraunen Ellerling sehr ähnlich, bildet aber kleinere Fruchtkörper. Der Hut des Radialgestreiften Ellerlings ist deutlich bis zur Hälfte des Hutradius durchscheinend gestreift. Mikroskopische Merkmale unterscheiden die beiden Arten:
• Sporen: Radialgestreifter Ellerling: 6,8-8,2 x 5-6,4 µm; Dattelbrauner Ellerling: 7-9 x 4,5-6 µm
• Basidien: Radialgestreifter Ellerling: 45-55 µm; Dattelbrauner Ellerling: 35-45 µm
8. Bemerkung
Der Dattelbraune Ellerling ist ein seltener Pilz, der in Deutschland stark gefährdet ist. Er sollte daher nicht gesammelt werden.
Vorkommen und beste Sammelzeit des Dattelbraunen Ellerlings
Vorkommen:
Der Dattelbraune Ellerling ist ein seltener Pilz, der in Europa und Nordamerika vorkommt. In Deutschland ist er stark gefährdet und kommt nur in wenigen Regionen vor.
• Habitat: Parks, Wiesen, Weiden, am Waldrand
• Boden: Bevorzugt saure Böden
Beste Sammelzeit:
Die beste Sammelzeit für den Dattelbraunen Ellerling ist im Herbst bis Spätherbst.
Wie man den Pilz findet:
Der Dattelbraune Ellerling wächst oft in kleinen Gruppen oder einzeln. Er ist nicht sehr auffällig und kann leicht übersehen werden. Achten Sie auf folgende Merkmale:
• Fuchsigbraune, rotbraune oder graubraune Hutfarbe
• Radialstreifiger Hut
• Weißliche, graubraune, blassgraue oder violettbraune Lamellen
• Weißes Sporenpulver
Beschaffenheit für die Verwertung:
Der Dattelbraune Ellerling ist ein essbarer Pilz. Er sollte jedoch nur gesammelt werden, wenn Sie ihn sicher identifizieren können.
Merkmale eines verwertbaren Dattelbraunen Ellerlings:
• Hut: Fest, nicht brüchig oder aufgeweicht
• Lamellen: Nicht schleimig oder verfärbt
• Stiel: Fest, nicht weich oder wattig
• Geruch: Mild, nicht unangenehm
• Geschmack: Mild, nicht bitter
Verwechslungsgefahr des Dattelbraunen Ellerlings
Der Dattelbraune Ellerling ist ein seltener Pilz und kann mit mehreren anderen Pilzen verwechselt werden. Die höchste Verwechslungsgefahr besteht mit folgenden Arten:
1. Orangeellerling (Clitocybe collina):
• Ähnlichkeiten: Fuchsigbraune bis orangefarbene Hutfarbe, radialstreifiger Hut, weiße bis cremefarbene Lamellen, weißes Sporenpulver.
• Unterschiede: Orangeellerling hat einen orangeren Farbton, breitere Lamellen und einen mehligen Geruch.
• Vermeidung der Verwechslung: Orangeellerling wächst oft in Laubwäldern, während der Dattelbraune Ellerling eher in Parks, Wiesen und Weiden vorkommt.
2. Braunscheibiger Schneckling (Hygrocybe brunneomarginata):
• Ähnlichkeiten: Braune Hutfarbe, radialstreifiger Hut, weiße bis cremefarbene Lamellen, weißes Sporenpulver.
• Unterschiede: Braunscheibiger Schneckling hat einen braunen Stiel und einen mehligen Geruch.
• Vermeidung der Verwechslung: Braunscheibiger Schneckling wächst oft in moosreichen Wäldern, während der Dattelbraune Ellerling eher in offenen Habitaten vorkommt.
3. Waldschneckling (Hygrocybe russocoriacea):
• Ähnlichkeiten: Graubraune Hutfarbe, radialstreifiger Hut, weiße bis cremefarbene Lamellen, weißes Sporenpulver.
• Unterschiede: Waldschneckling hat einen grauen Stiel und einen bitteren Geschmack.
• Vermeidung der Verwechslung: Waldschneckling wächst oft in Nadelwäldern, während der Dattelbraune Ellerling eher in Laubwäldern und Parks vorkommt.
4. Orangeschneckling (Terpentinschneckling) (Hygrocybe crocea):
• Ähnlichkeiten: Orangefarbene Hutfarbe, radialstreifiger Hut, weiße bis cremefarbene Lamellen, weißes Sporenpulver.
• Unterschiede: Orangeschneckling hat einen orangefarbenen Stiel und einen unangenehmen Terpentingeruch.
• Vermeidung der Verwechslung: Orangeschneckling wächst oft in moosreichen Wäldern, während der Dattelbraune Ellerling eher in offenen Habitaten vorkommt.
Allgemeine Hinweise zur Vermeidung von Verwechslungen:
• Sammeln Sie nur Pilze, die Sie sicher identifizieren können.
• Bestimmen Sie die Pilze anhand mehrerer Merkmale, wie Hutfarbe, Hutform, Lamellen, Stiel, Geruch und Geschmack.
• Verwenden Sie Pilzbestimmungsbücher und -Apps.
• Konsultieren Sie im Zweifelsfall einen erfahrenen Pilzsachverständigen.
• Verzehren Sie niemals rohe Pilze.
Achtung:
Einige der oben genannten Pilze sind giftig und können zu schweren Gesundheitsschäden führen.
Besonderheiten des Dattelbraunen Ellerlings
Der Dattelbraune Ellerling ist ein seltener Pilz mit einigen besonderen Merkmalen:
• Fuchsigbraune, rotbraune oder graubraune Hutfarbe: Diese Farbpalette ist für Ellerlinge eher ungewöhnlich. Die meisten Ellerlinge haben gelbe, orangefarbene oder grüne Hüte.
• Radialstreifiger Hut: Die radialen Streifen auf dem Hut sind ein wichtiges Erkennungsmerkmal des Dattelbraunen Ellerlings.
• Weißliche, graubraune, blassgraue oder violettbraune Lamellen: Die Lamellen können verschiedene Farbtöne haben, sind aber immer heller als der Hut.
• Weißes Sporenpulver: Das Sporenpulver des Dattelbraunen Ellerlings ist weiß, was bei Ellerlingen ebenfalls eher selten ist.
• Milder Geschmack: Der Dattelbraune Ellerling hat einen milden Geschmack, der ihn von einigen giftigen Doppelgängern unterscheidet.
Beste Erkennungsmerkmale für routinierte Sammler:
Routinierte Pilzsammler nutzen folgende Merkmale, um den Dattelbraunen Ellerling zu erkennen:
• Kombination aus Hutfarbe, Hutform, Lamellen, Stiel und Geruch: Ein erfahrener Pilzsammler kann den Pilz anhand dieser Merkmale oft schon auf den ersten Blick identifizieren.
• Mikroskopische Merkmale: Im Zweifelsfall können mikroskopische Merkmale wie Sporengröße und -form zur Bestimmung herangezogen werden.
• Habitat: Der Dattelbraune Ellerling wächst bevorzugt in Parks, Wiesen, Weiden und am Waldrand, oft auf sauren Böden. Diese Informationen können die Bestimmung zusätzlich unterstützen.
Speisewert und Verwendung des Dattelbraunen Ellerlings
Speisewert:
Der Dattelbraune Ellerling ist ein essbarer Pilz mit einem milden Geschmack. Er kann roh oder gekocht verzehrt werden.
Verwendung:
Der Dattelbraune Ellerling ist aufgrund seiner Seltenheit kaum für den Speisekonsum relevant. In der Regel wird er nicht gesammelt.
Mögliche Verwendungsmöglichkeiten:
• Rohkost: Der Pilz kann in Salaten oder als Rohkostsnack verzehrt werden.
• Pilzgerichte: Der Dattelbraune Ellerling kann in Suppen, Soßen, Pfannen und anderen Pilzgerichten verwendet werden.
• Trocknung: Der Pilz kann getrocknet und später für verschiedene Gerichte verwendet werden.
Hinweis:
• Sammeln Sie den Dattelbraunen Ellerling nur, wenn Sie ihn sicher identifizieren können.
• Achten Sie darauf, dass der Pilz frisch und nicht beschädigt ist.
• Verzehren Sie niemals rohe Pilze.
• Konsultieren Sie im Zweifelsfall einen erfahrenen Pilzsachverständigen.
Achtung:
Einige der oben genannten Pilze sind giftig und können zu schweren Gesundheitsschäden führen.
Es ist daher wichtig, die Pilze genau zu bestimmen und im Zweifelsfall nicht zu sammeln.
Vier Rezepte mit Dattelbraunem Ellerling
Hinweis:
Der Dattelbraune Ellerling ist ein seltener Pilz und sollte daher nicht gesammelt werden.
Diese Rezepte dienen daher nur der Inspiration und können mit anderen essbaren Pilzen zubereitet werden.
1. Dattelbrauner Ellerling in Rahmsauce
Zutaten:
• 200 g Dattelbrauner Ellerling (frisch oder getrocknet)
• 2 Zwiebeln
• 2 Knoblauchzehen
• 2 EL Butter
• 2 EL Mehl
• 250 ml Sahne
• 200 ml Gemüsebrühe
• Salz, Pfeffer, Muskatnuss
• Petersilie (zum Garnieren)
Zubereitung:
1 Die Pilze putzen und in Scheiben schneiden.
2 Zwiebeln und Knoblauch fein hacken.
3 In einer Pfanne die Butter erhitzen und die Zwiebeln und den Knoblauch darin glasig anschwitzen.
4 Die Pilze hinzufügen und kurz mitbraten.
5 Mehl einrühren und kurz anschwitzen.
6 Sahne und Gemüsebrühe hinzufügen und unter Rühren zum Kochen bringen.
7 Die Sauce mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss abschmecken.
8 Die Petersilie hacken und über die Sauce streuen.
2. Dattelbrauner Ellerling-Risotto
Zutaten:
• 200 g Dattelbrauner Ellerling (frisch oder getrocknet)
• 1 Zwiebel
• 2 Knoblauchzehen
• 2 EL Olivenöl
• 200 g Risottoreis
• 750 ml Gemüsebrühe
• 100 ml Weißwein (optional)
• 50 g Parmesan
• Salz, Pfeffer
Zubereitung:
1 Die Pilze putzen und in Scheiben schneiden.
2 Zwiebel und Knoblauch fein hacken.
3 In einem Topf das Olivenöl erhitzen und die Zwiebeln und den Knoblauch darin glasig anschwitzen.
4 Den Reis hinzufügen und kurz mitbraten.
5 Mit Weißwein ablöschen und einköcheln lassen.
6 Die Gemüsebrühe unter Rühren portionsweise hinzufügen und so lange köcheln lassen, bis der Reis cremig ist.
7 Die Pilze hinzufügen und kurz mitgaren.
8 Den Parmesan reiben und unter den Risotto rühren.
9 Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
3. Dattelbrauner Ellerling-Omelett
Zutaten:
• 100 g Dattelbrauner Ellerling (frisch oder getrocknet)
• 3 Eier
• 100 ml Milch
• 50 g geriebener Käse
• Salz, Pfeffer
• Schnittlauch (zum Garnieren)
Zubereitung:
1 Die Pilze putzen und in Scheiben schneiden.
2 Eier, Milch, Käse, Salz und Pfeffer in einer Schüssel verquirlen.
3 Die Pilze in einer Pfanne mit etwas Öl anbraten.
4 Die Eiermischung in die Pfanne gießen und bei mittlerer Hitze stocken lassen.
5 Das Omelett nach Belieben wenden und fertig backen.
6 Mit Schnittlauch garnieren.
4. Dattelbrauner Ellerling-Salat
Zutaten:
• 100 g Dattelbrauner Ellerling (frisch oder getrocknet)
• 1 Salatgurke
• 1 Tomate
• 1 rote Zwiebel
• 100 g Feta
• Vinaigrette aus Olivenöl, Zitronensaft, Salz und Pfeffer
Zubereitung:
1 Die Pilze putzen und in Scheiben schneiden.
2 Salatgurke, Tomate und Zwiebel in Scheiben schneiden.
3 Den Feta zerbröseln.
4 Alle Zutaten in einer Schüssel vermengen und mit der Vinaigrette anmachen.
Tipp:
• Sie können die Rezepte nach Ihrem Geschmack variieren.
• Verwenden Sie zum Beispiel andere Gewürze, Kräuter oder Gemüsesorten.
• Getrocknete Pilze müssen vor der Verwendung in Wasser eingeweicht werden.

Leave a Reply