Darf man Holz im Wald sammeln? Vergleich der Gesetze in Deutschland, Schweiz und Österreich
Das Sammeln von Holz im Wald ist eine wichtige Fertigkeit für jeden Bushcrafter und Survival-Enthusiasten. Doch was viele nicht wissen: Die Gesetze zum Sammeln von Holz unterscheiden sich stark zwischen Deutschland, der Schweiz und Österreich. In diesem Artikel klären wir auf, was erlaubt ist, was nicht, und welche Mengen gesammelt werden dürfen.
Deutschland: Strenge Regeln und regionale Unterschiede
Allgemeine Regelung
In Deutschland gehört der Wald immer jemandem—sei es der Staat, eine Gemeinde, eine Kirche, eine Universität oder ein privater Waldbesitzer. Das bedeutet, dass alle Ressourcen im Wald, einschließlich Holz, dem Eigentümer gehören und nicht ohne Erlaubnis entnommen werden dürfen. Grundsätzlich ist es in Deutschland verboten, Holz, Äste und Zweige aus dem Wald zu sammeln und mitzunehmen.
Ausnahmen: Leseholz
Einige Bundesländer erlauben das Sammeln von sogenanntem Leseholz—also Holz, das von selbst zu Boden gefallen ist und nicht für den Verkauf bestimmt ist. Diese Regelung gilt jedoch nur für bestimmte Staatswälder und meist in kleinen Mengen für den Eigenbedarf. Die genaue Menge variiert, wird aber häufig mit der “Handstraußregelung” umschrieben—das bedeutet, man darf nur so viel mitnehmen, wie man in den Händen tragen kann.
Bundeslandabhängige Unterschiede
• Bayern: Erlaubt das Sammeln von Leseholz in Staatswäldern für den Eigenbedarf, allerdings nur dürres, abgefaultes Holz unter zehn Zentimeter Durchmesser.
• Sachsen: Ähnlich wie in Bayern dürfen auch hier geringe Mengen von Leseholz für den persönlichen Bedarf gesammelt werden.
• Berlin, Hamburg, Bremen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen: Hier ist das Sammeln von Holz ohne Genehmigung strikt verboten.
Bußgelder und Strafen
Wer ohne Erlaubnis Holz sammelt oder gar Bäume fällt, riskiert hohe Geldstrafen. Diese können je nach Bundesland und Verstoß zwischen 50 Euro und 50.000 Euro liegen. In Naturschutzgebieten ist das Fällen von Bäumen strikt verboten und wird besonders hart geahndet.
Schweiz: Ein liberaler Ansatz mit lokaler Kontrolle
Allgemeine Regelung
Die Schweiz geht beim Sammeln von Holz einen eher liberalen Weg. Hier gilt: Was am Boden liegt, darf grundsätzlich gesammelt werden, solange es sich um kleine Mengen für den Eigenbedarf handelt. Allerdings sind auch hier die genauen Regeln je nach Kanton unterschiedlich.
Kantonale Unterschiede
• Bern, Zürich: In diesen Kantonen darf Totholz in geringen Mengen gesammelt werden. Hierbei gibt es jedoch klare Einschränkungen, um den ökologischen Wert des Totholzes zu schützen.
• Graubünden, Tessin: In den Bergregionen wird das Sammeln von Holz in höher gelegenen Wäldern meist großzügiger gehandhabt, jedoch ist in Naturschutzgebieten auch hier Vorsicht geboten.
Naturschutz und Bußgelder
Wie in Deutschland ist auch in der Schweiz das Sammeln von Holz in Naturschutzgebieten streng reguliert. Wer gegen diese Regelungen verstößt, muss mit Bußgeldern rechnen, die jedoch meist niedriger ausfallen als in Deutschland.
Österreich: Zwischen Freiheit und Schutz der Natur
Allgemeine Regelung
In Österreich wird das Sammeln von Holz im Wald ähnlich wie in der Schweiz gehandhabt. Kleine Mengen von Totholz dürfen für den Eigenbedarf gesammelt werden, allerdings ebenfalls nur in bestimmten Gebieten und unter Beachtung der lokalen Regelungen.
Bundeslandabhängige Unterschiede
• Steiermark, Kärnten: Diese Bundesländer erlauben das Sammeln von Totholz in bestimmten Staatswäldern. Es gelten jedoch strikte Vorschriften, um den Schutz des Waldes zu gewährleisten.
• Wien, Niederösterreich: Hier ist das Sammeln von Holz in städtischen Wäldern oft untersagt oder nur mit speziellen Genehmigungen erlaubt.
Naturschutzgebiete und Bußgelder
Wie in den anderen Ländern ist das Sammeln von Holz in Naturschutzgebieten auch in Österreich verboten. Wer gegen die Regeln verstößt, muss mit Geldstrafen rechnen, die je nach Schwere des Verstoßes unterschiedlich hoch ausfallen.
Fazit: Unterschiedliche Länder, unterschiedliche Regeln
Das Sammeln von Holz im Wald ist in Deutschland, der Schweiz und Österreich an strenge Regeln gebunden, die vor allem den Schutz der Natur und des Eigentums gewährleisten sollen. Während Deutschland eher restriktiv ist, zeigen sich die Schweiz und Österreich etwas liberaler, wobei auch hier die lokalen Gesetze entscheidend sind.
Für Bushcrafter und Survivalisten bedeutet dies: Informiere dich immer über die lokalen Vorschriften, bevor du Holz sammelst, um teure Bußgelder zu vermeiden und die Natur zu schützen. In den meisten Fällen sind nur geringe Mengen erlaubt, und das Sammeln in Naturschutzgebieten ist strengstens untersagt.
Dieser Ratgeber soll eine erste Orientierung bieten, ersetzt jedoch nicht die detaillierte Prüfung der jeweiligen Landesgesetze und örtlichen Regelungen.

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