Cannabinoide und Parkinson: Ein Überlebensratgeber für Krisensituationen
Parkinson ist eine neurodegenerative Erkrankung, die weltweit Millionen von Menschen betrifft. Sie ist gekennzeichnet durch Symptome wie Zittern, Muskelsteifheit, Bewegungsstörungen und in späteren Stadien auch psychische Beeinträchtigungen. Die herkömmliche Behandlung umfasst Medikamente, die das Dopaminsystem beeinflussen, doch was passiert in einer „Shit Hits the Fan“ (SHTF) Situation, wenn diese Medikamente nicht mehr verfügbar sind? Hier können Cannabinoide eine alternative und potenziell lebensrettende Rolle spielen.
1. Verstehen von Parkinson und seiner Auswirkungen
Parkinson entsteht durch den Verlust von Dopamin-produzierenden Zellen im Gehirn, insbesondere in der Substantia nigra, einem Bereich, der für die Bewegungssteuerung entscheidend ist. Die Symptome resultieren aus einem Dopaminmangel, der die Kommunikation zwischen den Nervenzellen beeinträchtigt. Dies führt zu den charakteristischen Bewegungsstörungen und anderen neuropsychiatrischen Symptomen.
2. Die Rolle von Cannabinoiden bei der Behandlung von Parkinson
Cannabinoide sind Verbindungen, die in der Cannabispflanze vorkommen und auf das Endocannabinoidsystem (ECS) des Körpers wirken. Das ECS spielt eine zentrale Rolle in der Regulation von Stimmung, Schmerz, Appetit und neurologischen Funktionen.
2.1 Cannabidiol (CBD)
CBD ist ein nicht-psychoaktives Cannabinoid, das in den letzten Jahren aufgrund seiner vielfältigen medizinischen Eigenschaften viel Aufmerksamkeit erhalten hat. Studien haben gezeigt, dass CBD neuroprotektive Eigenschaften besitzt, was bedeutet, dass es das Nervensystem vor Schäden schützt . Bei Parkinson kann CBD helfen, Entzündungen zu reduzieren, die möglicherweise die Degeneration von Nervenzellen beschleunigen .
Eine randomisierte, placebokontrollierte Studie aus Brasilien hat gezeigt, dass CBD bei Parkinson-Patienten zu einer signifikanten Verbesserung der Lebensqualität führt, insbesondere bei nicht-motorischen Symptomen wie Schlafstörungen und Angstzuständen .
2.2 Tetrahydrocannabinol (THC)
THC ist das psychoaktive Hauptcannabinoid der Cannabispflanze. Es bindet an Cannabinoid-Rezeptoren im Gehirn und beeinflusst dabei die Freisetzung von Neurotransmittern. In der Parkinson-Behandlung kann THC hilfreich sein, da es Muskelsteifheit (Rigidity) und Tremor reduzieren kann, indem es die motorische Kontrolle verbessert .
Eine Studie aus Israel, die 2014 veröffentlicht wurde, fand heraus, dass Parkinson-Patienten nach dem Konsum von Cannabis (welches sowohl THC als auch CBD enthält) eine signifikante Reduktion von Tremor, Steifheit und Bradykinesie (verlangsamte Bewegungen) erlebten .
3. Wissenschaftliche Unterstützung für die Verwendung von Cannabinoiden bei Parkinson
3.1 Verbesserte motorische Kontrolle
Eine systematische Überprüfung der Literatur deutet darauf hin, dass Cannabinoide, insbesondere CBD und THC, bei der Linderung der motorischen Symptome von Parkinson wirksam sein können . Sie wirken, indem sie das Endocannabinoidsystem modulieren, das eine wichtige Rolle in der motorischen Kontrolle spielt.
3.2 Reduktion von Neuroinflammation
Parkinson ist auch mit chronischer Neuroinflammation verbunden, die die Degeneration der Nervenzellen beschleunigen kann. Cannabinoide wie CBD haben entzündungshemmende Eigenschaften, die helfen können, diesen Prozess zu verlangsamen .
3.3 Verbesserung der Lebensqualität
Die Verbesserung der Lebensqualität ist ein zentraler Aspekt bei der Behandlung chronischer Krankheiten wie Parkinson. Studien haben gezeigt, dass Cannabinoide Symptome wie Schmerzen, Schlaflosigkeit und Angst reduzieren, die oft die Lebensqualität von Parkinson-Patienten beeinträchtigen .
4. Anwendung von Cannabinoiden in einer SHTF-Situation
In einer Situation, in der der Zugang zu herkömmlicher Medizin begrenzt oder nicht vorhanden ist, kann die Verwendung von Cannabinoiden eine wertvolle Alternative darstellen. Hier sind einige Überlegungen und Vorgehensweisen, wie man sich in einer SHTF-Situation mit Cannabinoiden helfen kann:
4.1 Anbau und Extraktion von Cannabis
Sollte eine Krise eintreten, ist es wichtig zu wissen, wie man Cannabis anbauen und die aktiven Cannabinoide extrahieren kann. Cannabis kann in verschiedenen Klimazonen angebaut werden und ist relativ pflegeleicht. Für die Extraktion der Cannabinoide kann eine einfache Methode wie die Ethanol-Extraktion verwendet werden.
4.2 Selbstmedikation mit Cannabis
In einer SHTF-Situation, in der keine pharmazeutischen Medikamente verfügbar sind, kann selbst angebautes und extrahiertes Cannabis verwendet werden. Dabei ist es wichtig, die Dosierung vorsichtig zu steigern, um die gewünschte Wirkung zu erzielen und unerwünschte Nebenwirkungen zu minimieren. Die Kombination von CBD und THC kann in einem ausgewogenen Verhältnis besonders nützlich sein.
4.3 Alternativen zu pharmazeutischen Präparaten
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Cannabis zu konsumieren, darunter Rauchen, Verdampfen, orale Tinkturen und Esswaren. In einer Krisensituation könnte das Rauchen oder Verdampfen von Cannabis die schnellste Linderung der Parkinson-Symptome bieten, da die Wirkstoffe schnell über die Lunge ins Blut gelangen.
5. Fazit
Cannabinoide bieten eine vielversprechende Alternative zur herkömmlichen Behandlung von Parkinson, insbesondere in Situationen, in denen der Zugang zu konventionellen Medikamenten eingeschränkt ist. Wissenschaftliche Studien unterstützen die Wirksamkeit von CBD und THC bei der Linderung von Parkinson-Symptomen, und in einer SHTF-Situation könnten diese Substanzen eine lebensrettende Rolle spielen.
Es ist jedoch wichtig, dass Patienten und Betreuer über die richtige Anwendung und Dosierung von Cannabis Bescheid wissen, um maximale Vorteile zu erzielen und Risiken zu minimieren. In einer Krise könnte der Zugang zu Cannabis und die Fähigkeit, es richtig zu nutzen, entscheidend für das Überleben und die Lebensqualität von Parkinson-Patienten sein.
Quellen:
1 Carroll, C. B., Zeissler, M. L., Hanemann, C. O., Zajicek, J. P., & Hobart, J. C. (2012). Cannabinoids for the treatment of spasticity and other symptoms related to multiple sclerosis (Review). Cochrane Database of Systematic Reviews, 2012(10).
2 Chagas, M. H. N., Zuardi, A. W., Tumas, V., Pena-Pereira, M. A., Sobreira, E. T., Bergamaschi, M. M., … & Crippa, J. A. S. (2014). Effects of cannabidiol in the
treatment of patients with Parkinson’s disease: An exploratory double-blind trial. Journal of Psychopharmacology, 28(11), 1088-1098. doi:10.1177/0269881114550355.
3 Lotan, I., Treves, T. A., Roditi, Y., & Djaldetti, R. (2014). Cannabis (medical marijuana) treatment for motor and non–motor symptoms of Parkinson disease: An open-label observational study. Clinical Neuropharmacology, 37(2), 41-44. doi:10.1097/WNF.0000000000000016.
4 Fernández-Ruiz, J., Moro, M. A., & Martínez-Orgado, J. (2015). Cannabinoids in neurodegenerative disorders and stroke/brain trauma: From preclinical models to clinical applications. Neurotherapeutics, 12(4), 705-707. doi:10.1007/s13311-015-0381-6.
5 Pisanti, S., Malfitano, A. M., Ciaglia, E., Lamberti, A., Ranieri, R., Cuomo, G., … & Bifulco, M. (2017). Cannabidiol: State of the art and new challenges for therapeutic applications. Pharmacology & Therapeutics, 175, 133-150. doi:10.1016/j.pharmthera.2017.02.041.
6 Zuardi, A. W., Crippa, J. A. S., Hallak, J. E. C., Bhattacharyya, S., Atakan, Z., Martin-Santos, R., … & Guimarães, F. S. (2012). A critical review of the antipsychotic effects of cannabidiol: 30 years of a translational investigation. Current Pharmaceutical Design, 18(32), 5131-5140. doi:10.2174/138161212803523691.

Leave a Reply