Braunroter Milchling: Essbar? Erkennen & bestimmen

shania

Wissenschaftlicher Name des Milchling Pilz: Lactarius badiosanguineus

Volkstümliche Namen:

• Braunroter Milchling
• Orangeblättriger Milchling
• Fuchsroter Milchling
• Blutmilchling


Gattung: Milchlinge (Lactarius)


Eigenschaften:

• Geruch: Würzig, anisartig, an Bergporling erinnernd.
• Geschmack: Bitterlich, manchmal auch fast mild empfindend, nicht scharf.
• Hut: 3-6 (8) cm Durchmesser, rötlich, braunrot, dunkelrotbraun, violettbraun, später heller rötlich, Mitte jung etwas gebuckelt, später vertieft, etwas runzelig-aderig, Haut wachsartig, trocken matt, feucht glänzend, Rand scharf, alt leicht rillig gerieft.
• Fleisch: Weißlich, hell rötlich-gelb, leicht gilbend.
• Milch: Weiß, lange unveränderlich, nach Stunden leicht gelblich (Papiertaschentuch verwenden), mild, nach einiger Zeit bitterlich.
• Stiel: 2-9 (11) cm lang, 0,6-1,3 (1,6) cm Durchmesser dick, rötlich-ockerfarben, braunrot, fein weißlich bereift, glatt, schwach runzelig längsaderig, voll, alt hohl, +/- genattert erscheinend.
• Lamellen: Gelblich, cremefarben, orangegelb, alt ockerrötlich, breit angewachsen, leicht herablaufend, teil gegabelt, mit Zwischenlamellen, Schneiden glatt.
• Sporenpulverfarbe: Hellgelb, cremefarben (7-8,5 x 6-7 µm, rundlich, Ornament ca. 0,6-1,2 µm hoch, isolierte Warzen netzartig verbunden, Hilarfleck inamyloid, Q = 1,1-1,3, Basidien 33-56 x 8-14 µm, keulig bis bauchig, Pleuromakrozystiden 34-91 x 5-11 µm, zylindrisch bis schmal spindelig, Cheilomakrozystiden pfriemförmig bis spindelig, HDS Hyphen 6-15 µm breit, unregelmäßig verflochten, Endzellen 10-60 x 3-6 µm, Q = 5-8, zylindrisch bis schwach keulig, gelatinisiert, inkrustiert).
• Vorkommen: Nadelwald, gern an feuchten Stellen wie Moore, Symbiosepilz, Sommer bis Herbst, RL-G Deutschland (GEFÄHRDUNG unbekannten Ausmaßes).


Erkennungsmerkmale:

• Rötliche bis rotbraune Farbe: Der Hut und der Stiel sind rötlich bis rotbraun gefärbt.
• Orangefarbene Lamellen: Die Lamellen sind orangefarben und haben einen glatten Rand.
• Weiße Milch: Die Milch ist weiß und bleibt lange unverändert.
• Bitterer Geschmack: Der Pilz hat einen bitteren Geschmack.


Verwechslungsgefahr:

• Torfmoosmilchling: Der Torfmoosmilchling hat einen helleren Hut und eine weiße Milch, die schnell gelblich wird.
• Rotbrauner Milchling: Der Rotbraune Milchling hat einen etwas dunkleren Hut und eine weiße Milch, die leicht bitter schmeckt.
• Milder Milchling: Der Milde Milchling hat einen milden Geschmack und eine weiße Milch, die lange unverändert bleibt.
• Rotgegürtelter Milchling: Der Rotgegürtelte Milchling hat einen rötlichen Ring am Stiel.
• Kampfermilchling: Der Kampfermilchling hat einen Geruch nach Kampfer.
• Eichenmilchling: Der Eichenmilchling wächst nur unter Eichen.
• Maggipilz (giftig): Der Maggipilz ist giftig und hat einen Geruch nach Maggiwürze.
• Kuhroter Milchling: Der Kuhrote Milchling hat einen roten Hut und eine weiße Milch, die schnell gelblich wird.
• Runzeliggezonter Milchling: Der Runzeliggezonte Milchling hat einen runzeligen Hut und eine weiße Milch, die leicht bitter schmeckt.
• Orangefuchsiger Milchling: Der Orangefuchsige Milchling hat einen orangefarbenen Hut und eine weiße Milch, die lange unverändert bleibt.


Braunroter Milchling vs. Lederbrauner Milchling: Abgrenzung und Unterscheidung


Lederbrauner Milchling (Lactarius helvus):

  • Ähnlichkeiten:
    ◦ Rötliche bis rotbraune Färbung von Hut und Stiel.
    ◦ Orangefarbene Lamellen.
    ◦ Weiße Milch.
  • Unterschiede:
    ◦ Hut: Der Lederbraune Milchling hat einen lederbraunen bis lederroten Hut, der oft glatt und glänzend ist. Der Braunrote Milchling hat einen rötlichen bis rotbraunen Hut, der oft runzelig und matt ist.
    ◦ Stiel: Der Stiel des Lederbraunen Milchlings ist oft hohl und hat eine rötliche bis rotbraune Farbe. Der Stiel des Braunroten Milchlings ist voll und hat eine rötlich-ockerfarbene bis braunrote Farbe.
    ◦ Milch: Die Milch des Lederbraunen Milchlings ist weiß und bleibt lange unverändert. Die Milch des Braunroten Milchlings ist weiß und wird nach einiger Zeit leicht gelblich.
    ◦ Geschmack: Der Lederbraune Milchling hat einen milden bis leicht bitteren Geschmack. Der Braunrote Milchling hat einen bitteren Geschmack.
    ◦ Vorkommen: Der Lederbraune Milchling wächst bevorzugt unter Kiefern. Der Braunrote Milchling wächst bevorzugt unter Fichten.

Vorkommen, Lebensraum und beste Sammelzeit des Braunroten Milchlings


Vorkommen:

Der Braunrote Milchling (Lactarius badiosanguineus) ist ein weit verbreiteter Pilz, der in ganz Europa vorkommt. Er bevorzugt Nadelwälder, insbesondere Fichtenwälder, und wächst oft an feuchten Stellen wie Mooren und Sümpfen. Man findet ihn auch in Mischwäldern mit Fichtenanteil.

Beste Sammelzeit:

Die beste Sammelzeit für den Braunroten Milchling ist von Juli bis Oktober. Er kann aber auch schon früher im Juni und noch bis in den November hinein gefunden werden.


Wo kann man den Braunroten Milchling am besten finden?

• Fichtenwälder: Suchen Sie an feuchten Stellen im Wald, z. B. in der Nähe von Mooren, Sümpfen oder Bächen.
• Moosbedeckte Stellen: Der Pilz wächst oft unter Moosbedeckung.
• Alte Fichtenbestände: In alten Fichtenbeständen ist die Wahrscheinlichkeit höher, den Braunroten Milchling zu finden.


Wie muss der Pilz beschaffen sein, um ihn noch verwerten zu können?

• Jung und fest: Der Pilz sollte jung und fest sein. Ältere Exemplare werden weich und schwammig.
• Hut und Stiel unverletzt: Der Hut und der Stiel sollten unverletzt sein. Vermeiden Sie Pilze mit Löchern oder Madenfraß.
• Frisch und ohne Schmutz: Der Pilz sollte frisch und ohne Schmutz sein. Vermeiden Sie Pilze, die bereits angetrocknet oder verschimmelt sind.


Der Tipp:

• Sammeln Sie nur so viele Pilze, wie Sie verwerten können.
• Lassen Sie einige Exemplare im Wald stehen, damit sich der Pilz weiterverbreiten kann.
• Beachten Sie die Schonzeiten und Naturschutzgebiete.


Speisewert und Verwendung des Braunroten Milchlings


Speisewert: Der Braunrote Milchling (Lactarius badiosanguineus) gilt als minderwertiger Speisepilz.


Geschmack und Geruch:

• Geschmack: Bitterlich, manchmal auch fast mild empfindend, nicht scharf.
• Geruch: Würzig, anisartig, an Bergporling erinnernd.

Verwendung:

Der Braunrote Milchling kann frisch in verschiedenen Gerichten verwendet werden, z. B. in Suppen, Soßen, Ragouts oder Pilzpfannen. Wegen seines bitteren Geschmacks ist er aber nicht jedermanns Sache.


Empfehlenswerte Zubereitung:

• Vor dem Verwerten: Die Milch des Pilzes sollte vor dem Verwerten abgewaschen werden, da sie bitter schmeckt.
• Kochen: Der Pilz sollte gut gekocht werden, um den bitteren Geschmack zu mildern.
• Trocknen: Getrocknet und gemahlen kann er als Pilzpulver verwendet werden, um Gerichten ein würziges Aroma zu verleihen.
• Füllung: Er eignet sich auch für Füllungen von Fleisch- und Gemüsegerichten.
• Würzpaste: Getrocknet und gemahlen kann er mit anderen Zutaten zu einer Würzpaste verarbeitet werden.


Der Tipp:

• Experimentieren Sie mit verschiedenen Rezepten und entdecken Sie die vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten des Braunroten Milchlings!


Richtiges Ernten und Aufbewahren des Braunroten Milchlings


Ernten:

• Junge Exemplare: Sammeln Sie bevorzugt junge Exemplare des Braunroten Milchlings, da diese zarter und schmackhafter sind.
• Ganz abschneiden: Schneiden Sie die Pilze mit einem scharfen Messer vollständig vom Boden ab. Vermeiden Sie es, sie aus dem Boden zu reißen, da dies das Myzel schädigen kann.
• Putzen: Putzen Sie die Pilze vorsichtig mit einem weichen Tuch oder einer Bürste. Vermeiden Sie es, sie unter fließendem Wasser zu waschen, da dies die Haut aufweichen und den Geschmack beeinträchtigen kann.
• Maden kontrollieren: Schneiden Sie die Stiele an, um eventuelle Maden im Inneren zu erkennen und zu entfernen.


Aufbewahren:

• Frisch verwenden: Verwerten Sie die Pilze am besten frisch, da sie so am aromatischsten sind.
• Kühlung: Lagern Sie die Pilze im Kühlschrank bei einer Temperatur von 2-4°C.
• Maximal 2 Tage: Die Pilze sollten innerhalb von maximal 2 Tagen verarbeitet werden.
• Trocknen: Braunrote Milchlinge können auch getrocknet werden. Dazu schneiden Sie die Pilze in Scheiben und trocknen Sie sie an einem warmen, luftigen Ort oder im Dörrgerät.
• Einfrieren: Sie können die Pilze auch einfrieren. Dazu schneiden Sie die Pilze in Scheiben oder Stücke und frieren sie in Gefrierbeuteln ein.


Tipp:

• Verwenden Sie einen Korb, um die Pilze zu sammeln, damit sie Luft bekommen und nicht zerquetscht werden.
• Trennen Sie die Pilze nach Art und Größe, um das Putzen und Verarbeiten zu erleichtern.
• Verarbeiten Sie die Pilze schnell, um die Qualität zu erhalten.


Hinweis:

• Achten Sie beim Sammeln von Pilzen auf die Schonzeiten und Naturschutzgebiete.
• Sammeln Sie nur Pilze, die Sie sicher identifizieren können.
• Lassen Sie unbekannte Pilze von einem Pilzsachverständigen kontrollieren.
• Verzehren Sie nur Pilze, die als genießbar gelten.


Vier leckere Rezepte mit Braunrotem Milchling


Leckeres Pilzgericht in einer Pfanne kochen

1. Gebratene Braunrote Milchlinge mit Speck und Zwiebeln


Zutaten:
• 500 g Braunrote Milchlinge
• 100 g Speck
• 2 Zwiebeln
• 2 EL Butter
• Salz und Pfeffer
• Petersilie (zum Garnieren)

Zubereitung:
1 Die Pilze putzen und in Scheiben schneiden.
2 Den Speck in kleine Würfel schneiden.
3 Die Zwiebeln schälen und in Würfel schneiden.
4 In einer Pfanne die Butter erhitzen und den Speck darin knusprig ausbraten.
5 Die Zwiebeln hinzufügen und glasig anschwitzen.
6 Die Pilze hinzufügen und mitbraten, bis sie gar sind.
7 Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
8 Mit Petersilie garniert servieren.

2. Braunrote Milchling-Suppe

Zutaten:
• 500 g Braunrote Milchlinge
• 1 Zwiebel
• 2 Knoblauchzehen
• 1 l Gemüsebrühe
• 200 ml Sahne
• Salz, Pfeffer und Muskatnuss
• Petersilie (zum Garnieren)

Zubereitung:
1 Die Pilze putzen und in Scheiben schneiden.
2 Die Zwiebel und den Knoblauch schälen und fein hacken.
3 In einem Topf etwas Öl erhitzen und die Zwiebel und den Knoblauch darin anschwitzen.
4 Die Pilze hinzufügen und mitbraten.
5 Mit der Gemüsebrühe ablöschen und zum Kochen bringen.
6 Die Hitze reduzieren und die Suppe ca. 20 Minuten köcheln lassen.
7 Die Sahne hinzufügen und die Suppe mit einem Mixer fein pürieren.
8 Mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss abschmecken.
9 Mit Petersilie garniert servieren.


3. Braunrote Milchlinge in Rahmsauce mit Spätzle

Zutaten:
• 500 g Braunrote Milchlinge
• 2 Zwiebeln
• 2 Knoblauchzehen
• 2 EL Butter
• 2 EL Mehl
• 500 ml Sahne
• Salz, Pfeffer und Muskatnuss
• Spätzle

Zubereitung:
1 Die Pilze putzen und in Scheiben schneiden.
2 Die Zwiebeln und den Knoblauch schälen und fein hacken.
3 In einer Pfanne die Butter erhitzen und die Zwiebeln und den Knoblauch darin anschwitzen.
4 Die Pilze hinzufügen und mitbraten.
5 Das Mehl hinzufügen und kurz anschwitzen.
6 Mit der Sahne ablöschen und zum Kochen bringen.
7 Die Hitze reduzieren und die Sauce ca. 10 Minuten köcheln lassen.
8 Mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss abschmecken.
9 Mit Spätzle servieren.


4. Gefüllte Braunrote Milchlinge

Zutaten:
• 20 große Braunrote Milchlinge
• 250 g Hackfleisch
• 1 Zwiebel
• 1 Knoblauchzehe
• 1 Ei
• 1 Brötchen
• Milch
• Salz, Pfeffer und Paprikapulver
• Petersilie (zum Garnieren)

Zubereitung:
1 Die Pilze putzen und die Stiele entfernen.
2 Das Brötchen in Milch einweichen.
3 Die Zwiebel und den Knoblauch schälen und fein hacken.
4 Das Hackfleisch in einer Pfanne anbraten.
5 Die Zwiebel und den Knoblauch hinzufügen und mitbraten.
6 Das Brötchen ausdrücken und zum Hackfleisch geben.
7 Das Ei und die Petersilie hinzufügen.
8 Mit Salz, Pfeffer und Paprikapulver abschmecken.
9 Die Pilze mit der Hackfleischfüllung füllen.
10 Im Ofen bei 180°C ca. 20 Minuten backen.

Tipp:

• Die Rezepte können nach Belieben variiert werden.
• Zu den Pilzen passen auch andere Zutaten wie Kartoffeln, Reis oder Nudeln.
• Braunrote Milchlinge können auch roh in Salaten oder als Garnitur verwendet werden.

Hinweis:

• Achten Sie beim Sammeln von Pilzen auf die Schonzeiten und Naturschutzgebiete.
• Sammeln Sie nur Pilze, die Sie sicher identifizieren können.
• Lassen Sie unbekannte Pilze von einem Pilzsachverständigen kontrollieren.
• Verzehren Sie nur Pilze, die als genießbar gelten.


Viel Spaß beim Ausprobieren!



Bildquellen:

© ChatGBT Unterstützung / © Oksana – AdobeStock

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